Hmpf

Es ist nicht schwer, mich zu verärgern – man muß mich bloß warten lassen….. so wie der Tischler zum Beispiel. Manchmal denke ich, die Handwerker werden es niemals lernen, das mit der Kommunikation!
Aber fangen wir mal vorne an: Zwei der Wintergartenfenster schwächeln – weiche Stellen, einmal in der Wasserleiste, einmal sogar im Rahmen.

Erster Akt:

-Gut, sagt er, machen wir gern. Wir kommen dann gleich morgens als erstes zum angucken und sprechen dann weiter.
-Ähm – wann ist denn, bitte, gleich morgens?
-7 Uhr 15, sagt er.

Okaaaaay, ich also Wecker gestellt, mich um viertel vor sieben aus dem Bett gequält (ist ja alles nicht mehr so schlimm, ich bin ja eh immer schon eeeeewig früh wach – aber aufstehen und fit sein für ein Gespräch – das ist dann noch was anderes….). Und gesessen. Irgendwann wars halb acht, dann acht, und dann war ich voll genervt. Um viertel nach acht bin ich hochgelaufen, um die Nummer rauszusuchen – just in dem Moment fährt er vor. Kein Wort der Entschuldigung. Auch nicht, als ich erwähne, daß ich grad schon anrufen wollte. Aber okay, er ist da.

Es wird abgemacht, daß er dienstags im Laufe des Vormittags kommen soll.

Zweiter Akt:

Dienstag. Es wird elf, es wird zwölf, es wird zwei …. um halb vier versuche ich anzurufen, reichlich genervt – nur der AB. Also mach ich mich auf den Weg dorthin. Zum Glück ist Jemand da. Einer, der nix damit zu tun hat, aber meinen Ärger abkriegt – gefiltert, denn der Mann ist nett und kann nix dafür…. Er ruft an;

-Wo bist Du?
-In Böel
-In Böel? Und was ist mit den Fenstern in ***, hier ist die Frau, die sagt, das wäre für heute abgemacht?
-Der Chef hat gesagt, ich soll erstmal die Baustelle hier fertigmachen. Ich fahr morgen hin
-Wann morgen?

Hier interveniere ich: nix da, morgen geht nicht, Niemand daheim!
-Das mache doch nichts, er könne da ja von außen ran…
-NEIN! Erstens wollte ich das erst noch richtig durchsprechen, und zweitens hatten wir besprochen, daß er auch die Türe gängig macht, und an die kommt er nicht von außen.

Okay. Es wird abgemacht: Donnerstag, halb acht. Ich hake aber noch nach. Berichte vom ersten Termin. Und stelle klar, daß ich durchaus Verständnis dafür habe, wenn eine andere Baustelle länger dauert, nicht aber dafür, wenn ich nicht verständigt werde.

Dritter Akt

Mittwoch morgen, viertel nach neun. Ich krame so im Haus rum, will noch die kaputte Rahmenstelle fotografieren, gehe dafür hoch – und sehe in der Auffahrt einen Wagen der Tischlerei stehen. Hatte auch im Hinterkopf Maschinengeräusche wahrgenommen, das fällt mir jetzt auf…. schieße runter – ist da der Tischler bei der Arbeit!

-Ja, sagen Sie mal, das kann doch wohl nicht wahr sein – Was wollen Sie jetzt hier? Wir hatten morgen halb acht ausgemacht!
-Mein Chef hat gesagt, ich soll heute hierher.

Jetzt bin ich wirklich sauer, und das sag‘ ich auch deutlich. Der Mann ist ein wenig zerknirscht. Ich frage, wie er sich das denn wohl mit der Tür vorgestellt hat, ich müsse um viertel nach zehn los, und deshalb sei auch morgen abgemacht gewesen!

