Das war ARBEIT!

Achtung: der folgende Beitrag ist verständlich nur für Imker oder SEHR eifrig Mitlesende 😉 ich habe auf jegliche Erklärungen verzichtet, weils eh schon so viel ist! 

Sonntag, 23.8.

Eine Zusammenfassung unserer Bienen-Großaktion

  • Offenbar haben alle unsere drei Völker (wegen des Ameisensäureverdunsters?) eine Brutpause eingelegt. Nicht gut. Bei Sternchen und beim Mondvolk haben wir liegende Stifte gesehen, das heißt, sie haben genau als der Verdunster zu verdunsten aufhörte, wieder zu brüten begonnen. Im Sonnenvolk haben wir die Königin gesehen und mit einem Farbpunkt versehen, aber überhaupt keine Brut gefunden 😦 Ich überlege aber, ob das an uns liegt, denn ich sehe dort laufend Pollitas. Und es gab keine Pollenbretter, der Pollen wird also verbraucht.
  • Alle Verdunster waren leer. Es sind Varroen gefallen, besonders bei den Sterchen (über 500); aber nicht so viele, wie wir aufgrund der Ausgangslage gehofft hatten (das wären bei den Sternchen so um die 900 gewesen)
  • Die Schwammtuchbehandlung bei den anderen drei Völkern ist zwar gelungen (Tücher trocken oder nur leicht feucht), doch sind nur sehr wenige Varroen gefallen. Eigentlich kaum mehr, als wir beim zählen beim Besitzer als natürlichen Totenfall ermittelt hatten. Mist!
  • Das eine Volk unserer Pflegebrumseln war wirklich sehr zart. Es hatte zwar Brut, saß aber mit nicht allzuvielen Bienen auf nur fünf (Zander-)rähmchen. Die anderen Mittelwände waren nicht einmal ausgezogen. Zu diesem Zeitpunkt bedeutet das, daß dieses Volk unserer Meinung nach keine Chance hätte, den Winter zu überleben. Das war ja auch die Einschätzung des Vorbesitzers gewesen
  • Das zweite, stärkere Volk mit den meisten Varroen war, wie auch unsere Bienen und die kleinen Zarten, sehr freundlich. Wir haben es vollständig durchgeguckt und ein vernünftiges Brutnest mit auslaufender Brut, aber absolut keine frische Brut gefunden. Und nicht das kleinste bißchen Futter, die armen Bienen!!! Unser erster Gedanke: kein Wunder, daß die nicht brüten, die könnten ihre Brut ja garnicht versorgen. Aber jetzt, wo die ganze Aktion durch ist, haben wir nochmal nachvollzogen welche Bienen welche sind und festgestellt: von diesen Bienen hatten wir vor dem Umzug einen dicken Honigraum voll Honig den Besitzer dagelassen. Aber normalerweise hat ein Volk mit vollem Honigraum immer auch genügend Honigvorrat am Brutnest! Und mit vollem Honigraum müssen die doch nicht zu brüten aufhören. Das müssen wir beobachten
  • Das 3. Volk war eigentlich insgesamt das mit der ausgeglichensten Bilanz: Maden, verdeckelte Brut, Futter…. alles da! Aber: alles recht wenig. Und die wurden dann auch richtig patzig, als wir die leeren Waben abgefegt haben, um zwei auf eine Zarge zu schrumpfen, die wir dann dem zarten Volk aufgesetzt haben. Die müssen sich nun entscheiden, welche Königin besser ist….

Jetzt mussten wir also überlegen. Wir kamen zu dem Fazit, daß wir Volk 1 und 3 zusammenlegen und danach alle Völker füttern. Letzteres wollten wir erst abends tun, aber dann sahen wir, daß eh Alles in der Luft war nach dem zusammenlegen, und die Bienen auch bei unseren – eigentlich ja unbeteiligten – Völkern versuchten, in die Beuten zu kommen. Wenn da was schiefgehen sollte (Räuberei!), dann war das Kind schon in den Brunnen gefallen. Also haben wir sofort gefüttert, nachdem wir noch gewogen hatten. Das wiegen hat ergeben, daß die Futtersituation offenbar wirklich schlecht ist in diesem Jahr: alle Völker hatten nur zwischen vier und sechs Kilo Futter. Wenn man bedenkt, daß wir im letzten Jahr fast gar nicht zugefüttert haben …. jetzt hat jedes Volk einen 14-Kilo-Kanister Futter bekommen, und nun warten wir darauf, daß sich die ganze Lage beruhigt (also im Grunde auf den Abend, denn vorher wird das nicht passieren)

Die überzähligen Waben sind inzwischen eingeschmolzen, denn das ist ja auch immer noch was – es bleibt ja nicht bei der Arbeit an den Bienen- das ganze Equipment raus- und nachher wieder reintragen, umziehen, Waben einschmelzen (bei uns immer sofort, damit wir keine Ameisen in die Bude kriegen); auch das will getan sein. Und so waren wir mit allem Drum und Dran mal eben bummelig drei Stunden beschäftigt (Rest-Chaos ausgenommen….)

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Ein zuammengelegter Zweizarger steht jetzt da, wo das zarte Volk war – das wird das rotgraue Volk sein

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Das ist das Volk ohne Futter; die Futterzarge steht schon bereit. Es wird „das Liegenvolk“ heißen. Warum, sieht man hier gut 😉

Was bleibt?

