Der Wind

Wer nicht segelt, der braucht auch keinen Wind...

Wer nicht segelt, der braucht auch keinen Wind… (gefunden in Flensburg)

Frau Meertau – regelmäßig lese ich bei ihr mit, und jüngst schrieb sie etwas, das mich erstaunte.
Daß nämlich, wenn sie auf dem Festland sei, ihr der Wind so fehle.

DER WIND!?

Der Wind wäre, was ich – nach dem Schnee – sofort abbestellen würde, wenn ich die Wahl hätte, am hiesigen Klima zu drehen. Der Wind nervt nämlich gewaltig! Und mit Wind meine ich nicht das angenehme laue Lüftchen, bei dem Rheinländer oder fränkische BesucherInnen regelmäßig  „ach, ist es schon wieder windig heute“ ausrufen … und mit Wind meine ich auch nicht den Sturm, der immer wieder über uns hinwegfegt- gut, ein Christian oder Xaver muß es nicht wieder sein, aber mit den normalen Stürmen kann ich leben.

Nein, mit Wind meine ich den Wind. Der mich in den Windschutz zwingt, wenn ich gern mitten auf der Wiese säße. Der mich, kommt er aus anderen Richtungen, in die Wohnung zurückdrängt, wo ich sehnsüchtig aus dem Fenster blicke – es sieht doch so wunderschön aus da draußen! Der das bißchen Schnee im Winter zu hohen Wehen aufhäuft, der die Pfingstrosen plattdrückt, der die Düfte von Geißblatt und Nachtkerze in alle Richtungen verstreut, statt sie mich an lauen Abenden genießen zu lassen, der ein abendliches Lagerfeuer verbietet, der mich mürbe macht in seiner steten Anwesenheit – diesen Wind.

Gibt es dann einmal ein paar windstille Tage, dann atme ich auf, genieße die Wärmeinseln hinter hohen Pflanzen, die Gerüche des Gartens, die sich herauswagenden Schmetterlinge, den Anblick ruhiger Wolken.

Aber was heißt schon „windstill“? Unser laues Lüftchen bleibt fast immer erhalten, und das ist auch gut so – denn sobald es sich ebenfalls legt, kommen Bremsen und Mücken in Scharen. Jetzt riechen sie „Mensch“, davor bewahrt der Wind uns sonst. Diesen Wind weiß auch ich zu schätzen, ein klitzenkleines Bißchen norddeutsch bin ich wohl doch schon, inzwischen….

 

Advertisements
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Sonst so.

11 Kommentare zu “Der Wind

  1. Gerburgis sagt:

    Seitdem ich Bienen habe und sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit fotografiere, wundere ich mich auch, wie windig es bei uns im seefernen Münsterland doch ist. Die Sonne scheint, die Blumen blühen – aber sie wehen dauernd im Wind! Dazu die wibbelige Biene – der Ausschuss an unscharfen Fotos ist riesig…

  2. Jane Blond sagt:

    Ich, das büschen Wind 😉
    Was mich weit mehr nervt, ist die Feuchte gerade, die ja auch generell zu unserem Klima gehört. Wir schreiben den 29. Juno und der Kamin brennt, weil alles klamm ist und Feuchte frieren lässt …

    • Fjonka sagt:

      Von wegen Ofen und kalt und so: das Bienenjahr neigt sich so langsam schon dem Ende zu, sie verkleinern schon ihre Brutnester – wenn gucken, dann sollte das bis Mitte Juli passieren, weil danach die Varroabehandlung ansteht (da kann man dann wochenweise nicht öffnen) und die biens auch viel biestiger werden (Winterfutter verteidigen und so….)

  3. Bibo59 sagt:

    Der mir beim Grillen ständig in den Nacken und die Ohren gefahren ist.

  4. naliestewieder sagt:

    Wir hatten mal eine entfernte Verwandte in Stade, die es nach dem Krieg dorthin verschlagen hatte, die sprach wegen des Windes von „Kopptuch“- Gegend. :-)) Hast du kein Kopptuch? Mich macht Wind nervös, ich mag ihn auch nicht so. Da nehme ich lieber Stechmücken in Kauf, an die bin ich gewöhnt.

    • Fjonka sagt:

      Kopptuch nicht – aber Halstuch – auch jetzt wieder. Und ich trau mich nicht, mir die haare zu schneiden. Weil: wenn Wind, dann Zug, dann Koppweh.

  5. a sagt:

    Irgendwie hast Du ja recht – der Wind kann ganz schön anstrengend sein. Und Du hast ihn auch genau richtig beschrieben. Aber ich liebe den Wind, wenn er mir z. Bsp. den Kopf wieder frei pustet. Und ich habe in den 2 1/2 Jahren, in denen ich in Franken gewohnt habe, kaum etwas so sehr vermisst wie den Wind! Kein „Brrrrr…“ und Zähneklappern, wenn ich im Winter von draußen rein kam und erst diese stehende Hitze im Sommer und eben auch keinen, der die trüben Gedanken aus dem Kopf gefegt hat.
    Das ist wohl der Unterschied, wenn man dann ein ‚echtes‘ Nordlicht ist 🙂 Aber Du bist ja auf dem besten Wege 😉

  6. wattundmeer sagt:

    Ja, so tröste ich mich auch immer. Unser Wind hier oben hält Bremsen und Mücken fern. Was nützt mir ein windstiller, lauer Sommerabend wenn mich die Mücken „auffressen“…

  7. ladypark sagt:

    Du sprichst mir aus der Seele.

Platz für Klönschnack ...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s