Am Sonntag

DörtoWir verbringen heute den Tag damit, unsere 2. TBH auszuräumen, in der ebenfalls (schon eine Weile lang) kein Leben mehr herrscht.

Es gibt Futter, allerdings längst nicht so viel wie logischerweise drin sein müsste: gegen Sommerende hatten wir eher Sorgen, weil dieses Volk so viel Futter hatte, ob es überhaupt noch Platz zum brüten finden würde. Das spricht dafür, daß einiges Futter von anderen Völkern herausgeholt wurde.  (vielleicht von den Sternchen, die ja noch im Oktober plötzlich so doll zugelegt haben?) Da es keinerlei Kämpfe gab, ist die Überlegung: vielleicht war der Betrieb, waren das Gemüll und die Varroen, die wir fanden, gar nicht vom Volk, sondern von den sich bedienenden Fremden, die sich holten, was das verstorbene oder ausgezogene Volk hinterlassen hatte?

Es gibt tote Bienen, die weggeräumt wurden (hinten drin), gar nicht wenige, aber auch keine Volksstärke

es gibt tote Bienen unten im „Lebensraum“, aber nicht sehr viele – weniger als hinten drin sogar, und

es gibt vereinzelt Tote auf den Waben.

Wo sind all die Bienen? Das war doch ein sehr starkes Volk gewesen? Vielleicht ist die Königin viel früher gestorben als gedacht, wir haben es nicht bemerkt, und so sind die einzelnen Bienen langsam den Alterstod gestorben und so ist das Volk langsam gestorben? Aber:

verwirrenderweise gibt es auch Arbeiterinnenbrut. Nicht viel, aber vereinzelt auf mehreren Waben kleine Felder, und nein, der Inhalt sieht nicht aus, als seien die Larven krank gewesen (und es gibt auch keine schmierigen, fädenziehenden Inhalte, die auf faulbrut schließen lassen könnten, zum Glück!) Verwirrenderweise schreibe ich, weil: wen da noch Brut war – warum haben sie sich keine neue Königin gezogen, solange es noch ging, sollte die Königin gestorben sein? Vielleicht hatte die Königin ja schon einige Tage vor ihrem Tod zu legen aufgehört – dann wären die Larven schon zu alt gewesen, um sie zur neuen Königin heranzuziehen. Aber selbst dann – wenn da noch ungeschlüpfte Brut ist, dann müssten Biens ja in den 3 Wochen zwischen Königinnentod und bevor die Brut schlüpfen kann, in der Gesamtheit gestorben oder ausgezogen sein – und das widerspricht wieder dem langsamen sterben am Alter aller Einzelnen

Wir haben nicht so recht verstanden, was wir da gesehen haben, trotz numehr mehrjährigeer Erfahrung und Seminar zu genau dem Thema: Diagnose beim gestorbenen Volk.

Vielleicht hat Jemand eine Idee, der/ die hier mitliest, es sind ja doch immer wieder ImkerInnen dabei…

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Jahr 4.

4 Kommentare zu “Am Sonntag

  1. Carlo sagt:

    Hallo Fjonka, Ja, auch ich lese mit und bin „Hobbyimker“ – eher Bienenhalter, denn es geht mir mehr um die Biene als um den Honig.
    Ganz schrecklich – Bienen zu verlieren – weltweit ist es in 2014 ein sehr großes Problem, es gibt hohe Verluste, auch hier in Deutschland werden wir noch etwas dazu hören. Direkt wird aber wieder Varroa angeführt, zack,
    Die Stelle die da was zu sagen kann, fachlich korrekt, ist sicher das Väterinäramt .. mit restlichen Bienen, die gefunen wurden und auch etwas Wabe – so kann es zu einem echten Ergebnis kommen.
    So viele Völker sind schon im Herbst verloren – das ist bitter, zeigt aber auch deutlich wie der Klimawandel und Bienenkrankheiten, es gibt mehr als Varroa, die Macht ergreifen.

    Ich kenne das und sage mir – jetzt erst Recht, ich kümmere mich weiter und übernehme Verantwortung, mische mich ein!

