Imkerlatein: in der Beute

  • Die Beute ist ganz allgemein die Bienenbehausung, ganz egal, wie sie aussieht. Wir haben
  • TopBarHives (TBH), das sind die „Kindersärge“
  • und Dadant-Beuten, benannt nach ihrem Erfinder. Die Dadant-Beute gehört in die Kategorie der
  • Magazinbeuten. Das sind die, bei denen man Türme stapelt, bestehend aus einzelnen
  • Zargen. Jede der Kisten, die da übereinandergestapelt werden, ist eine Zarge. Es gibt
  • Bruträume, das sind die Zargen, in denen die Bienen ihr Brutnest bauen, und
  • Honigräume, das sind die Zargen, in denen von Biens Honig gelagert wird; damit der Imker es leichter hat, wird bei den meisten Imkereien zwischen diese zwei Sorten Zargen ein
  • Bild: AxelHH, Wikipedia

    Bild: AxelHH, Wikipedia

    Trenngitter gelegt. Das hat genau so breite Zwischenräume zwischen den Gitterstangen, daß zwar die kleineren, Waben bauenden und honigsammelnden Arbeiterinnen durchkrabbeln können, nicht aber die größere Königin, die deshalb dazu gezwungen ist, nur im Brutraum zu stiften (wer diesen Ausdruck noch nicht kennt – dazu gibts schon ein Extra-Imkerlatein). Bei unseren Dadant-Beuten ist nur ein einziger, dafür größerer Brutraum, auf den die kleineren Honigräume gestapelt werden. In die Zargen werden meist

  • Rähmchen eingehängt. Das nützt auch dem Imker, weil dadurch die Bienen die Waben nur wenig am Zargenrand festkleben und schön gerade bauen, wenn man – wie die meisten Imker- eine
  • Bild: AxelHH, Wikipedia

    Bild: AxelHH, Wikipedia

    Mittelwand einlötet. Mittelwände sind aus Wachs gepreßte Waben-Anfänge (die Wabengröße für Arbeiterinnenbrut ist schon eingeprägt, die Bienen müssen nur noch „ausbauen„, also die nötige Tiefe daranbauen) Manche, wie wir, lassen aber die Bienen auch im

  • Naturbau bauen, das heißt, daß die Bienen die ganze Wabe selbst bauen. In den Dadant-Beuten haben wir dafür Rähmchen, in deren Falz oben wir nur einen
  • Anfangsstreifen einkleben (mit Wachs), einen etwa 3 cm langen Streifen eines Mittelwändchens. Damit die Bienen den als Orientierung nehmen und daran schön gerade herunterbauen, was auch fast immer klappt. Noch freier sind sie in der TBH, da haben sie nur
  • Naturbau an einem OT

    Naturbau an einem OT

    Top Bars, auf deutsch Oberträger (OT), heißt: Leisten, an die Dreiecksleisten angebracht sind. Diese Dreiecksleisten bestreichen wir mir Wachs- auch das mit dem Ziel, den Bienen einen hübsch geraden Anfang zu geben, an dem sie hüsch gerade Waben bauen. Das allerdings klappt manchmal nicht so dolle, dann errichten sie

  • Krumm- oder Schrägbau. Den Bienen ist das egal, aber unsereins kann dann die Waben nicht mehr gut (oder garnicht) herausziehen, deshalb ist das äußerst unbeliebt bei Imkern 😉
    Wichtig ist dann noch das
  • Trennschied, sozusagen eine mobile Wand, die man je nach dem Platz, die das Volk im wachsen und gen Winter im verkleinern braucht, versetzen kann.
    Unter dem Zargenstapel ist ein
  • Gitterboden (luftig),unter den man zum zählen der Varroen eine
  • Das ist die ganze Schublade.

    Das ist die ganze Schublade.

    Varroaschublade (seltsamerweise auch Windel genannt) einschieben kann.

  • Achja, und dann gibt es noch den Fluglochkeil. Bei der Magazinbeute ist das ein Holzstück, das genau in das große, breite Flugloch paßt. Wenn das Volk noch klein ist, kann man dieses Holzstück so drehen, daß nur vielleicht 40-50 Bienen gleichzeitig rein oder raus können. Im Winter wird sogar nochmal gedreht (oder bei Räuberei), die Öffnung ist dann so winzig, daß immer nur 1- vielleicht 2 Bienen zur Zeit durchkommen – und keine Spitzmäuse. Im Sommer ist der Fluglochkeil bei großen Völkern meist im Haus zu finden 😉 Bei den TBH können wir Korken in die Fluglöcher stecken und so vergrößern oder verkleinern. Für den Notfall haben wir sogar korkengroße Holzstücke halbiert und bei einem sogar nur einen kleines Dreieck rausgeschnitten. Das ist dann die Größe der kleinsten Keil-Stellung.
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6 Kommentare zu “Imkerlatein: in der Beute

  1. Gerburgis sagt:

    Hallo Fjonka,
    habe gerade Deine tolle Zusammenfassung über Beuten mit einem Post verlilnkt, den ich in den nächsten Tagen veröffentlichen möchte. Dabei fiel mir auf, dass Dein Blog derzeit keinen Namen trägt (oder finde ich den nicht?). Das war doch mal anders? „Neues aus der Villa Fjonka“? Klär mich bitte auf!
    Liebe Grüße aus 36°C-Haltern am verdampfenden See
    Gerburgis

    • Fjonka sagt:

      Eigentlich heißt er „Schreiben und lesen lassen“ (abgeleitet von „Leben und leben lassen“)- der Untertitel war „Haus- und Hofberichterstattung aus der Villa Fjonka“. Naja, sooo toll fand ich den Titel eh nie, und bei diesem Blogdesign, das ich jetzt habe, kann man die Schrift nicht dunkel machen. Wnn ich den Titel in den Header setze, kann man sie also eh nicht lesen, deshalb hab ich sie weggelöscht…
      Na, da freue ich mich ja, daß Dir das so gut gefallen hat, daß Du es verlinken möchtest – ich bin gespannt auf Deinen Post!
      (Und hier ziehts sich grad zu, donnern hört mans auch, und es kühlt merklich ab….)

  2. Rabin sagt:

    Danke für die ausführliche Erklärungen, wieder was dazu gelernt. Gerade Bienenhaltung ist für mich sehr interessant.

  3. Bibo59 sagt:

    Ich habe gestern eine tote Spitzmaus im Garten gefunden. Wusste gar nicht, dass die in Bienenwohnungen einbrechen.

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