Mittelalt(er)

Heute las ich mal wieder im Techniktagebuch. Und wie immer, wenn ich das tue, hatte ich das deutliche Gefühl, daß mich die Technik derzeit in rasantem Tempo abhängt.

Man lese bitte mal dies hier

Technikbezogene Randnotizen aus einem Abend Flüchtlingshilfe

Es ist hochspannend, gut geschrieben und zeigt deutlich, was ich meine. Denn jetzt werde ich mal erzählen, was hier und mir, technikmäßig, in der Flüchtlingshilfe gerade geschieht:

  • Al., Ab. und S. haben je ein Smartphone. Aber der Herr F. und ich, wir haben bisher nur stinknormale Handys, mit denen man außer SMS und Telefon nichts kann (nichtmal fotografieren oder einen hübschen Klingelton einspeichern oder so). Und ich zumindest will auch gar kein anderes. Der Herr F. allerdings hat sich ein Fairphone bestellt, so daß bei uns evtl demnächst auch das Mittelalter zumindest im mobilen Kommunikationsbereich Auszug hält 😉
  • Bei Al., Ab. und S. daheim gibts allerdings kein Internet. Das wiederum gibts bei uns daheim, und bei uns gibts dann auch einen Laptop und dadurch die Hilfe vom G***-Übersetzer. Al. hat eine Übersetzungs-App, die geht auch ohne Internet, aber funktioniert nur direkt am Wohnzimmerfenster *gg*
  • Im Lotsenkreis sind fast nur RentnerInnen. Wir gehören zu den Jüngeren. Das hat zur Folge, daß es keine website gibt, kein f***b***, kein Wh**App oder ähnlichen Firlefanz. Daß ich hier „Firlefanz“ schreibe, weist mich natürlich gleich als mittelalterlich aus, nicht nur an Jahren, sondern auch im denken. Ich bin trotzdem froh, daß im Lotsenkreis der Emailverteiler die höchste Stufe der Technisierung ist, sonst wären wir (wiedermal, muß man sagen) ausgeschlossen
  • Übrigens wird sich auch mit dem Einzug des Fairphones nicht ändern, daß wir über f**b**, Wh**App etc nicht kommunizieren werden. Was daran liegt, daß wir (ja, Mittelalter!!) uns weigern, uns zum gläsernen Menschen machen zu lassen. Schließlich haben wir nicht nur so damals die Volksbefragung verweiget (wer erinnert sich noch an die großen Proteste, an die Big-brother-Horrorvisionen? Wegen der paar Infos… das versteht heute kein Mensch mehr. Jedenfalls kein jüngerer Mensch…)
  • Da ich ja zu den Jungen dort gehöre ;-), habe ich (erfolgreich) vorgeschlagen, bei ich-helfe.sh ein Profil für den Lotsenkreis einzurichten. Schließlich hatten wir es auch nicht gerade leicht, überhaupt Kontakt zur Flüchtlingshilfe aufzunehmen. Ich hatte vergeblich im Netz gesucht, nur um dann in einem Nebensatz eines Beitrags über einen Sportverein (!), zu lesen im Amtsblättchen, fündig zu werden… inzwischen sind zwar in ebendiesem Amtsblättchen auch schon explizit Aufrufe und Artikel erschienen – nuja, aber wer findet die wieder, wenn er/ sie dann irgendwann in die Puschen kommen möchte? Ich hoffe, über das Portal findet Verstärkung zu uns, nötig wär’s. Inzwischen „sind wir drin“

Ja, das ist eine andere Welt, gell? Natürlich ist mit Doodle-Listen, F**b**-Gruppen und Websites vieles viel einfacher zu organisieren. Auch der Einstieg ist leichter. Und natürlich die Kommunikation (Wusste ich als Einzige nicht, daß es Simultan-Übersetzer-Apps gibt??) Und doch – ich habe Vorbehalte. Möchte mich nicht so nackig machen. Auch: möchte nicht ständig erreichbar sein! Ich bin halt doch mittel-alt…

