Kleinvieh

KleinviehHeute zum Thema den Schweinehund in Ruhe lassen

Es gibt einige Dinge, die ich – nur ungern Hausfrau seit jeher – nicht mag. Dazu gehört ganz entschieden auch „nähen“. Ich besitze eine Nähmaschine, aber alles in mir sträubt sich, sie zu nutzen. Dementsprechend siehts dann auch aus, wenn ich doch mal versuche, einen Flicken aufzusetzen oder ähnliches. Nun ist es so, daß die meisten Kleidungsblessuren bei mir echte Verschleißerscheinungen sind. Und wenn das T-shirt dann am Kragen ausfranst, ist es im Nacken eh schon hauchdünn. Zum Beispiel. Dann lohnt reparieren eh nicht mehr, das Shirt wird zum Draußen- oder Schlaf-T-shirt und kommt dann irgendwann weg. Soweit alles kein Problem. Was aber, wenn es dann doch mal doof wird? Soll ich meine Strickjacke wegwerfen, weil die Stoffbänder um die Ärmelbündchen sich auflösen? Und soll meine Lederhose in den Müll, wenn die Naht zwischen den Beinen aufgeht oder der Reißverschluß die Biege macht?

Solche Fälle lagen bisher bei mir lange rum, weil ich meinte, ich muß, muß, muß die jetzt aber reparieren! Aber ich habs nicht getan. Monatelang konnte das so gehen. Bis sich irgendwann vielleicht mal eine Freundin erbarmt hat (was ich aber ungern annehme, weil ich mich nicht wirklich revanchieren kann) oder ich dann doch beschlossen habe, wegzuwerfen. Jetzt aber habe ich eine für mich gute Möglichkeit gefunden, die Sachen weiternutzen zu können: ich geb sie nämlich ganz einfach zur Schneiderin im Nachbardorf! Das kostet gar nicht soooo viel Geld, und ich bekomme die Sachen qualitativ prima repariert zurück. Meine oben erwähnte Strickjacke zum Beispiel hat neue Bündcheneinfassungen aus farblich passendem, weichem Leder bekommen – das wird länger halten als die Stoffbänder vorher. Und die Lederhose ist wieder ebenso gut wie vorher.

Eine gute Lösung für mich, und so schön einfach! Die grösste Schwierigkeit ist, Jemand zu finden, der/ die’s gut macht. Die meine ist Meisterin, und so sieht auch aus, was ich zurückbekomme. Der innere Schweinehund wird nicht überwunden, aber das wurde er vorher auch nicht – und ich spare Müll und Nerven, ganz im Sinne von einem nachhaltigen Umgang mit mir selbst und der Welt um mich herum.

Verlinkt bei „Fix it“, einer Linkparty zum Thema „reparieren“ (auch wenns nicht selbstrepariert ist!)

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Kleinvieh.

11 Kommentare zu “Kleinvieh

  1. Maenade sagt:

    Genau den Entschluss habe ich für mich auch vor ein paar Wochen gefasst. Und jetzt haben der Mann und ich zusammen acht „neue“ Jeans für je fünf Euro. Sehr gutes Gefühl. Und da das bei mir und den Jeans nur sehr lokaler Verschleiß ist, halten die dann fast nochmal so lang. Klar, ich könnte das auch selber flicken. Aber ich habe es die letzten drei Jahre nicht gemacht, stattdessen neue Hosen gekauft. Und ich hasse es, neue Jeans kaufen zu müssen!

    Ich habe übrigens sogar schon Strumpfhosen zur Laufmaschenreparatur gebracht (ja, bei teuren Strumpfhosen lohnt sich das! Kostet außerdem fast nix.). Stricksachen stopfen kann ich aber glücklicherweise selber. 😉

  2. Hallo Fjonka!

    Ich schließe mich dem Kommentar von Marlene an – Reparieren ist nachhaltig, keine Frage, aber man muss es nicht selber machen, wenn man das nicht kann. Eine super Lösung!

    lg
    Maria

  3. a sagt:

    Da muß ich doch mal dran denken, wenn ich das nächste Mal bei Euch bin. Der Reißverschluss meiner Winterjacke hat nämlich bei der Wäsche aufgegeben und ich habe hier noch keine gute Näherin gefunden. Das Problem ist ja, dass man i.d.R. erst hinterher weiß ob sie gut ist, oder nicht. Und da sie den Test bei Dir ja schon bestanden hat… 😉

    • Fjonka sagt:

      Ja, unbedingt.
      Dann ruf aber vorher an, richtig „offen“ hat die nämlich nur 2x wöchentlich ein paar Stunden. , ansonsten mit Terminabsprache. Nummer kann ich dir gelegentlich mal mailen

  4. zauberweib sagt:

    Das Schlimmste ist oft der Weg bis zur Erkenntnis, dass in einem bestimmten Bereich eben Hilfe gebraucht wird. Kein Mensch kann alles können. Ist das erstmal angekommen, ergibt sich alles andere von selber. Win-win-win-Situation, würd ich mal sagen. Gefällt mir 🙂

    • Fjonka sagt:

      Ja, wenn mans nicht KÖNNEN würde – aber ich KÖNNTE ja (zumindest die einfacheren sachen), WILL aber nunmal partout nicht, und sich dann einzugestehen, daß man besser dafür bezahlt als es liegenzulassen…..das ist erst schwierig!! *g*

  5. Marlene sagt:

    Find ich super! Reparieren und nachhaltig nutzen heißt ja nicht automatisch, dass man immer alles selber machen muss. Wenn man das nicht gerne macht, dann sieht das Ergebnis nicht schön aus und es macht einen auch nicht froh. Und wenn du es einer lokalen Schneiderin in Auftrag gibst, hilfst du auch ihr noch beim Überleben.
    Liebe Grüße,
    Marlene

  6. Bibo59 sagt:

    Ja, ich habe hier auch eine zu lange Hose liegen, im Winter gekauft wo ich dachte, die kürze ich mal eben. Nach mehreren Versuchen entnervt aufgegeben. Und vorige Woche gehe ich so durchs Dorf und sehe eine Änderungsschneiderei. Der Preis für’s Kürzen ist erträglich. Jetzt muss ich nur die Hose dort hinbringen.

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