Spatzenhirn!

Mit einem Vorurteil gehört gründlich aufgeräumt!! Wer mich demnächst „Spatzenhirn“ schimpft, dem werde ich freundlich für das Kompliment danken. Denn heute stellte sich eindeutig heraus, daß so ein Spatz in der Lage ist, sich noch nach über einem Dreivierteljahr daran zu erinnern, daß eine Futterquelle existiert und ergiebig ist:

Die Brutwabe

Im letzten Jahr hat es fünf Tage gedauert, bis der allererste Spatz gemerkt hat: aha, da ist was für mich (die Meisen waren ab dem 3. Tag zu mehreren dort, vorher schon eine) Und erst nach acht Tagen waren alle Spatzen mit dabei: Fotos (von Meisen): *klick*

Jetzt hatten wir abends eine Wabe herausgehängt- und morgens war die ganze Spatzenhorde bereits dabei, auch Meisen bedienten sich schon eifrig an den leckeren Bienenmaden und -larven.

Leider etwas unscharf, weil die ollen Spatzen genau wissen...

Leider etwas unscharf, weil die ollen Spatzen genau wissen…

...wann das Fenster offen ist. Und dann nicht rangehen. Aber beweiskräftig ;-)

…wann das Fenster offen ist. Und dann nicht rangehen. Aber beweiskräftig 😉

Ganz was besonderes: Frau Amsel begnügt sich nicht mit den Bröckchen, die vom Büffet fallen... im Kopfstand hat sie tatsächlich Erfolg gehabt!

Ganz was besonderes: Frau Amsel begnügt sich nicht mit den Bröckchen, die vom Büffet fallen… im Kopfstand hat sie tatsächlich Erfolg gehabt!

Tags drauf, es hängt schon die 2. Wabe, hat der Herr F. noch was festgehalten: ein Buntspecht-Mädel! :-)

Tags drauf, es hängt schon die 2. Wabe, hat der Herr F. noch was festgehalten: ein Buntspecht-Mädel! 🙂

Von wegen „Spatzenhirn“!

Eine wichtige Anmerkung noch, falls dies Jemand nachmachen möchte: jetzt, während der Raps- und Obstblüte, ist das völlig unproblematisch. Die Bienen interessieren sich überhaupt nicht für die Waben, wir haben das in beiden Jahren streng im Auge behalten. Nicht eine einzige Biene war in der ganzen Zeit an der Wabe zu sehen. Später im Jahr sollte man das nicht mehr tun: wenn wenig Blüten honigen, werden sich Bienen für die Waben interessieren – und das kann zwei böse Folgen haben:

  1. man könnte sich räubernde Bienen geradezu heranziehen, die dann auch die eigenen Bienen ausplündern könnten
  2. niemals sollte man Honig/ Nektar bienenzugänglich aufbewahren/ hinstellen! Es könnten Krankheiten an naschende Bienen und damit an deren Völker übertragen werden, unter anderem auch die gefährliche Bienenseuche „Amerikanische Faulbrut“! Deshalb auch niemals geleerte Honiggläser auf den Balkon/ die Terrasse stellen, damit Bienen sich an den Resten bedienen können! Das ist gut gemeint, aber gerade in nicht-deutschem Honig ist die Gefahr, daß sich Faulbrutsporen darin befinden, sehr groß (weil andere Länder mit dem Problem anders umgehen), aber auch der Honig vom Nachbarsimker KÖNNTE als Infektionsherd dienen! Lieber das Honigglas mit heißem Wasser füllen, und später leckeres Honigwasser trinken. 🙂
Bild vom D.I.B.

Bild vom D.I.B.

Wenn ich jetzt schonmal dabei bin, kann ich gleich auch noch folgendes erzählen: Honig ist eines der Lebensmittel, bei denen es absolut sinnvoll ist, auf einheimische Produkte zu setzen: in Deutschland ist es zB verboten, den Bienen Antibiotika zur Vorsorge und Behandlung der Faulbrut zu verabreichen, und auch andere Medikamente, die in anderen Ländern üblich sind und Rückstände sowie Resistenzen verursachen sind hierzulande entweder verboten oder in der Imkerschaft weitgehend verpönt. Auch wird Honig in Deutschland nicht oder nicht höher als 40°C erhitzt, gut für empfindliche Bestandteile! Wer darüber genaueres  wissen möchte, klicke hier.

Außerdem möchte ich stark dafür plädieren, entweder die (zugegebenermaßen langweilig aussehenden) D.I.B.- Gläser zu kaufen oder aber deutschen Bio-Honig, möglichst mit Angabe des Imkers drauf (es gibt oft aus verschiedenen Honigen „zusammengepanschten“ Honig zu kaufen, auch bei Bio-Honigen – achtet mal drauf!) Damit hat man nicht nur eine vernünftige Qualität, sondern unterstützt auch Imker, die sich hier bei uns um Bienen kümmern – und damit auch um Eure Umwelt, Eure Gesundheit, Euer Essen. Und Müll vermeidet man gleich auch noch, denn zumindest jeder D.I.B.-Imker nimmt gern die Gläser zurück. Schließlich kosten die ihn Geld…. 😉

Als Sonderbeitrag werde ich diesen bei Einab verlinken – schließlich ist es deutlich nachhaltiger und müllvermeidend, die zuvor per einfrieren hoffentlich einigermaßen schonend getöteten Bienenmaden vom zur Varroabekämpfung unbedingt nötigen schröpfen an Vögel zu verfüttern, als sie in den Müll zu schmeißen, wie das viele Imker zumindest mit den Drohnenwaben tun; die leeren Waben schmelzen wir ein, das werden Kerzen.

Advertisements
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Fauna.

3 Kommentare zu “Spatzenhirn!

  1. kaschma sagt:

    Irgendwo gelesen: Honig aus der Region in der man lebt, kann mit Glück helfen, allergische Reaktionen auf Baumpollen zu reduzieren.

  2. Zora sagt:

    Oh ja, großer Applaus für heimischen Honig! Ich habe selbst jahrelang fair gehandelten Honig von Gott-weiß-wo gekauft und bin mittlerweile aber sehr reumütig zum Imkerhonig von nebenan gewechselt. Aber vielleicht werde ich ja dieses Jahr sogar an ein Gläschen eigenen Honig kommen, wer weiß…
    LG Zora

Platz für Klönschnack ...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s