Über die Hecke

Im Garten, „über die Hecke“, zufällig mit dem Nachbarn ins Gespräch gekommen. Erfahren, daß bisher in unserem Dorf eine Flüchtlingsfamilie lebt (vier Personen). Und erfahren, daß der Nachbar nicht verstehen kann, was diese Diskussionen um „zu viele Flüchtlinge“, „überfordert“, „mehr geht nicht“ sollen. Empört ist über die TV-Bilder von den an der ungarischen Grenze im kalten Regen festsitzenden Menschenmengen (Ja, inzwischen dürfen wieder mehr durch, ich weiß. Er auch)

Von Nachbars wusste ich bisher nach vielen Jahren Nachbarschaft dies:
Wie viele Kinder sie haben. Wo sie arbeiten. Daß er bei der freiwilligen Feuerwehr und für die freien Wähler hier im Dorf kommunalpolitisch tätig ist (aber ich habe keine Ahnung, was die freien Wähler wollen, darüber hatte ich mich ja schonmal ausgelassen). Achja, und manchmal hören wir lautes singen, vom einen Kind und vom Vater, das finde ich immer schön. Und lustig.

Jetzt weiß ich also auch das. Und meine Nachbarschaft ist mir damit ein Stückchen näher gekommen.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Sonst so.

4 Kommentare zu “Über die Hecke

  1. Bibo59 sagt:

    Dann weißt Du ja schon viel über deinen Nachbarn. 🙂
    Hier ist das anders aufgeteilt: Mutter weiß alles über jeden, ich weiß nix über alle. Und das ist auch gut so. Dafür gieße ich schon mal die Blumen der älteren Mieterin und füttere die Stabheuschrecken der jüngeren.
    Von Willkommen in Brück gab es gestern ein Foto, auf dem Flüchtlinge, Helfer und Betreuer zusammen essen. Da ist offensichtlich die Nachbarschaft durch die Flüchtlinge zusammen gewachsen.

  2. PersönlicheBekannte sagt:

    Ich arbeite ehrenamtlich für Flüchtlinge, und in Hamburg sind selbst Unterkünfte mit 4stelligen Bewohnerzahlen kein Problem (aber eben auch keine Lösung!). In einer nahen Kleinstadt leben 30.000 Menschen und dort wurde jetzt ein Heim (festes Gebäude) für 5.000 Menschen geöffnet. Denn während im Schnitt in diesem Jahr auf 100 Menschen 1,2 Flüchtlinge kommen, sind es dort 15 Flüchtlinge auf 100 Einwohner*innen.

    Dass es da zu massiven Irritationen kommt, verstehe ich. Bei solchen Zahlen wäre sicher selbst die vielgepriesene kanadische Intergrationspolitik zunächst machtlos. Und, man muss es deutlich sagen: Von einer solchen, vorbildlichen POLITIK mit einem schlüssigen Programm sind wir Welten entfernt.

    Einige Flüchtlinge pro Dorf ist sicher der bessere Ansatz, und Familien integrieren sich wegen der Kinder in der Regel schnell und besser als Alleinreisende, die wegen der mangelnden Integrationspolitik (Katze >> Schwanz) unter sich bleiben.

    Und grad berichtete der Deutschlandfunk über den Krieg im Jemen …

    • Fjonka sagt:

      … in dem mit deutschen Waffen gekämpft wird…. tja…
      Hier werden sicherlich auch noch mehr Leut‘ ankommen. Es ist natürlich höchst sozialverträglich, wenn das in einzelnen Wohnungen und in kleinen Gruppen geschieht, aber bei den Menschenmengen, die unterwegs sind, ist das halt einfach manchmal nicht möglich! Wir haben uns sagen lassen, daß wir im „anderen“ Amt (als dem, bei dem wir in der Lotsengruppe sind) Bescheid geben können, daß wir für unser Dorf zu Hilfestellungen gern bereit sind. (Was, wenn mehr Menschen kommen, bitter nötig sein wird, weil es hier ja nichtmal einen Laden gibt. Und keinen Nahverkehr – und die Flüchtlinge kein Auto haben) Das werde ich morgen tun.
      Mal sehn ….

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