Dieser Beitrag war man eben wenige Stunden alt, da las ich dies:Kaduuns

Okay – was bin ich nun: absurd altmodisch oder cool – entscheidet selbst *gg*. Denn: ich habe so ein Klapphandy. Kein neues, keins im Retro-Design (gibts jetzt wohl), sondern eins, das halt noch „aus den Nullerjahren“ stammt und für mich absolut okay ist – außer dem einen Makel: daß man damit nicht Quizduell spielen kann 😉

(Adventskalender)

 

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20 Kommentare zu “Mittelalt(er)

  1. Maenade sagt:

    Oh, ein Fairphone! Ist es schon da? Ich habe eins der ersten Generation, auch mein erstes smartes Telefon, und gekauft, als das alte wirklich nicht mehr konnte.

    (Exkurs: Ich lese mich gerade nach und nach auf den neuesten Stand, wenn die Fragen schon beantwortet sind, werde ich demnächst dorthin kommen. Das liegt daran, dass der alte Rechner mit den Links kaputt gegangen ist und der neue erst lernen musste… 😉 )

    Viel Spaß jedenfalls dem Zabi mit dem neuen Gerät! Meins hat nur Apps aus dem F-Droid-Store, also keine Verbindung zu google, außer bei einer gelegentlichen Internetsuche, bei der ixquick es nicht tut. Damit fällt für mich leider(!) das Quizduell aus, aber das kann ich verschmerzen. Eine Messengerapp habe ich noch nicht installiert, hörte aber, dass z. B. Signal auch für Datenschutzwütige geeignet sei. Da muss man dann nur halt noch Kontakte haben, die das auch nutzen. Als Navi und Straßenatlas empfehle ich OSMAnd, also Open Street Map für Android, da gibt es auch die Karten kostenfrei und man braucht zum Navigieren kein Internet.

    • Fjonka sagt:

      Ja, es ist da. Demnächst wird da auch etwas zu kommen, was die Nachhaltigkeits- und andere spezielle Fairphone-Aspekte betrifft, aber da weißt Du ja dann eh schon drüber bescheid 🙂
      Als messenger hat der Herr F. threema. Und ans Quizduell ist er (Basisversion) ohne google gekommen, falls Du wissen willst wie, kannst Du’s gern sagen, dann setz‘ ich ihn mal drauf an (ICH weiß es nämlich nicht *g*)

      • Maenade sagt:

        Oh, ja, das würde mich wirklich interessieren! Bei uns hat es mit dem Quizduell – bei einem Versuch ohne weiteres Reinknien – nicht ohne Googlestore geklappt. Also wenn es da eine Kurzanleitung gäbe… 😉 Von Threema hörte ich auch. Bisher war ich insgesamt zu faul, mich auch nur für einen der Messenger anzumelden…

  2. Rosenfrau sagt:

    😉 So kann’s gehen – irgendwas kriegt uns ja anscheinend doch?! Bei mir war’s der Tierschutz, der mich zu FB getrieben hat. Wollte ich gar niiiie nicht, igittigitt. Nachdem ich aber gesehen habe, wieviel sich über „social meowdia“ bewegen lässt habe ich… Immerhin ist mein Handy, pardon: Smartphone FB- und überhaupt app-frei. Ich mach das auch alles hier stationär über den (uuuuralt) Laptop. Und den „Aus-Knopf“ 😉 beim Handy nutze ich sehr regelmäßig.

  3. ladypark sagt:

    In solchen Dingen bin ich ja eher auch altmodisch. Doch seitdem ich Smartphone und W*****App habe, bin ich begeisterte Nutzerin. So einfach, so schnell so praktisch. Und endlich ein Weg, meine Schülerinnen und Schüler blitzschnell zu erreichen, wo ich vorher manchmal Tage auf Rückruf warten musste. Feine Sache.

