Lehrmeister Mondvolk

Samstag

Unsere neuen Bienen haben eine weitere Lehrstunde für uns anberaumt, nachdem sie uns ja erst vor wenigen Tagen gezeigt haben, wie man einen Flugling macht:
Schon am Tag der Fluglings-Aktion morgens waren mir einige wenige Kotspuren an der Beute aufgefallen, und heute, am Samstag dann, waren es deutlich mehr.
Hmmmm…. was ist da denn wohl jetzt wieder los?
Hab ich also den Computer angeworfen und im Netz ein wenig gesucht – einen Verdacht hatte ich ja – und – taraaaaa –

Die Maikrankheit!

Und die geht so:

  • Biens haben ordentlich Brut, und gleichzeitig
  • können sie nicht allzu viel raus aus der Beute, weil es stark schwankende Temperaturen gibt. Insgesamt
  • ist es dabei recht trocken. Dies geschieht meist im Mai. Dann bekommen die Bienen Verstopfung, weil besonders die Stockbienen zu wenig Wasser von den Flugbienen zugetragen bekommen. Sie fressen ja große Mengen Pollen, um ihn in ihrem Körper zu Futtersaft für die Maden zu verarbeiten, und das klappt dann nicht. Die Folge ist, daß
  • am Stock, aber auch auf Pflanzen ringsum braune Kotspuren zu finden sind und – wenn es schlimm wird
  • draußen am Stock sich Gruppen kranker Bienen mit geschwollenem Hinterleib sterbend zusammenballen. Das haben wir Gottseidank nicht, es gab „nur“ vor der Fluglingsaktion ein Grüppchen von vielleicht 10 Bienen auf einem der Balken des Beuten-Unterbaus. Ob das damit zu tun hat, ist unklar.

Das ganze gibt sich, sobald die Temperaturen ansteigen, so daß wieder genug Wasser eingetragen werden kann, aber darauf sollte man nicht warten, denn da die Ammenbienen, die erkrankt sind, keinen Futtersaft bereitstellen können, kann Brut verhungern!

Kotspur an der Beute. Zu dunkel und zu hart, armes Bienchen!

Kotspur an der Beute. Zu dunkel und zu hart, armes Bienchen!

Nun musste ich heute arbeiten und sah die Bescherung erst, als die Flugzeit schon rum und es zum öffnen der Beuten zu kalt war. Also habe ich als Sofortmaßnahme Zucker in lauwarmem Wasser gelöst und in die Beuten eine Untertasse mit Blättern und dem Zuckerwasser gleich hinters Flugloch hineingeschoben. So können Biens sich selbst Wasser holen. Ich hoffe, sie nehmen es an – wenn nicht, werde ich die 2. Maßnahme morgen ergreifen: eine Sprühflasche mit Zuckerwasser füllen, die Beute öffnen, Waben ziehen, Bienen mit Zuckerwasser besprühen. Dann sollte es weggehen.

Sonntagmorgen.

Heute ist es milder mit weniger Wolken als gestern, aber windig. Man merkt das mildere schon daran, daß um 9 morgens, als ich zum ersten Mal aus dem Fenster schaue, schon fliegende Bienen zu sehen sind. Gut für Biens, können sie besser Wasser holen- und so sehe ich auch am Teich und in den Staudenbeeten auf glatten Blättern Bienen, die Wasser sammeln. Ich stochere im Flugloch, um mir die Untertassen zu betrachten – und tatsächlich: im Sonnenvolk sitzen schlürfende Bienen. Im Mondvolk nicht, aber mir scheint, der Wasserstand ist gesunken. Gut so. Bisher sehe ich auch nur zwei neue Kotspuren. Aber es ist ja auch noch früh am Tag. Abwarten.

Sonntagnachmittag

Prima. Mein Zuckerwasser wurde angenommen, beide Untertassen sind leer; außerdem helfen sicher die milderen Temperaturen- wie auch immer: trotz starken Bienenfluges sind keine neuen Kotspuren dazugekommen. Alles gut 🙂

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3 Kommentare zu “Lehrmeister Mondvolk

  1. Bibo59 sagt:

    Na gut, dass man nicht bei jedem Geschiss mit dem Bienenstock zum Tierarzt muss.

    • Fjonka sagt:

      *lol*
      nein, das war mal eine Problematik, wie man sie sich wünscht: gleich zu Anfang bemerkt, einfache Abhilfe, die dann auch noch wirkt – herrlich! 😉

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