Neulich, auffe Arbeit (-52-)

Ich steh‘ an der Kasse. Tote Hose – Januar eben. Gähnende Langeweile. Kommt eine Frau mit Kinderwagen rein. Kommt stracks zu mir.

Ein Anliegen habe sie, wenn man das so nennen könne.

Ja!?

Da draußen, da laufen so zwei Jungs. Die laufen jetzt schon fünf oder sechs Mal hier auf und ab in der letzten Stunde, mal allein, dann trennen sie sich wieder, dann telefonieren sie…. da, da ist der Eine, der mit dem Rucksack

???

Ja, sie habe das gesehen, weil Ihr Mann arbeitet ja nebenan

?????

„Und was genau ist nun Ihr Anliegen?“

Naja, sie habe nur gemeint, wer weiß, ob die nicht was aushecken, und ob man da nicht die Polizei, oder ob ich meine, nicht….

Naja, auf- und ablaufen ist ja nun nicht verboten, solange sie da nichts gesehen hat, daß die lange Finger machen oder so…. also, ich wäre nicht der Ansicht, daß man die Polizei rufen solle, weil Jemand mehrmals die Fußgängerzone auf- und abläuft…. aber wenn sie das tun wolle, dann könne sie ja….

Neinnein, sie doch nicht!

Nun – hier sei ja nichts los- ich könne ja mal ein Auge drauf halten, wenn sie das beruhige…

Ja, gut, schönen Abend noch

??????????????????????????????????????

Advertisements

9 Kommentare zu “Neulich, auffe Arbeit (-52-)

  1. Alle schön und gut. Uneingeschränkt zustimmen kann ich Dir trotzdem nicht.

    Bei uns wurde im Laden eingebrochen. Noch bei Tageslicht. Draußen steht groß dran „Videoüberwacht“ etc. Drei Kassen aufgebrochen, Tageseinnahmen weg, Tür zerstört, erheblicher Sachschaden. Sämtliche Zigaretten und Kaffee weg. Sonst gibt’s ja nach Ladenschluss bei uns nicht viel zu holen. Das ganze dauerte genau 7 Minuten, Video existiert heute noch.

    Die haben exakt das Zeitfenster abgepasst, also auch gewusst, wann die Putzleute gehen und daß zehn Minuten später der Herr H. oder ich runterkommen und die Einnahmen holen. Also müssen sie das ein paar Tage lang beobachtet haben.

    Der Schock über den Einbruch an sich saß schon tief, dann kommt die Polizei und stellt erst mal den Herrn H. unter Verdacht. Indirekt, sah man an den Gesichtern.

    Erst als ich sie hoch ins Büro gebeten hab und mit zitternden Fingern versucht hab, die Videoaufzeichnung zu finden (gar nicht so leicht mit sechs Grünen im Kreuz, die dir über die Schulter plieren) wurde das Gespräch sachlich.

    Sowas bleibt natürlich auf’m Dorf nicht verborgen. Nach und nach kamen dann einige Kunden daher, „Ja meeeiii, da warn scho a paar Tage lang so zwei Jugendliche in blauen Kapuzenpullis, die ham sich da rumdruckt und gschaut und gschaut, oba ma woaß ja ned, soi ma da jetzt was sagen, ma wui si ja a ned eimischn…“

    Tja, hätten wir den Hinweis gehabt, wär’s vielleicht anders abgelaufen, man hätte früher runtergehen können, einen Bekannte vom Wachdienst bitten können, während dieser Zeit mit dabei zu sein oder oder oder.

    Übrigens stellt’s mir jetzt, Jahre später, beim Schreiben immer noch die Haare auf. Was wäre gewesen, wenn Herr H. oder ich nichtsahnend da reingelatscht wären? Ganz abgesehen von der verletzten Privatsphäre (ja, nach Ladenschluss empfindet man das Geschäft als Privatsphäre). Das ist eigentlich das Schlimmste. Nicht der finanzielle Schaden, die Versicherung zahlt ja eh das meiste), nicht der Ärger und Aufwand, nicht die paar Tage mit einer notgesicherten (verschalten Türe.

    Nein, man kann einfach nicht glauben, daß da Fremde eingedrungen sind.

    • Fjonka sagt:

      Hättet Ihr das tatsächlich getan, das mit dem Wachdienst? Weil Jugendliche neigen nunmal zum lungern – ich finde das weiterhin keinen Grund, aktiv zu werden – allerdings ist unser laden ja auch direkt in der Fußgängerzone, nirgends, wo sonst nie Jemand lungert….
      Wenn bei Einem „daheim“ eingebrochen wird, das ist immer schlimm. Und doch meine ich nicht, daß diese Art „aufpassen“ angebracht war.
      Ich konnte es ja danach sehen, die liefen ganz normal längs, die haben keineswegs auffällig beobachtet oder sonstwie auffällig sich verhalten.

  2. Bibo59 sagt:

    Tja, wenn man den ganzen Tag nur ein Kleinkind als Ansprechpartner hat, wird es wohl schnell langweilig.

  3. Bibo59 sagt:

    Habe ich gestern im Käseblatt gelesen: Achne, das schreibe ich jetzt in bibos kleine Fluchten. Der Name ist Programm.

    • Fjonka sagt:

      Ohje! „Immerhin“ waren die Jugendlichen, um die es der Kinderwagenfrau ging, nicht dunkelhäutig und sahen auch sonst eher westlich/ deutsch aus.

  4. a sagt:

    ???????????????????
    Auch mir fehlen die Worte…
    Naja, aber Hauptsache sie hat sich gekümmert – oder eben auch nicht
    und sich eingemischt, oder eben auch nicht
    suspekt solche Leute…

    • Fjonka sagt:

      Mir lag ja auf der Zunge, daß sie mit ihrem Kinderwagen dann ja offensichtlich auch ’ne Stunde lang da rumgelungert hat, sonst hätte sie das ja nicht mitgekriegt… aber ich habs mir verkniffen.
      Die Jungs übrigens haben fürchterliche Dinge getan: haben was zu essen gekauft, sind zum Buswartehäuschen gegangen, haben dort mit ein paar Mädels geschnackt, mit denen sie sich die Süßis geteilt haben, sind NOCHMAL gen City gegangen, haben auf ihren smartphones rumgewischt – und irgendwann sind sie dann mit den Mädels zusammen weggegangen…. (es war WIRKLICH langweilig *gg*)
      Also, für diese Art des „kümmerns“ fehlt mir offenbar das Verständnis.

      • a sagt:

        Dann haben die ja wirklich schlimme Sachen gemacht – und wer weiß, wie das weiterging… 😉
        Aber stell Dir mal vor, sie wäre an jemanden geraten, der tatsächlich die Polizei gerufen hätte…

Platz für Klönschnack ...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s