Kleinvieh

KleinviehHeute zum Thema Zähneputzen Vor einiger Zeit schon bin ich umgestiegen. Es mag jetzt knapp ein Vierteljahr her sein. Ich habe einfach keine neue Tube Zahnpasta mehr gekauft, als die alte leer war, und putzte seither zunächst die Zähne einfach nur mit Natron. Rein in den Streuer, das Pulver, drauf auf die Bürste und zack. Anfangs hatte ich ein wenig Probleme damit, daß ich noch nach mehreren Stunden, trotz trinkens und essens, den Geschmack zu merken meinte. Das hat sich gegeben, als ich begann, mir gründlicher als sonst nach dem putzen den Mund auszuspülen. Natron allein – das ist sicherlich nicht Jedermanns Geschmack. Für mich ists okay, aber als ich mitbekam, daß ravensfruityjoy seit langem mit selbstgemachtem Pulver putzt, fragte ich nach und las, daß sie Meersalz, Kurkuma und ein wenig Pfeffer, alles fein gemahlen, dazugibt. Jetzt schmeckt das zähneputzen indisch, meinte sie. Und daß das Kurkuma wohl die Bürste, nicht aber die Zähne gelb macht und gut fürs Zahnfleisch sei. Das gefiel mir! Aber Meersalz gibt es nur in sehr großen Portionen, und so habe ich ein wenig Kurkuma und Pfeffer in eine kleine Portion meines Natron gemixt. Testweise. Und letztlich, als ich in Kiel war, bin ich zum „Unverpackt“-Laden gegangen und habe auch noch ein kleines Portiönchen Meersalz erstanden und dazugetan. Daß es indisch schmeckt, finde ich nicht. Aber ich mag den Pfeffer, und der Mix schmeckt mir besser als Natron allein. Werde dabei bleiben. Einziger bisher festgestellter Nachteil: das reisen. Mein Streuer hat keinen Deckel….. auf Reisen muß ich also den Herrn F. um seine Zahnpasta bitten *g* Im Netz gibt es übrigens auch viele Rezepte für Zahnpasta, aber nuja – keine Lust auf die viele Zubereiterei, und mit Pulver gehts genausogut. Wers lieber süß mag: Stevia. Und wer das frische Mundgefühl nicht missen will: Minze. Ich mochte dieses minzige nie so, aber es gab ja keine Alternative 😉 Da bin ich jetzt also sogar besser dran als zuvor. Und wieso überhaupt umstellen? Einserseits, klar, die nun eingesparte Plastikverpackung. Dann aber auch Mikroplastik, das inzwischen in sehr vielen Zahnpasten eingesetzt wird (ja, IN Zahnpasten. Man hat es also im Mund, man hat es im Magen und im Darm, und es ist noch gar nicht klar, ob das wirklich so unheimlich prima und unbedenklich ist, wie die Industrie und Glauben machen möchte) …. und es gibt noch mehr Argumente, warum auch Leute, die keine Lust auf selbermachen haben, zumindest mal über eine Bio-Zahpasta nachdenken sollten (*wink* zum Herrn F.):

Wer seine Zahncreme nicht selber machen will, sollte auf Produkte aus dem Bio-Laden zurückgreifen. Denn in herkömmlichen Zahnpasten sind bis zu 100 verschiedene Chemikalien enthalten, die von Kläranlagen nur zum Teil herausgefiltert werden können und so in die Umwelt gelangen. Zur Schaumbildung eingesetzte Tenside schädigen im Wasser bereits in geringen Konzentrationen Pflanzen und Tiere. Trifft Triclosan, das zur Haltbarkeit eingesetzt wird, in der Umwelt auf basische Flüssigkeiten, UV-Licht oder Wärme, entstehen krebserregende Dioxine und Furane. Diese Dauergifte werden durch Destillation weltweit verbreitet und reichern sich besonders dort an, wo sie aufgrund von Kälte, geringer Sonneneinstrahlung und mikrobieller Aktivität am schlechtesten abgebaut werden können. So gehören die Grönländer inzwischen zu den am höchsten mit langlebigen Umweltgiften belasteten Bevölkerungsgruppen der Welt.

Zitat aus bund.net

Drei Ergänzungen:

Erstens zum Thema Mikroplastik: in den Kommentaren wird erwähnt, daß das wohl in Zahnpasten nicht mehr gefunden wurde, aber in anderen Kosmetika- und da gibts dann auch einen Link zu einer Produktliste.

Zweitens: Eine (mir) neue Alternative gibts beim grünen Einhorn: Kokosöl. Diese Zahncreme ist auch schon bei Einab im Juni verlinkt – mein Pulver ergänze ich jetzt

Und drittens habe ich auf ein kleines Pillendöschen umgestellt, in dem das Pulver jetzt ist. Einfach die feuchte Zahnbürste einmal reindrücken – prima. Und auch das mit dem reisen klappt jetzt unfallfrei 😉

Vierte Ergänzung im Juli: inzwischen hat der Herr F. sich eine Bio-Zahnpasta zugelegt 🙂

Advertisements
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Kleinvieh.