-Da kann ich ja dann nochmal wiederkommen!
-Und dann warte ich wieder zweimal vergeblich? Nee, wirklich nicht! Kriegen Sie das JETZT hin, bevor ich fahre? Dann machen Sie das bitte jetzt und danach den Rahmen. Und außerdem wollte ich noch x und y mit Ihnen besprechen (tu ich)

So wurde es dann auch gemacht. Abends kam ich heim, alles soweit fertig und okay – aber der ganze Müll (Schleifpapier, Reste des lackierten alten Rahmens etc) lag unter den Fenstern. Wäre ich daheim gewesen, hätte ich den Kerl so nicht vom Hof gelassen. Aber jetzt ists mir auch egal, diese Firma habe ich zum letzten Mal beschäftigt!
Und dabei hatte es so gut angefangen mit ihnen – die ersten Male kam immer ein erstens supernetter und zweitens sehr kompetenter Mann (der arbeitet jetzt nicht mehr dort….), dann kam noch die „Weihnachtstischler“- Überraschung….. sehr schade also, aber so isses. Die Zeiten ändern sich offenbar, und ich bin ein weiteres Mal auf Handwerkersuche….

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in renovieren.

10 Kommentare zu “Hmpf

  1. teff42 sagt:

    wie heißt es so schön: einen guten Handwerker erkennt man daran, dass er kommt.
    Bezüglich meiner nun fast fertigen Oldtimerrestauration habe ich gelernt, dass Handwerksbetriebe nicht in der Lage sind anzurufen, wenn etwas fehlt oder fertig ist. Sie warten, bis man sich selber kümmert und meckern manchmal sogar, wenn das zu früh oder zu spät scheint. Trotzdem würde ich diese Werkstatt wieder beschäftigen und auch weiterempfehlen, denn das was ich sah, wie die aus meinem Nudelsieb wieder ein (schönes) Auto gemacht haben, ist handwerklich einfach sehr gut und auch preislich haben wir uns gut geeinigt, dafür hats eben aber auch 3 Jahre gedauert und nicht nur eins (was aber auch nicht wirklich zu schaffen gewesen wäre)…

  2. Hallo Fjonka!

    Oh weh, kann ich gut nachvollziehen, ich finde das auch immer SEHR öd!

    lg
    Maria

  3. ladypark sagt:

    Sei froh, dass du kein Haus bauen musst, diese Phase werde ich nie vergessen. Wenn ein Gewerk mit dem anderen abgestimmt werden muss, das Grauen!
    Ich überlege gerade, meinen Maler anzurufen, der ist eine rühmliche Ausnahme was Zuverlässigkeit betrifft. Sagt er 8 Uhr, dann steht er Punkt 8 Uhr auf der Matte. Aber der ist auch allein in seinem Betrieb, da können Absprachen eigentlich nicht schiefgehen.
    Deine Tischlergeschichte ist echt eine Frechheit. Und dann noch den Müll liegen lassen, tz, tz.

  4. Bibo59 sagt:

    Das fängt meistens damit an, dass sich in der Chefetage was ändert, der Disponent entsorgt wird und die teuren, weil kompetenten und supernetten Mitarbeiter entlassen und durch weniger teure ersetzt werden.
    Hier gibt es eine Installationsfirma, die seit Jahren für uns arbeitet und deren Mitarbeiter immer noch kompetent sind, aber in letzter Zeit klappt es überhaupt nicht mehr mit der Dispo. 😦 Da kannst Du schon mal ein paar Wochen auf einen Rückruf warten.

  5. wattundmeer sagt:

    Das kenne ich doch… Handwerker tun grundsätzlich nicht das, was Sie sagen. Hast Du Morgen halb zehn einen Termin mit Ihnen, kannst Du Dir für halb zehn was anderes vornehmen, denn eins ist sicher: um halb zehn kommt kein Handwerker…

    • Fjonka sagt:

      Inzwischen hab ich für die meisten Gewerke einen Stamm-Pool, nach langen, leidigen Jahren…. aber eben nicht für Tischler, da hapert es noch (bzw jetzt wieder)

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