Kleinvieh

KleinviehHeute zum Thema: der gottverd*** Trinkhalm und andere Tücken des ausgehens.

Seit ich versuche, weniger Müll zu produzieren, passiert mir wahlweise dies:

  • ich sitze in der Kneipe/ im Restaurant und bestelle mir eine Apfelschorle. Die Apfelschorle kommt. Ich denke: „Sch***, ich habs schon wieder vergessen!“, zupfe einen Plastik-Strohhalm aus dem Glas und fische nach den Eisbrocken, die ich im Aschenbecher ablege. Müll und sinnlose Energieverschwendung (ich hasse eiskalte Getränke!)

oder dies:

  • ich sitze in der Kneipe/ im Restaurant und bestelle mir eine Apfelschorle. Ich sage „aber bitte keinen Strohhalm und kein Eis“ und lächle freundlich. Die Bedienung guckt mich an, als käme ich vom Mars und sagt „haben wir eh nicht“

Sehr selten denke ich an mein Sätzlein und bin glücklich, deshalb einen Halm und zwei Eiswürfel eingespart zu haben…. aber ich übe weiter! 😉

Andere Dinge sind einfacher:

  • auf dem WC wische ich meine nassen Hände nach dem waschen an der Hose ab, statt Einweghandtücher  oder diese Hand-Föhns zu benutzen.
  • „Das Eis? Im Hörnchen, und nein, kein Löffel dazu, bitte!“
  • „Kann ich bitte den Cocktail ohne nichteßbare Deko bekommen?“ (auch daran muß man natürlich erstmal denken, wenn man bestellt) Ein zugegebenermaßen seltener Satz, da ich vielleicht 2x im Jahr einen Cocktail trinke. Aber man kann ihn leicht verändert auch in der Eisdiele recyceln 😉
  • Das Brötchen, das ich mir beim Bäcker für die Arbeit kaufe, verlange ich ebenso wie das süße Mandelhörnchen oÄ grundsätzlich „auf die Hand“. Eine Tüte brauchts da nicht
  • Zum Bäckerwagen, der sonnabends bei uns hält, gehe ich mit der von einer Freundin selbstgenähten und schön bestickten Stofftasche, wenns mal mehr als die üblichen zwei Brötchen plus Brot sein soll
  • Papierservietten im Restaurant bleiben grundsätzlich unbenutzt. (Wenn sie im Spender sind, ist das wahrscheinlich sinnvoller, als wenn sie neben dem Teller liegen – ich schätze, dann werden sie auch unbenutzt weggeworfen)

Ein sehr schwieriger Fall ist unser Dorfimbiß. Bei der telefonischen Vorbestellung dran zu denken, darum zu bitten, daß sie die 2 Portionen Pommes bitte nicht in gefühlte anderthalb Rollen Alu einpacken, ist eines – und gelingt mir auch nicht immer, aber meistens. Dort angekommen die 2 Portionen Pommes tatsächlich ohne Alu zu bekommen, ist mir allerdings erst ein einziges Mal gelungen (ich beschrieb diesen Triumph in einer andern Kleinvieh-Folge *g*)….. immerhin ist der Ketchup für den Herrn F. draufgekleckert und nicht im Plastiktütchen …

Und kennt Ihr schon die neue Mode, im Restaurant das Besteck in einer völlig überflüssigen Papiertasche auf den Tisch zu legen? Erst gabs das nur in einem einzigen Restaurant in Flensburg – jetzt aber weiß ich schon drei! Zweckfreier Müll, gegen den man sich nicht wehren kann.

Oder frühstücken auswärts. Man weiß nie vorher, ob es Portionspäckchen mit Butter/ Marmelade etc gibt – da lobe ich mir Frühstücksbuffets: da muß ich manchmal verzichten, aber es gibt doch meist genügend Dinge, die nicht portionsweise verpackt sind.

Richtig tückisch war jahrelang mein Mittagspausen- Macchiato: immer gab es eine in Plastik eingeschweißte Mandel in Kakao dazu. Ich mag die Dinger aber so gern, daß ich sie jeden einzelnen Tag mit schlechtem Gewissen gegessen habe. Seit einigen Wochen nun ist alles anders: jetzt gibt es ein unverpacktes Amarettini! Ich hörte zufällig ein Gespräch mit – der Grund war nicht der Müll, sondern, daß es die Mandeln nicht mehr gibt….. na, das Ergebnis zählt! 🙂

Wird verlinkt bei der Juli-Ausgabe von Einab

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Kleinvieh.

15 Kommentare zu “Kleinvieh

  1. Esther sagt:

    So ist es, der Teufel steckt im Detail. So eine Brottasche werde ich mir auch demnächst einmal nähen. Bisher habe ich die Damen und Herren beim Bäcker immer gebeten, mir mein Brot in meine mitgebrachte Papiertüte zu geben, aber nach ein Paar mal benutzen sieht die dann auch nicht mehr so appetitlich aus..