32 Kommentare zu “Kleinvieh

  1. a sagt:

    Ich habe schon vor einiger Zeit versucht auf Bio-Zahncreme umzustellen. Leider fingen meine Zähne nach ein paar Wochen an fürchterlich empfindlich zu werden. Ob meine leider aus der Vergangenheit schon ziemlich geschädigten Zähne zum Erhalt einen gewissen Fluoranteil beim Putzen benötigen? Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall benutze ich seit dem halb und halb – einmal Bio, einmal konventionell. Seit der Umstellung auf vitalstoffreiche Vollwertkost, bekommen wir ja zumindest sonst kein Fluor mehr von anderer Seite. Und danke für den Beitrag von Realkiku – nachdem ich gerade erstmal sehr beunruhigt war, (obwohl ich es früher schon mal gehört hatte, aber wohl verdrängt aufgrund der Fülle von ständig Neuentdecktem).

  2. linguistkris sagt:

    Vertragen sich eure Plastikpasta-Alternativen mit elektrischen Zahnbürsten? Die haben ja recht wenig Oberfläche, und sind dafür ziemlich schnell unterwegs.
    (Auf den extra Stromkonsum würde ich nämlich trotz allem sehr ungerne verzichten — dazu fühlt es sich damit nämlich in der Tat zu sauber an. ;))

    • Fjonka sagt:

      Ich hab damit keinerlei Probleme (habe auch eine, aber wir benutzen sie im Wechsel mit der ohne Strom)
      Man braucht ja auch nicht viel Pulver! (ich jedenfalls nicht, Ich habe aber auch nie viel Pasta benutzt, fürchterlich, wenn der ganze Mund schäumt *g*)

    • @Linguistkris: Ich komm gut klar mit der elektrischen. Männe hat’s jetzt leichter, er kann den kleinen Farbring an seinem Aufsatz oft nicht so gut erkennen mit seinen von Geburt an schwachen Augen. Nu is meine Zahnbürste gelb und seine weiß, das sieht sogar er 😉

  3. realkiku sagt:

    Ich hab grad mal gegoogelt, ob meine Zahnpasta auch dabei ist mit Mikroplastik und habe hier einen Einkaufsratgeber des BUND gefunden, in der steht auf Seite 4:
    „Zahnpasten
    Viele Zahnpasta-Hersteller haben den Einsatz von Mikroplastik in ihren Produkten mittlerweile beendet. Aktuell ist dem BUND kein Produkt mehr bekannt, das noch Mikroplastik enthält. Sollten Sie über Zahnpasta im Laden stolpern, die noch immer Mikroplastik enthält, bitten wir Sie, dies dem BUND auf http://www.bund.net/mikroplastik (am besten mit Foto) zu melden.“
    Stand: 19.1.2015
    http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/pdfs/meere/131119_bund_meeresschutz_mikroplastik_produktliste.pdf

    • Fjonka sagt:

      DAS ist ja mal eine gute Nachricht! 🙂

    • linguistkris sagt:

      Weil ich meine Nase immer so tief in Büchern stecken habe, komme ich so selten zu Zeitschriften. Gerade habe ich aber der alten Schrot & Korn Gleiches entnommen: Gegenwärtig befänden sich wohl keine Mikroplastik-Zahnpasten mehr im deutschen Handel.

      Nicht, dass ich hier keine Familienpackung Natron stehen hätte (brauche ich für gefühlte 100 Sachen, u.a. zum Deo-Machen), aber irgendwie habe ich es immer noch nicht geschafft, mir was davon auf die Zahnbürste zu kippen. Vielleicht muss ich erst mit Haut und Haaren fertigexperimentiert haben, bis ich mir das vorknöpfe.

      • Fjonka sagt:

        *gg* – und dabei ist das doch so einfach!!! Aber man kann ja uch nicht alles immer sofort – ich brauche auch immer ne Masse Zeit, bis ich wieder was neues beginne. „Neu“ ist ja immer auch Änderung und Änderung ist erstmal immer gegen die Routine, und Routine ist etwas, das ich sehr schätze 😉 Vielleicht gehts Dir ja genauso!?

        • linguistkris sagt:

          Jaja. Comfort zone und so… 😀

        • linguistkris sagt:

          So, jetzt habe ich es wirklich probiert. Einfach ein ca. maiskorngroßes Klümpchen aus der Natronpackung geangelt, die noch vom Putzen im Bad stand und auf die nasse Zahnbürste gepackt. Der Geschmack war wirklich nicht erfreulich, aber furchtbar ekelig war es nun auch nicht. Das „Zahngefühl“ danach ist definitiv angenehm, glatt und sauber.

          Meine normale Zahnpasta geht langsam zur Neige. Ich glaube nicht, dass ich nochmal welche nachkaufe… Wenn, dann würde ich vielleicht wirklich mit Denttabs und Konsorten experimentieren wollen (von wegen praktisch zum Mitnehmen und so).

