Statisch/ dynamisch

Ich erwähnte gestern, daß mein Garten, wie ich gelernt habe, eher dynamisch ist. Erwähnte aber nicht, was das (und der Gegenspieler: statisch) bedeutet. Also:

Statisch nennt man, was die meisten Gartenfreunde gern sehen, was aber auch ordentlich Arbeit macht. Nämlich, ein Beet zu bepflanzen – in Farben so, wie man sie gern zusammensieht, und hinten hohe, vorn niedrige Pflanzen, alles so geplant, daß es schön ineinanderwächst (mehr oder weniger) und dann dieses tolle Bild bietet, das man in Gartenzeitschriften so oft sieht. Wunderschön! So hatte ich mir meine Staudenbeete früher immer vorgestellt! Und so waren sie auch. Anfangs mal. Abgesehen davon, daß ich mich hier und da immer mal vertan hatte mit den Farben und den Höhen und so natürlich. Aber eigentlich schon 😉
Leider macht das ganze spätestens nach 3, 4 Jahren relativ viel Arbeit – denn damit alles gepflanzte überleben kann, muß den schwachwüchsigeren Platz zum atmen erhalten werden, die starkwüchsigeren müssen eingedämmt werden, die, die offenen Boden brauchen, müssen den bekommen, um sich aussamen zu können – an den Plätzen, an denen man sie haben möchte – undundund. Und da kommt dann die Dynamik ins Spiel:

Dynamisch ist, was die Natur mit dem Garten macht, wenn eine Fjonka weder Zeit noch Lust hat, den Staus Quo aufrecht zu erhalten. Und wenn sie viel zu viel Mitleid mit den Pflanzen hat, die nunmal einfach nicht da wachsen wollen, wo sie sie immer wieder hinsetzt. Und mit denen, die sich aussäen und nun eigentlich da- und da- und da auch- und überhaupt auch da doch genauso hübsch aussehen wie dort, wo sie ursprünglich mal standen. Und……. schon macht der Garten, was er will. Keine Sonnenbraut mehr – keine Spornblume. Die mögen meinen Garten einfach nicht! Dafür aber immer mehr brauner Storchschnabel, Krokusse, Akeleien, Vergißmeinnicht, Waldmeister undundund. Und auch die langersehnten, Lerchensporn und Buschwindröschen, haben inzwischen festgestellt, daß es sich bei mir gut ausbreiten läßt! Noch bummelig 20 Jahre, und ich habe meine gartenweiten Polster 😉 – die Gärtnerin braucht Geduld (hat sie aber nicht mehr so wie noch vor 10, 15 Jahren, weil sie oft dran denkt, daß sie die schönen gartenweiten Polster vielleicht gar nicht mehr erlebt….)

Würde ich die Dynamik sich selbst überlassen, hätte ich bald (wieder) Giersch, Buchen, Brennesseln, Ahorn mit Tupfen von Storchschnäbeln, Bärlauch, Akeleien etc dazwischen. Aber sooooo dynamisch will ichs dann auch wieder nicht haben, also lasse ich den Garten machen – in weit gesteckten Grenzen, aber nicht völlig eigenständig:

  • ich versuche, den Giersch und die Brennesseln aus den Beeten zu halten. Sonst dürfen sie wachsen, werden bloß 1-2x jährlich gesenst
  • Letztes Jahr habe ich Astern in ihre Schranken gewiesen (etwa 4-5 qm von ihnen entfernt. Auf diesen Quadratmetern haben jetzt Diejenigen eine Chance, die offenen Boden mögen – und prompt ist eine Königskerze aufgetaucht. Die hatte ich in den letzten 2 Jahren vermißt….)
  • Was ich entferne wird in den Knick geworfen. Und erstaunlich viel davon sagt „DANKE!“: Zwischen Giersch und Brennesseln wachsen Comfrey, brauner Storchschnabel, Felberich, Farne, Bärlauch, Bergflockenblumen und Japananemonen. Und vielleicht auch Astern, ich hab noch nicht nachgeschaut….

Wie sind denn Eure Gärten? Eher statisch? Oder dynamisch? Und hat sich das so ergeben, oder ist es gwollt? Ich bin neugiereig!

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Haus & Hof.

16 Kommentare zu “Statisch/ dynamisch

  1. Sylvia sagt:

    Hallo Fjonka,
    der Ausdruck dynamisch gefällt mir. Und ja, Natur und Leben sind einfach nicht statisch. Ich hab unseren Garten immer als faulen Garten bezeichnet. Die Gestaltung erfolgt durch uns und die Natur. Viele Wildkräuter und Kulturpflanzen, die sich selbst versamen, dürfen, wenn sie wollen und können. Deshalb nennen wir unseren Garten auch gerne einen Entweder-Oder-Garten – entweder die Pflanzen wachsen willig – oder eben nicht. „Fertig“ wird unser Garten nie sein, weil er sich immer von alleine verändert und wir immer wieder andere Bedürfnisse und Ideen haben.
    In diesem Sinne, liebe Grüße
    Sylvia von der Krautgarten-Manufaktur

    • Fjonka sagt:

      „Entweder-oder-Garten“ – das ist aber auch schön, und so einer ist meiner definitiv auch (Ausnahmen: Buschwindröschen und Lerchensporn. Da war ich hartnäckig und bin letztlich nach mehreren vergeblichen Ansiedlungsversuchen erfolgreich gewesen.) Und nein, fertig ist so ein Garten nie. Gut ist das 🙂

  2. […] im Garten. Deswegen freue ich mich, dass er wieder da ist. Und gleich spontan an mehreren Stellen. Fjonka nennt diese Art des Gärtnerns ja dynamisch. Hört sich gut an. Mache ich sofort […]

  3. Hallo Fjonka!

    Das muss ich mir unbedingt merken, dynamischer Garten, perfekt!

