Imkerlatein: Bannwabe, Ammenbiene

Letzten Sonntag hatten wir uns mit der Antigenfoodfrau ( 😉 ) verabredet. Sie hatte im letzten Jahr zu imkern begonnen und jetzt nahe bei unserem Dorf ein Bienenvolk in einer Golzbeute (hatte ich ja letztlich schon verlinkt, Ihr wißt ja, schon, was das ist *g*) Nun soll in die frisch gekaufte Zweitbeute unser letztes Pflegevolk einziehen, das ja bisher in einer Zanderbeute gesessen hatte.
Problem: die Rähmchen der Zanderbeute sind breiter als die der Golzbeute. Deshalb müssen Biens ohne ihr Wabenwerk umziehen. Eine Woche zuvor hatten wir die Bienen schon an ihren neuen Platz gebracht, damit sie sich nach diesem rigorosen Einschnitt in ihr Leben zumindest schonmal in der Gegend auskennen (sich eingeflogen haben) Und dann gings los: Zuerst die Zanderbeute zur Seite rücken, die neue Golzbeute an den Platz stellen, den Biens kennen. Und dann….

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Das ging sehr friedlich vonstatten, wenn man bedenkt, daß es ein harter Eingriff ist, der auch noch bei knapp 10° und Sturmböen passierte… damit die Bienen im neuen Zuhause bleiben würden, haben wir zuvor vom schon alteingesessenen Volk eine Brutwabe mit frischer Brut herausgenommen und in die neue Beute gehängt. Bienen haben ja je nach Lebensalter bestimmte „Berufe“. Und die Bienen, die nun gerade Ammenbienen sind, d.h. mit der Pflege der Maden beschäftigt, die sind so auf ihre Aufgabe gepolt, daß sie auch in der neuen Beute sofort beginnen werden, die Brut zu pflegen. Und damit halten sie das ganze Volk sozusagen fest im neuen Zuhause, das sie evtl empört verlassen würden, wenn wir ihnen eine solche Bannwabe (also eine Wabe mit noch nicht verdeckelter Brut, die die Bienen sozusagen an ihr neues Zuhause „bannt“, weil sie niemals zu pflegende „Kinder“ dem Hunger- oder Kältetod überlassen würden) nicht gegeben hätten. Außerdem gibt es als „Grundausstattung“ noch zwei Waben mit Futter  für die Erstversorgung, denn das Wetter ist nicht so gut, daß Biens gute Chancen haben, schnell ihre Vorräte neu anzulegen.

Das alles hat erstaunlich gut geklappt und speziell für dieses Volk noch einen echten Nutzwert: es war das Volk, das auch jetzt, im Frühjahr, noch zu stark mit Varroen belastet war. Und die sitzen ja zu über 80% in der verdeckelten Brut – und sind somit jetzt aus dem Volk entfernt! Den restlichen Varroen geht die Antigenfoodfrau in 10 Tagen, wenn die Königin hoffentlich schon wieder angefangen hat, zu stiften, noch mit Milchsäure zuleibe. Und damit hoffen wir dann, das Volk für die Zukunft gut aufgestellt zu haben. Abwarten ….

Vielleicht überlegt jetzt Mancher hier, was denn nun mit all den alten Waben geschieht!? Wir haben die Brutwaben eingefroren (für den schonenden Tod der armen Maden) – die bekommen nun nach und nach die Vögel. Zwei sind schon leergefuttert. Die anderen Waben haben wir vom meisten Futter freigeschnitten, diese Teile gestampft und den Bienen in einem Topf neben ihr neues Nest gestellt. Können sie leerschluppen und zusätzlich als Futter verwenden. Der Rest wird später eingeschmolzen. Gibt bestimmt nochmal wieder eine hübsche Kerze….

Heute dann haben wir – die wir mit Schrecken festgestellt hatten, wie enorm hoch derzeit der Futterverbrauch bei Biens ist (sie brüten ordentlich, aber können kaum raus; und selbst wenn: bei unter 10° honigen nur sehr wenige Pflanzen…) – nochmal nach unseren eigenen Bienen geguckt. Und tatsächlich nachgefüttert! Alle hatten nur noch wenige Vorräte! Ansonsten sahs aber bei Sonne und Sternchen sehr schön aus, ein großes, geschlossenes Brutnest und viele Bienen zum pflegen. Das Mondvolk allerdings schwächelt extrem. Die Königin ist da, ein wenig auslaufende Brut – aber soweit wir sahen keien frische Brut – und nur wenige Bienen! Außerdem viel zu wenig Futter – und vielleicht liegt’s (auch, das Volk war eh schwach aus dem Winter gekommen) daran. Bei zu wenig Futter stellen die Königinnen das stiften ein und Maden – die ja nicht vernünftig versorgt werden können – werden aufgefressen. Wir haben ordentlich Futter gegeben, als (letzte) Chance für dieses Volk (Völkchen), sich noch aufzurappeln. Ob das gelingt, ist nicht klar. Wir wollen aber, auch weil sie seit der Auswinterung Durchfall haben, dieses Volk nicht auflösen und einem anderen Volk vorfegen. Die Königin ist da, Futter ist da – jetzt müssen sie gucken, ob sie was draus machen können…

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3 Kommentare zu “Imkerlatein: Bannwabe, Ammenbiene

  1. Bibo59 sagt:

    Meine sind nicht umgezogen. Haben ein neues Loch unter den Baumstumpf gebuddelt und tragen Pollen ein. Heute Mittag kommt die Imkerin noch mal vorbei.

    • Fjonka sagt:

      Bin gespannt. Daß die nicht umziehen ist mE nur logisch; sie lassen doch nicht freiwillig ihre Brut im Stich!

      • Bibo59 sagt:

        Jedenfalls war wohl gestern die Imkerin hier und hat die Kiste abgeholt. Momentan rührt sich nichts. Zu kalt. Ich hatte den Eindruck, es werden weniger, obwohl immer noch Pollen eingetragen wurde.

Platz für Klönschnack ...

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