  2. Sarah sagt:

    Echt gute Gedanken! Ich gehe grundsätzlich ausgestattet mit gesammelten Papiertütchen in den Laden und packe Obst und Gemüse wieder darin ein, die Dinger sind ja erstaunlich haltbar. Ich habe die Papiertüten auch für die Brottheke dabei, aber vergesse sie dort immer wieder, weil ich die Brötchen und das Brot nicht selber in die Tüte packe. Da übe ich noch 😀

    Das mit den Papierservietten ist tatsächlich nicht besonders wirksam, wenn sie eingedeckt und nicht in Spendern auf dem Tisch stehen. Dann sind die Bewirter aus Hygienegründen verpflichtet die Servietten wegzuschmeißen. Ich nehme sie manchmal mit nach Hause und sammle sie dort für irgendeinen sinnvollen Einsatz (was auch immer das sein mag :-D)…

    • Fjonka sagt:

      Einkaufen ist, da habe ich Glück, weil ichs sehr ungern tu, bei uns die Arbeit des Herrn F.. Da ginge bestimmt noch mehr, und die Papiertüten wiederzuverwenden finde ich gut – aber ist nunmal nicht meine Baustelle…

  3. Zora sagt:

    Ohja, der Kampf gegen den Strohhalm ist mir auch sehr bekannt. Und obwohl ich es seit fast einem Jahr vorhabe, schaffe ich es nicht, mir eine Besteckrolle für unterwegs zu nähen, in der auch Platz für mein Glasstrohhalm wäre. Weil das fänd ich eigentlich total cool: Plastikhalm abbestellen und dann eigenen Glashalm benutzen. Auch ein Ökohippi darf Style haben…
    LG Zora

    • Fjonka sagt:

      Zora, der stylishe Ökohippie – schön! *gg* Nun musst Du aber langsam wirklich mal in den Norden kommen, ich bin jetzt NOCH neugieriger auf „einmal gucken“ 😉

  4. Marlene sagt:

    Hallo 🙂 Das ist ganz schön schwer so viele Müll-Details vorauszusehen und die Leute denken immer auch, man ist echt unhöflich, wenn man das ablehnt. Aber vielleicht schärft die Nachfrage irgendwann das Bewusstsein!
    Liebe Grüße,
    Marlene

    • Fjonka sagt:

      Ohja, wegen der Bewusstseinsschärfung habe ich auch rein theoretisch den Anspruch an mich, abzulehnen, nachzufragen, zu begründen. Rein praktisch aber habe ich oft einfach nur Lust, meine Ruhe zu haben – und habe so zB noch nicht den Mund aufgemacht, was die sinnlosen Papieretuis fürs Besteck angeht.

      • Marlene sagt:

        Kann ich absolut verstehen. Wenn man einfach nur in Ruhe essen gehen will, mag man ja nicht jedes Mal eine größere Diskussion anfangen!
        Liebe Grüße,
        Marlene

  5. humpty sagt:

    Andere Bundesländer, andere Sitten. Ich war ganz erstaunt zu lesen, dass Eure Apfelschorle mit Strohhalm und Eis serviert wird! Das kenne ich weder aus NRW noch aus dem Saarland. Und im Schwabenland, meiner aktuellen Bleibe, ist man sowieso sparsam, da gibt’s auch kein „Röhrle“ und/oder Eis zur Apfelschorle. 🙂
    Einen Strohhalm gibt’s hier auch nicht zu anderen nicht alkoholischen Getränken, Eis – glaube ich – nur bei Cola. Da ich die nicht trinke, bin ich mir da aber nicht sicher.
    Was sich aber eingebürgert zu haben scheint, ist der Strohhalm zum Latte Macchiato. Da sage ich dann auch immer „Bitte ohne Strohhalm“, zumal zum Umrühren auch immer ein langstieliger Löffel dabeiliegt. Strohhalmtrinken finde ich eh‘ komplett albern – es sei denn, man kann noch nicht aus dem Glas trinken, kommt frisch vom Kieferorthopäden und die Betäubung wirkt noch bzw. hat sich anderweitig den Kiefer verrenkt. Wobei manche Damen wohl auch gerne aus Sorge um ihren Lippenstift zum Strohhalm greifen…

    Papier zum Händeabtrocknen sowie Papierservietten benutze ich aber weiterhin. Ich gehöre auch zur Kleckerfraktion, außerdem mag ich keine fettigen Lippenspuren an meinem Glas. Und wenn ich schon mal essen gehe, bin ich auch schicker als sonst unterwegs, da mag ich mir nicht meine nassen Hände an der Kleidung abtrocknen. Anders ist es, wenn ich beim Radeln o.ä. irgendwo einkehre – da reicht mir nach dem Händewaschen auch ein Ausschütteln und Abstreifen mit den Händen. Aber an den Klamotten abwischen? Neeee. Jeder Jeck ist anders. 😉

    • teff42 sagt:

      Hm. in meinem Teil von NRW gibts Eis sogar im Wasser und dazu eine Scheibe Zitrone. Ich über noch immer daran die Zitrone abzubestellen, denn erstens ist die häufig ein Schimmel-Transporter und zweitens mag ich sie nicht.

    • Fjonka sagt:

      So isses – ich finde übrigens das Gefühl, das Papierhandtücher nach dem abtrocknen an den Händen hinterlassen, äußerst ungut – das hilft, dran zu denken, sie nicht zu benutzen 😉

  6. Bibo59 sagt:

    Da ich es immer schaffe zu kleckern, bleibt der Traum von der unbenutzten Papierserviette wohl ein Traum. Zumal sie doch weggeworfen werden. Aber man kann sie noch einmal als Taschentuch benutzen.

  7. Bibo59 sagt:

    Das hatte ich jetzt schon fast verdrängt, weil es wohl doch ein norddeutsches Phänomen war: Weinschorle, in der eine Zitronenscheibe schwimmt.
    Gehört da nicht rein! Dann schmeckt es nicht nach Wein, sondern nach Zitrone. Möglicherweise dient es dazu, das Verhältnis von Wasser zu Wein oder einen schlechten Wein zu vertuschen. Ich hab die also entweder per Hand möglichst schnell rausgepult oder gleich gesagt: „Eine Weinschorle ohne Zitrone!“ Wenn ich das so bestellt habe, war die Reaktion auch oft: „Gehört doch da nicht rein.“ Auch schon mal: „Gehört doch da rein.“
    Einmal habe ich auch Weinschorle bekommen, in der statt Wasser Sprite oder so was war. Ekelhaft!

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