Inzwischen…

…ist dann doch einiges geschehen, was „unsere“ Flüchtlinge angeht:

  • Internet ist bestellt. Und sollte fast schon wieder abbestellt werden, weil 2mBit/ Sek. – zu wenig. Aber mehr GIBT ES NUNMAL NICHT so am A*** der Welt, das war nur schwer begreiflich zu machen – das oder gar kein i-net oder Telefon….
  • wir waren in Flensburg im arabischen Supermarkt (spannend auch für uns, aber aus anderen Gründen *g*- jedenfalls haben wir auch einige unbekannte Dinge erstanden, und ich habe zB seither festgestellt, daß geröstete Kichererbsen nicht ganz so lecker sind wie gekochte – aber auch ganz gut)
  • bei S, dem „Neuling“, wurde versäumt, beim Umzug auch das neu eingerichtete Bankkonto umzumelden, so daß seine Post diesbezüglich (vorerst PIN, aber auch Karte, das war nicht mehr rückgängig zu machen) nun bei der alten Adresse landen. Oder „landen sollten“, denn da sind wir dann hin – kein Brief. Nun ist unklar: hat der Postbote den wegen des fehlenden Namens an der Tür als „unbekannt verzogen“ zurückgehen lassen, oder ist er dort verschütt‘ gegangen? In Zeiten der Zentralisierung geht so eine Post natürlich nicht an die örtliche Bankfiliale zurück, sondern an die Zentrale, und die Filiale kann nicht rausfinden, OB sie zurückgegangen ist – dort wird sowas nämlich dann einfach vernichtet …. na toll. Mit erklären, wandern von der Bank zur Adresse zur Bank zur Adresse zur Bank waren eben mal anderthalb Stunden rum. Und klar ist – nichts.
  • Allerdings wurde klar: die Konten von Flüchtlingen sind Guthabenkonten, die nicht überzogen werden dürfen – da aber das nächste Geld erst Anfang Dezember kommt, aber schon Kontogebühren anfallen, waren die Konten bereits überzogen…  also musste jeder der 3 erstmal Geld bezahlen…. (zum Glück keine Gebühren, einfach 10 Euro einzahlen, mit denen das Minus dann ausgeglichen wird) Erklär‘ sowas mal!
  • Der Herr F. hat sie am Donnerstag zum 1. Mal Deutschkurs begleitet. Toll: dort werden gleich Fotos gemacht für ein kostenloses Busticket. Fazit von 2en von 3en (der 3. war wech – „to friend“, mit dem Rad): „good teacher“ und leichte Enttäuscheung, weil’s nur 1x pro Woche ist. Ab nächste Woche müssen sie dann radeln. Demnächst wird auch noch ein Alphabetisierungskurs starten (es geht um unsere Schrift; die ihre können sie ja lesen und schreiben). Der soll dann 3x wöchentlich stattfinden, allerdings im Zentralort, also 10km entfernt. Mal sehn.
  • Und am Freitag, vorhin, war er mit ihnen zum ersten Mal bei der Tafel. Beide Male konnte ich leider nicht, war auffe Arbeit. Tafel scheint ihnen gut gefallen zu haben, sie haben sich noch mehrfach wegen der Termine rückversichert, sagt der Herr F. Und sich immerzu für seine Hilfe bedankt.
  • Gut auch: wenn was ist, ruft S. an und bittet um Hilfe. Geschehen wegen der ollen Bankkarte. Wir hatten das ja angeboten, aber man weiß ja nicht, wie weit es dann auch geschieht.

Insgesamt sind die Männer schon jetzt, nach anderthalb Wochen, ganz gut allein unterwegs; sie radeln zum einkaufen, und es ist ihnen auch klar, daß Deutschkurs und Tafel nur beim 1. Mal begleitet wurden. Naja, sind ja keine Kinder – aber ich bin doch froh drüber, daß sie sich trauen und es einfach tun. Aktuell sind wir jetzt noch für Bankkarten-Regelei und Internet-bekommen-Hilfe gefragt (sie verstehen ja mails und Anrufe nicht) Wie sagte noch Frau H. vom Lotsenkreis: „Wir müssen uns immer mal wieder klarmachen, daß diese Leute die ganze Reise von ihrem Heimatland hierher organisiert und geschafft haben, da werden sie doch auch ein paar Kilometer radeln hier hinkriegen ….“

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8 Kommentare zu “Inzwischen…

  1. satayspiess sagt:

    Schön zu lesen, dass es mit euren Schützlingen langsam aber sicher vorwärts geht. 🙂
    Eine Woche nach meinem Hilfsangebot per Email hat sich noch niemand gemeldet. Nun ja, rund um mich herum entstehen erst grad die Flüchtlingsburgen. Vielleicht gibt es tatsächlich (im Stadtteil) noch nichts zu tun …

    • Fjonka sagt:

      Glaub ich nicht.
      Glaube eher, daß Dein Angebot im Strudel der Notwendigkeiten untergegangen ist.
      Dranbleiben, nicht persönlich nehmen, nicht bockig werden 😉
      Der Youtube-Hilferuf, der gerade durch die Medien ging, bei dem sie beschrieb, wie Freiwillige 30-/40-Stundenschichten schieben, weil nicht genug Leute da sind, kam doch aus Hamburg, meine ich!? (Gestern wurde berichtet, daß sich daraufhin immerhin 150 Neue gemeldet haben)
      Ahja: https://www.youtube.com/watch?v=qTaGcTn5yHQ

      • Fjonka sagt:

        …und mir ist grad richtig übel, weil ich die Kommentare drunter gelesen habe und eins der daneben angezeigten Videos ageguckt. Oh, Scheisse! Und nirgends ein Knöpfchen von youtube zum „melden“, jedenfalls hab ich keins gesehen. Früher gab es das doch!?

  2. realkiku sagt:

    Hallo Fjonka, hallo Herr F., ich hab was gesehen, das könnte Euch interessieren: https://www.youtube.com/channel/UChEFKxiQ6KIZfc7C1klRp2Q?spfreload=10
    Liebe Grüße!

  3. Hallo Fjonka!

    Ganz schön viel los! Toll wie Du das hinbekommst!

    lg
    Maria

    • Fjonka sagt:

      WIR! Ohne den Herrn F. wäre das schwierig, zB wär das nix geworden mit „Tafel zeigen“, und zum Deutschkurs hätten sie auch irgendwie allein finden müssen. Seine Heimarbeitstage sind jetzt viel wert, aber er muß die Zeit dann abends immer „nachsitzen“. Ich hab irgendwie dauernd an den falschen Tagen frei….

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