Wir müssen

  • nächste Woche gucken, ob die Sonnenkönigin zu stiften begonnen hat und
  • ob im Liegenvolk das Brutgeschäft wieder aufgenommen wird.
  • Außerdem muß in einigen Tagen bei den verbliebenen zwei Pflegevölkern die 2., hoffentlich erfolgreichere Schwammtuchbehandlung erfolgen.
  • Danach heißt es: kontrollieren, wie viel noch gefüttert werden muß und
  • am Wochenende 5./6.9. müssen wir nochmal bei unseren Völkern Varroen zählen, um zu schauen, wie erfolgreich dort die Behandlung war (dann ist ein Brutzyklus nach der Verdunsterei rum, und wir können den natürlichen Totenfall sehen)

Aussortiert: Eine Art Hänge-Aktenordner. Eigentlich klasse- bloß habe ich gar keinen Platz, um den aufzuhängen… totaler Fehlkauf, weil ja so praktisch! Ist er auch wirklich, bloß hab ich gar keinen Platz zum aufhängen, dafür aber genug in Schubladen *Augenroll* Kann den Jemand brauchen? Sonst kommt der zum Umsonstladen.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Jahr 5.

7 Kommentare zu “Das war ARBEIT!

  1. teff42 sagt:

    Viel viel viel zu tun. wo man denkt Bienen seien ein Selbstläufer…

    aussortiert: Habe mir zwei knappe Meter Bücher, die schon seit Jahren im Regal verstauben vorgenommen und aussortiert. etwa 2 Drittel werden nun registriert und verlassen das Haus. Wie gut, dass bald wieder mal ein Meetup in Bielefeld ist, wo ich/wir dann doch mal hingehen wollen…

  2. beithe sagt:

    Gerade deine Berichte über die Bienen les ich immer wieder gern ;), da kann ich dann immer ein paar Vergleiche ziehen.
    Mit den Varroen ist es dieses Jahr ganz anders als im letzten Jahr. Meine ( mittlerweile 4 ) Völker hatten kaum Varroen. Weder natürlicher Totenfall- mal 1, mal 0, noch laufende Varroen in der Drohnenbrut. Das konnte ich im letztenjahr bei meinen Völkern sehen- geschnittene Drohnenbrut auseinanderbrechen und staunen….
    Dieses Jahr gehe ich einfach mal davon aus, dass es nicht soviele Varroen sind. Ich hatte auch keine „Krüppelbienen“ also keine mit Flügeldeformationen oder ähnlichem.
    Ein „Altimker“ hat mir mal gesagt, dass die Varroen immer wieder schwache und auch starke Jahre haben. Ich bin gespannt wie es weitergeht.
    Mein Volk 4 ( Meine Völker sind nur Nummeriert) ist das Schwächste, mit wenig Futter, wenig Brut, wenig Pollen und dazu nehmen sie kaum Futter an. Sind aber sehr ruhig und Stechunlustig. Darum dürfen Sie bleiben wie sie sind und ich werde sehen, wie sie den Winter überstehen.

    • Fjonka sagt:

      Außer bei den Sternchen (und beim einen Pflegevolk jetzt) hatten auch wir nur sehr wenige Varroen – und wenn man bei den Sternchen sieht, was sie letztes Jahr auch NACH den Behandlungen noch hatten, dann ist erstaunlich, wie wenig sie jetzt haben.
      Behandelst Du denn überhaupt?

      • beithe sagt:

        Ja, klar bahandel ich 2x As bisher. Aber wenig Totenfall nach der Behandlung. Tücher sind aber trocken und Wetter war optimal. ich hoffe mal das beste

  3. Muri sagt:

    Erstmal Danke, ich habe ja schon so viel hier über Brumseln gelernt das ich den Beitrag als nicht Imkerin verstanden habe. Zwei Fragen stellen sich mir:
    -Gibt es keinen Nachbarschaftsstreit mit den neuen und den alten Völkern?
    -Erhöht sich nicht der Parasietendruck auf alle Völker?

    • Fjonka sagt:

      Also, DAS hätte ich jetzt nicht erwartet, es gab ja schon bei mE viel einfacheren Dingen die Rückmeldung „nix kapito“ – das freut mich ja!! 🙂
      Zu Deinen Fragen:
      – normalerweise gibt es keine Nachbarschaftsstreits bei den Bienen. Man versucht halt immer mal, ob man bei anderen Beuten (aber auch weiter weg) vioelleicht reinkommt und was holen kann – das ist aber normalerweise schnell geklärt („Fremde müssen draußen bleiben“) Nur wenn ein Volk nicht wehrhaft genug ist, dann kann es zu Räuberei kommen, das ist dann aber kein Nachbarschaftsstreit, sondern ein Kampf ums Futter. Man kann auch beobachten, daß sich Bienen einfach verfliegen. Haben sie einen vollen Honigmagen, werden sie wohl auch ins fremde Volk reingelassen. Was man sehen kann ist, daß eine Biene (wahrscheinlich dann eben eine mit leerem Magen) in Demutshaltung zusammengekrümmt dasitzt und Wächterbienen sie verjagen
      – Es gibt inzwischen durchaus Meldungen, daß es nicht gut ist, wenn viele Bienenstöcke dicht beieinander stehen, weil das den varroen erleichtert, von Stock zu Stock zu wandern, eben durch die sich verfliegenden Bienen. Schon 10 Meter zwischen den Stöcken sollen helfen, das zu vermindern. (In der Wildnis hat so ein Volk viel mehr Platz, da gab es früher wohl in dichtbesiedelten Gegenden alle 500 Meter mal ein Volk. Da verfliegt sich Niemand….) Ich würde das ja gern ausprobieren, aber leider haben wir den Platz einfach nicht, weil wir ja so viel Schatten haben, daß eigentlich eh bloß der Platz einigermaßen geeignet ist, an dem Biens stehen.

Platz für Klönschnack ...

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