    Ich habe nämlich auch einen dynamischen Garten, nur dass mir das bisher noch keiner gesagt hatte. Und ich habe einiges an sehr dominantem Zeugs da in meinen Beete und weiß nun endlich, warum die anderen so dahin kümmern.

    Scheinbar war ich noch nicht so weit wie Du, dass ich der Dynamik doch auch ihre Schranken wies 😉

    Vor allem ist z.B. das Moos in meinem Garten sehr dynamisch. Trotz konsequenten Versuchen, an einigen Stellen eine Wiese zu haben, wächst dort nur Moos und ich musste mich geschlagen geben. Die Natur ist eben viel stärker als wir!

    lg
    Maria

    • Fjonka sagt:

      Dynamisches Moos haben wir auch *gg* – aber das habe ich noch nie als negativ empfunden: es ist weich, es ist grün, und man muß viel seltener mähen, was bedeutet: Sprit- und Arbeitsersparnis. Eigentlich perfekt, oder? 🙂

    • Bibo59 sagt:

      Lobe Dein Moos: Eine Hand voll Moos kann bis zu fünf Litern Wasser speichern. Moos ist eine Pionierpflanze, die wächst, wo sonst nix wächst.
      Es gibt eben Stellen, da wächst kein Gras. Zum Beispiel unter Bäumen, vor Allem unter Nadelbäumen. Hier gibt es so ne Ecke, da hat meine Mutter jahrelang gegen die Natur anarbeiten lassen. Alle Jahre wieder vertikutiert, umgegraben, planiert Raaasen gesäht, gewässert, Rasendünger mit Unkrautvernichter draufgekippt (Nebenwirkung: „Wir haben ja überhaupt keine Schneeglöckchen mehr im Raaasen!“)… Dann hat das etwa drei Monate lang „sooo schön ausgesehen“ und im nächsten Jahr konnte sie sich wieder ordentlich ärgern, weil das Gras weg und das Moos wieder da war.
      Ich habe da alle möglichen Blumenzwiebeln eingebuddelt, eigene Schneeglöckchen und Findelzwiebeln (Narzissen, Hasenglöckchen) und wenn da irgendwas blüht lasse ich das wachsen. Zur Zeit Gundermann zur Freude der Hummelschweber.

      • Hallo!

        Ich war da nicht so hartnäckig. Das habe ich nur 1 x gemacht, alles abgetragen und neu Graz angesäht.

        Als das nach kurzer Zeit so aussah wie vorher habe ich es bleiben lassen. Dynamisch eben *lach*

        Danke für Dein Kommentar, das bestärkt mich dabei!

        lg
        Maria

  4. Steph sagt:

    Ach Fjonka, bei mir sieht es auch so dynamisch aus. Das macht den Garten jedes Jahr wieder spannend. Warum nur sind die Zierstauden auch solche Sissis und wollen ständig bepuschelt werden. Nur den Brennesseln (und Dost und Pimpinelle und Fenchel) muß ich etwas Einhalt gebieten, soviel Tee kann ich ja gar nicht Trinken. Euch noch ein schönes Pfingstwochenende Stephanie

    • Fjonka sagt:

      Das klingt so nach Stoßseufzer – als ob Du nicht so ganz glücklich wärest mit der Dynamik in Deinem Garten!? Richtig oder dem schriftlichen geschuldet?
      Ich jedenfalls bin meist zufrieden damit, jedes Jahr wieder von neuen Wuchs-Orten, Selbstaussaaten und Farbspielen überrascht zu werden – bloß so einige Invasoren (als allererstes natürlich den Giersch, aber auch „selbstverschuldete“ wie neuerdings die Pfefferminze) hätte ich gern einfach mehr unter Kontrolle…

      • ladypark sagt:

        Ich habe hier auch viel Minze, bin aber dennoch dankbare Abnehmerin. Hier wird Minztee geliebt. Ich könnte sie beim nächsten Besuch gerne dort schneiden bzw. rausreißen, wo sie dir zu viel ist.

        Mein Garten ist in deine Kategorien (noch) nicht einzuordnen. Ich merke, dass mir einfach Zeit und Energie fehlen, um mich mal richtig mit dem Gartenthema zu befassen. Das, was ich mir wünschen würde, macht eben auch Arbeit – naturbelassen hin oder her. So ein Neubaugebietgarten ist ja eben nicht von allein da. *seufz*

        Fazit: Ich brauche jemanden, der umsetzt, was ich gern hätte. *pfeif*

        Aber vor allem würde ich mir wünschen, dass die Bäume mal schneller wachsen und Schatten spenden.

      • Bibo59 sagt:

        Die Minze habe ich Im März runtergeschnitten und dieses Jahr wächst sie nur spärlich nach. Die Vergissmeinnicht waren schneller.

      • Steph sagt:

        Oh, so war es gar nicht gemeint aber da mir wordpress.com mal wieder Ärger machte war alles weg und ich mußte nochmal schreiben da war ich dann etwas fauler. Also Richtigstellung: Ich liebe diese Dynamik im Garten

        • Fjonka sagt:

          Okay…
          Du hast also mit wp Probleme beim kommentieren? Ich kann seit Wochen keine Kommentare mehr auf Blogger/ Blogspot posten. Verschwinden ohne irgendeine Meldung im Nichts 😦

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