          • Fjonka sagt:

            Prima!
            Aber versuchs man mit etwas Kurkuma und vor alem Pfefer dabei, dann willste nie wieder Denttabs oder was auch immer – und ein kleines Pillendöschen zum mitnehmen bekommt man immer irgendwo 🙂

  4. Drachenkater sagt:

    Das klingt interessant, werde es wohl auch mal ausprobieren.
    Zum Thema Streuer: Ist das ein einfach simpler Standard-Salzstreuer oder was ist das für einer?

    • Fjonka sagt:

      Ja. Aber heute hab ich mir, weil ich den Streuer nicht so optimal fand, von der Arbeit ein kleines Pastillen-Döschen mitgebracht. Hatte nämlich in der Mittagspause Ravensfruittyjoys Kommentar gelesen und fand das ausprobierenswert. Damit könnte ichs dann auch mit auf Reisen nehmen….

  5. widerstandistzweckmaessig, so hat’s bei mir angefangen, Solezahncreme (die war aber komischerweise bräunlich und hat definitiv gefärbt :O )
    und ein Zahngel auf Kräuterbasis, Rosmarin und Salbei, war auch nicht so meins. Nicht zuletzt war es auch eine Kostenfrage, die Bioladenprodukte waren elend teuer.

    Aber wenn Dir Dein Produkt taugt und Du zufrieden bist ist es ja gut 🙂

    (Hätt sich früher wohl eh niemand träumen lassen, daß man sich um Alltäglichkeiten wie Zahncreme und Deo einen Kopp macht. Aber nach all den Meldungen über schleichende Fluorvergiftung und schleichende Aluvergiftung einfach durch Anreicherung hat sich bei mir regelrecht eine innere Abneigung gegen die Industrieprodukte aufgebaut).

  6. dschinny sagt:

    Hier die Varianten für unterwegs:

    http://www.lush-shop.de/zahnpflege.734.0.html oder http://www.denttabs.de/

    Allerding gibt es die denttabs in einer Plastikverpackung. Für unterwegs fülle ich sie mir auch in ein kleines Blechdöschen um. Aber vielleicht probiere ich auch mal die Lush Variante.

  7. Das überrascht (und freut mich) jetzt aber, daß Du diesen vorschlag aufgegriffen hast und vor allem zufrieden damit bist. Das Dein Pulver noch nicht indisch schmeckt mag dran liegen, daß ich mich mit der Zeit immer mehr getraut hab, die Curcumamenge zu erhöhen und auch bissl mehr Pfeffer nehme. Ich traute am Anfang dem Braten nicht und glaubte nicht, daß sich die Zähne nicht verfärben.

    Die Putzkörper aus Mikroplastik landen ja nicht „nur“ im Körper, sondern Auch im Abfluß und somit irgendwann im Meer und in den Fischen… ich fühl mich jedenfalls wohl mit meinem Pulver, weil ich endlich keine unaussprechlichen Zutaten mehr drinhab, von denen ich null Ahnung hab, was sie bewirken. Putze mir auch seitdem viel lieber und entspannter die Zähne.

    Und ja, ich mag überhaupt kein Pfefferminz, *shudder*. Männe mag es süß und ist nicht zu überreden, das scharfe Zeug zu benutzen. Er nimmt auch sonst Zahnpasta mit irgendwie Obstgeschmack oder so, grrr. Ich hab noch einen Rest Birkenzucker, den werd ich demnächst mal bei einem Pulver für ihn ausprobieren.

    Für die Aufbewahrung habe ich ein ein kleines Blechdöschen gefunden, da waren mal „Pastillen“, so winzigw Bonbons drin. Es hat einen Schraubdeckel, den ich im Normalgebrauch nur auflege, nur auf Reisen wird geschraubt und evtl. mit einem Streifchen Klebeband fixiert. Und nein, es kommt kein Wasser von der Zahnbürste ins Pulver, die große oberfläche der Pulverkörnchen ziehen alles an.

    Ach so, ein bißchen weißes Kaolin (so ne Art vulkanische Heilerde) ist bei mir noch drin.

  8. tikerscherk sagt:

    Das wusste ich alles gar nicht.
    Da werde ich wohl auch umsteigen, sobald mein Vorrat an Plastikzahnpasta verbraucht ist.
    Danke für diesen sehr hilfreichen Artikel!

    • Fjonka sagt:

      Also, das freut mich jetzt sehr!
      🙂
      Aber das Plastik ist wohl nur noch außen, da war ich nicht auf aktuellem Stand (siehe Kommentar realkiku) Was bleibt, sind all die anderen fiesen Chemikalien…

  9. Ich konnte mich bis jetzt nicht auf selbst gemacht durchringen, verwende aber eine Zahnpaste auf Kreidebasis in einer Metalltube. Ohne weitere Zusätze und vor allem ohne Menthol (dafür mit Calendula und Fenchelöl) Sie ist sehr ergiebig. Das ist mein Kompromiss.

    lg
    Maria

Platz für Klönschnack ...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s