  4. Hallo Fjonka!

    Ich habe ein 0erJahre Schiebehände, mein Klapphandy hat den Geist aufgegeben 😉

    Mittelalter ist schön.

    lg
    Maria

    • Fjonka sagt:

      *lol* durchaus! Bei uns zieht aber demnächst die neue Zeit ein, der Herr F. hat sich ein Fairphone bestellt. Und ich habe schon „Quizduell-Bedarf“ angemeldet 😉

  5. Frau Tonari sagt:

    Ich habe heute eine Seite gefunden, die einen nützliche Tipps für Neuankömmlinge in Deutschland hat. in mehreren Sprachen. Vielleicht nützt es Dir / Euch ja?
    http://www.refugeeguide.de

  6. teff42 sagt:

    die Nullerjahre… schönes Wort. Ich nutze auch wa und finde essehr praktisch, vor allem, weil man das auch stummschalten kann. Bevorich das wusste hat es mich wahnsinnig gemacht, weil z.B. einige Clubkollegen meines Oldtimerclubs erst appten, bevor sie daran dachten, dass es 2 Uhr früh ist. INzwischen habe ich auch einen FB Account, aber ich bin mit niemandem vernetzt und niemand kennt mich dort. Ich nehme das nur um zu gucken, da unsere örtliche Flüchtlingshilfe fast nur darüber läuft. Gläsern bin ich ja durhc dieses gewisse Spiel und überhaupt durch das Handy sowiso.

  7. Jane Blond sagt:

    Ich wollte da auch lange nicht ran, aber jetzt mag ich Wh**App sehr. Alles andere brauche ich auf dem Handy auch nicht. Aber das! Ich bin dabei. Just in Time bekomme ich die wichtigsten News vom Enkelkind. Bilder. Sprachnachrichten. Videos. Das ist so toll, wenn man eineinhalb Stunden Autofahrt auseinanderlebt.

  8. Bibo59 sagt:

    Ich habe allen möglichen Leuten Nachrichten vom Tippeldings verschickt, in der Annahme, die Nummer würde dann angezeigt und die hätten die dann auch. Methusalem macht das!
    Neulich im Radio: Adele hat „25“ den Streamingdiensten verweigert. Und verkauft nur CDs und Downloads
    Neulich in der Zeitung im Technikteil des KSTA: Der Technikfex schafft es nicht „25“ vom Streamingdienst zu laden und geht davon aus, dass der Dienstcomputer 25 für den Teil einer Bestellnummer hält.

    • humpty sagt:

      Bibo, ist Deine Rufnummerunterdrückung deaktiviert? Blöde Frage, aber manchmal steckt der Teufel im Detail. Klingt nämlich so,als ob den Empfängern Deine Nummer eben *nicht* angezeigt wurde? Bei mir hat es einige Zeit gedauert, bis ich mit meinem Smartphone einigermaßen klar gekommen bin. Diese ganze Wischerei und überhaupt… Und auch nach der Einstellung für die Anzeige/Unterdrückung der Rufnummer musste ich gründlich suchen.

      Generell: Ich habe mich auch sehr lange gegen wh.. app gewehrt, möchte es aber mittlerweile nicht mehr missen. Allerdings benutze ich die App ausschließlich daheim über WLAN und kann darüber auch „für umme“ mit anderen wa-Kontakten telefonieren.

      Ob und wie ich mobil erreichbar bin, entscheide immer noch ich. Ich habe z. B. überhaupt kein Problem damit, eingehende Anrufe mir unbekannter Nummern zu ignorieren, habe auch keine Mailbox aktiviert und schalte das Ding über Nacht aus. :.-)

      @Fjonka: Das Refugee Radio kennt Ihr schon? http://www.ndr.de/info/podcast4278.html
      Ist natürlich ohne Internet auch leider sinnlos…

      • Fjonka sagt:

        Tschä- und internet haben sie nicht, die „Unsrigen“ … aber ich sehe, man kann’s downloaden. Vielleicht hör ich mir mal ein, zwei Folgen an und lade ihnen die dann runter, falls ichs den Aufwand wert finde…

      • Bibo59 sagt:

        Ich finde sie nicht. aber immerhin gibt es eine Mailbox. Die habe ich bei der Suche nach der Unterdrückung gefunden. Ich werde also die Nummer mit der Weihnachtspost verbreiten. Ich habe sie ja auch erst offiziell ab Weihnachten.

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