Wech gewesen. Wieder da.

Weg waren wir, übers lange Wochenende und des Herrn F. 50. vor nun schon wieder einiger Zeit. Lüneburg haben wir angeschaut. Durchaus ’ne schöne Stadt, die Einiges zu bieten hat:

  • Große (und prächtige) Altstadt
  • schöne Cafés
  • Läden auch jenseits der allgegenwärtigen Ketten mit
  • einer Unzahl nie gesehener und richtig netter Postkarten – ich habe ZUGESCHLAGEN – es gibt bald für viele LeserInnen Post 😉
  • Das Salzmuseum – lohnt!!
  • Ein richtig guter Buchladen – auch da: ich habe zugeschlagen!
  • Und ich habe endlich (nach anderthalb Jahren etwa….) einen zumindest wesentlich plastikärmeren Rucksack gefunden als ich sonst je sah. Und auch da: zugeschlagen!! 🙂
  • Unbedingt buchen: Stadtführung. Wir hatten eine mit einem Nachtwächter, 500 Jahre alt. Ich glaube, das war eine sehr gute Wahl, denn des nachts ist Lüneburg in der Altstadt besonders schön, einerseits, und andererseits haben wir wirklich was gelernt UND es war sehr, sehr gut aufgemacht

Was Lüneburg leider nicht zu bieten hatte, waren Sonne und Temperaturen jenseits der 5°. Das hatte zur Folge, daß wir nicht so viel gesehen haben wie wir gern gesehen hätten, weil wir uns viel zum aufwärmen irgendwo „drin“ aufgehalten haben. Außerdem hatte das Lüne-Kloster noch zu, das wir gern angesehen hätten, und im Sommer kann man sicher super draußen rumgammeln dort – und wir haben zu spät festgestellt, daß wir noch eine Rathausführung hätten machen sollen. Heißt: wir kommen wieder, in einer wärmeren Jahreszeit irgendwann.

Anklicken zeigt die Fotos besser (jedenfalls zT) und die Texte dazu, was in diesem Fall mal ganz sinnvoll ist, um drunter den Text ganz zu verstehen 😉

Der Herr. dem Lüneburg seine Altstadt verdankt, das ist ein Architekt aus Hamburg, der Ende der 60er nach Lüneburg kam, um dort Zeichnungen der alten Häuser zu machen. Damals war der ganze Altstadt-Teil, der in der Senkung lag, schon fest zum Abriß vorgesehen, ein Parkplatz und eine Stadtautobahn geplant.

Die Senkung: der Salzstock, der in Lüneburg an die 1000 Jahre lang (!) per ausspülen der Sole ausgebeutet wurde, ist ca 4km tief, aber nur ca 1x1km breit (sofern ich mich recht erinnere). Und voll bebaut mit uralter Stadt. All die Häuser, die dort standen, waren inzwischen krumm und schief und voller Risse, weil durch die im Salz entstandenen Höhlen der Boden sich senkte. Und übrigens immer noch senkt, um 20cm JÄHRLICH)

Nun, jedenfalls hat der Herr Architekt sich in diese halbverfallenen Häuser verliebt und in kurzer Zeit die noch dort auf gepackten Koffern sitzenden Bewohner gegen die Abrißpläne aufgebracht – so nachhaltig, daß tatsächlich nicht abgerissen, sondern saniert wurde. Nur deshalb ist Lüneburg jetzt so ein Touristenziel, so schön und hat einen so wertvollen Altbaubestand! Allerdings sind doch immer wieder ganze Häuserzeilen und auch zwei Kirchen an die Senkung verlorengegangen (ich weiß allerdings nicht, wann genau) Wir wohnten in einem alten Haus in der Straße „Auf dem Meere“. Und die verdankt ihren Namen einem solchen Geschehen: Irgendwann vor ein paar hundert Jahren hatte sich in der Straße plötzlich ein großes Loch aufgetan, das sich schnell mit Salzwasser gefüllt hat ….

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6 Kommentare zu “Wech gewesen. Wieder da.

  1. Bibo59 sagt:

    Hach Lüneburg! Da bin ich auch immer mal gern hingefahren. Schlappe Tagestour von Hamburg mit dem Rad. Es gibt sogar Hamburger, die fahren nach Lüneburg zum Einkaufen, weil es da schöner ist als in der Hamburger Innenstadt. Was ich verstehen kann. Ja, leider senkt sich die Altstadt immer noch.

  2. Jane Blond sagt:

    Das finde ich wirklich erstaunlich. Ich stehe voll auf diese uralten Häuser, und mich schreckt wenig ab, was Sanieren und Renovieren angeht. Aber lebenslang sanieren müssen, und dabei wissen, da wird kein Ende sein. Oha!
    Ne, nicht direkt im Zentrum, etwas außerhalb dessen. Im ehemaligen Theaterfunduns.
    Lüneburg ist schön, aber stimmt, es gibt andere historische Altstädte, bei denen ich das Gefühl bekomme, bleiben zu müssen. Goslar beispielsweise, und viele andere Städte im Harz. Es wäre perfekt dort, könnte man das Meer mitnehmen 😉

    • Fjonka sagt:

      Beim durchlaufen haben wir immer wieder Risse gesehen, kleine und große – aber so ein Haus ist ja erstaunlich beweglich, es ist sicherlich nicht so, daß man ununterbrochen „dranbleiben“ muß. Es stehen da durchaus auch noch unsanierte, die optisch nach „in den 50ern zum letzten mal einen Handwerker gesehen“ oder noch länger unberührt wirken – und auch die stehn, ohne daß sie total schief aussehen oder wie kurz vor dem zusammenfallen.
      EIN neues Haus wurde genau auf der Senkungsgrenze gebaut – mit hydraulischem Fundament, das einmal jährlich nachjustiert wird…..

  3. Jane Blond sagt:

    Echt? Jedes Jahr zwanzig Zentimeter? Wie steht es denn da um die Häuser? Ist das eine anhaltende Sanierung?
    Ich war kürzlich auch in Lüneburg. Eine Freundin hat dort mit ein paar Mitstreitern eine Antikhalle eröffnet.
    Ich entwickle mehr und mehr einen Faibel für diese historischen Altstädte.

    • Fjonka sagt:

      Eine Anekdote dazu war bei der Stadtführung, daß statistisch nachweisbar Ehen in der „Senkung“ länger halten und es mehr Kinder gibt – man führt es auf das anhaltende „Projekt Haussanierung“ zurück, das dort jede Familie ununterbrochen beschäftigt.
      Man kann übrigens genau sehen, wo die Senkung beginnt – dort geht es ab einer Querstraße, die entlang führt, ABWÄRTS in diesen Altstadtteil, Früher ging es dorthin AUFWÄRTS, denn es begann schon der Fuß des Bergs, auf dem die Burg stand …

    • Fjonka sagt:

      Achja, die Halle haben wir gesehen (ich nehme zumindest an, daß sie es war; im Zentrum, ich meine, im Nicht-Senkungs-Teil!?) Wir waren aber nicht drin – einmal wars uns zu kalt, wir waren schon durchgefroren und unterwegs zum aufwärmen, einmal war sie zu.
      Wir haben uns allerdings gefragt (ohne die Antwort zu finden), woran es liegt, daß wir Lüneburg interessant, schön usw fanden, es alles gab, was das Herz begehrt – und trotzdem der Funke nicht übergesprungen ist wie in Regensburg oder Lübeck – Städten, bei denen ich ununterbrochen denke „hier könnte ich leben“. Lüneburg? Nein. Besuch immer gern, aber irgendwas hat gefehlt.

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