    Liebe Grüße aus Berlin

    http://www.mellifera.de/ http://beeberlin.jimdo.com/

    • Fjonka sagt:

      Danke für die aufmunternden Worte – ja, die Varroa… da wir tatsächlich fürchterlich viele davon hatten und ihrer überhaupt nicht Herr wurden (nach wie vor fallen bei den Restvölkern viel zu viele, wir bangen, ob überhaupt eines überleben wird), kann blue-book mE durchaus richtig liegen. Wir hatten überlegt, den Bienensachverständigen zu holen, aber da wir überhaupt keine Anzeichen auf Krankheiten (außer den sozusagen zur Varroa gehörenden) fanden, schien uns das unnötig. Sicher werden wir also nicht sein können.
      Deine Seite werde ich mir mal genauer anschauen 🙂
      mellifera ist hier altbekannt, wir sind selbst bei De Immen unterwegs, aber auch bei konventionellen Imkervereinen. Letztlich gab es einen hochspannenden Vortrag über Bücherskorpione, da bleiben wir dran …. Der Herr F. hat das zu einem interessanten Beitrag verarbeitet: https://fjonka.wordpress.com/2014/11/10/bucher-bienen-und-skorpione/

  2. blue-book sagt:

    Hallo Fjonka, würde schon auf Varroaschaden mit Auszug des Volkes tippen. Ihr hattet doch einen ziemlich starken Befall bei allen Völkern im Herbst? Ich habe das in 2014 auch zum ersten Mal gesehen, ein sehr starkes Volk, welches stark mit Varroa befallen war: zu einem Zeitpunkt im September waren auf einmal keine Bienen mehr in der Kiste. (Sie sind ausgezogen und haben sich auf die anderen Völker verteilt. Bei denen, obwohl sie vorher gut behandelt waren, jetzt auf einmal starker Varroafall auftrat.) Es blieben nur einige Tote auf dem Boden und auch noch ein Brutnestbereich mit gedeckelter Brut. Habt ihr euch die Toten angeschaut. Hatten diese Viruserkrankungen: Flügeldeformationsvirus? Flügel sehen wie abgeknabbert aus. Oder hatten sie einen verkürzten Hinterleib (zugegebener Maßen wohl nur bei „frischen“ toten Bienen gut zu erkennen.) Dies sind Krankheiten, die bei einem stark mit Varroa befallenen Volk sichtbar werden und für einen Auszug sprechen. Dann kommt es auch zur Reinvasion bei den anderen Völkern und dort fallen Milben, obwohl man doch schon behandelt hatte …

    Man sieht normalerweise auch, ob die Bienen des Volkes oder fremde Bienen / Wespen das Futter ausgeräumt haben. Wenn es die eigenen waren, ist sauber entdeckelt. Wenn es Fremde waren ist in Hektik ausgeräumt worden – „unsaubere“ / aufgerissene Deckel. Allerdings wundert es mich, dass dann nicht alles ausgeräumt wurde?!

    Was ist bei dir in der TBH „hinten drin“ (hinterm Schied?) und „unten im Lebensraum“ (Nestbereich?). Imkere selbst nicht mit TBH, aber wir haben eine am Lehrbienenstand. Weiß also wie es innen drin aussieht.

    Kopf hoch! – Es macht keinen Spaß ein Volk zu beerdigen. Ich fühle mich euch mit.

    Grüße in den Norden – hier (in Würzburg) fallen grade Schneeflocken. Sie bleiben aber nicht liegen. Die Erde ist zu warm.

    • Fjonka sagt:

      Danke erstmal für die ausführliche Antwort!
      Ohja, wir hatten arg viele Varroebn – allerdings in allen Völkern.
      Mit „hinten“ meine ich tatsächlich „hinterm Trennschied“. In den TBH scheinen Biens das als „draußen“ zu empfinden, entsorgen oft ihre Toten dort. Mit dem Lebensraum meinte ich den Nestbereich, unten drunter also unter den Waben auf dem Gitterboden.
      Wir haben Kofferraumbienen gesehen und auch deformierte Flügel (auch schon, als das Volk noch lebte, übrigens) Zerfetzte Wabenzellendeckelchen gab es nicht, danach hatten wir auch geschaut.
      Vielleicht ist es wirklich so, daß die Restbienen gemerkt haben: das wird nix mit uns hier“ und sich woanders eingebettelt haben. Und Honig „nachgeholt“. Vielleicht ist es darüber wettermäßig zun spät geworden, so daß sie nicht alles holen konnten!? Oder in den holenden Völkern war einfach alles voll!?
      Ein wenig habe ich gelernt: ich bin nicht mehr so am Boden zerstört wie beim ersten Völkerverlust. Aber es würde ein besseres Gefühl sein, wenn es aus dem Verlust etwas zu lernen gäbe, und das Gefühl habe ich nicht. Wir hatten ja gewusst, wie die Varroalage ist und alles getan, was ging.
      Tschä… ich hoffe, Euren Bienen gehts besser aks unseren!
      Hier liegt ein wenig Schnee, und jedes Zweiglein ist bereift: es nebelt und friert… vielleicht sind die Damen Königinnen schlau und legen nochmal eine varroenreduzierende Brutpause ein *hoff*

Platz für Klönschnack ...

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