Kleinvieh

KleinviehDurch ein Gespräch am Küchentisch bin ich darauf aufmerksam geworden, daß ich auf ganz unspektakuläre Weise seit vielen Jahren dazu beitrage, den Müllberg klein zu halten.

Ich bin Brillenträgerin.

Eine Brille habe ich schon seit Kindertagen auf der Nase – und immer, wenn sie nicht mehr paßt (egal, ob’s in früheren Zeiten das Gestell war oder jetzt die Stärke der Gläser) wurde das alte Gestell samt Gläsern zum Optiker gegeben – als Spende für ärmere Länder. Das ist das eine. Viel mehr Müllersparnis bringt aber, daß ich nie auf Kontaktlinsen umgestiegen bin.

Die erste Kontaktlinsenerfahrung, passiv, habe ich in Teenie-Jahren mit einer Freundin gemacht. Die nämlich war eine der ersten Menschen in meinen Kreisen, die Kontaktlinsen hatte. Und schon damals habe ich mir gedacht:

Auhauahauehauehaueha, wat’n Aggewaas!

Also, natürlich habe ich das nicht gedacht, weil ich damals noch im Rheinland lebte und diesen wunderbaren Ausruf garnicht kannte! Aber Mann, was hatte die Arbeit! Spülen, reinigen, sprayen, aufbewahren, rausholen, einsetzen …. furchtbar! Und was für ein Equipment sie dafür brauchte!

Heute ist das mindestens genauso schlimm – man kauft riesige Packungen mit Reinigungsflüssigkeit in Plastikflaschen, dazu Kochsalzlösung, Desinfektions- und Aufbewahrungsflüssigkeit- es gibt auch All-in-one-Lösungen, aber offenbar (hab ich grad mal kurz reingelesen) taugen die für viele Augen nicht. Und sind auch in großen Plastikflaschen.
Aufbewahrung der Kontaktlinsen nachts? Natürlich in Plastikschälchen mit Drehverschluß. Oder aber man setzt sich gleich Einweglinsen rein, jeden Tag zwei neue, extra hergestellt und abends einfach weggeworfen.

Dagegen ich: Brille plus Stofftaschentuch, vielleicht ein bißchen Spucke – fertig. (Brillenputztücher sind die Pest! Überflüssig hoch drei und jedes einzeln verpackt, wat’n Blödsinn!) Meine Brillengestelle werden meist um die 10, 15  Jahre alt, bis sie irgendwann so auf sind, daß ich ein neues brauche. Jetzt könnt Ihr Euch leicht ausmalen, welche Müllberge ich in den über vierzig Jahren als Brillenträgerin bereits eingespart habe- ganz ohne es zu merken!
Schön 🙂

In eine Falle bin ich allerdings bei der letzten Brille getappt: ich hatte noch nicht kapiert, daß inzwischen jede neue Brille standardmäßig Kunststoffgläser hat (früher war’s so, daß die mehr kosteten und deshalb extra nachgefragt wurde, ich brauchte also nichts tun, um Glasgläser zu bekommen) Meine nächste Brille bekommt wieder Glasgläser, die sind viel besser weil kratzfester und leichter putzbar. Außerdem plastikfrei. Und in über 40 Jahren ist mir noch nie eines kaputtgegangen.

P.S.: Vielleicht gibt es ja auch für KontaktlinsenträgerInnen umweltfreundlichere, müllsparendere Lösungen – damit habe ich mich nicht extra befaßt, Ihr dürft mich gern belehren. Gelesen habe ich darüber aber noch nichts.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Kleinvieh.

8 Kommentare zu “Kleinvieh

  1. J. sagt:

    Also lange Zeit hat sich meine Stärke jedes halbe Jahr um ein viertel Diopdrin verschlechtert. Das heißt bei jeder neuen Packung Kontatklinsen haben wir diese an meine Stärke angepasst. Mit Brille ist das nicht praktikabel. Wer leistet sich jedes halbe Jahr eine neue Brille? Und trotzdem war meine Sehkraft immer auf dem aktuellsten Stand. Ich bin froh um meine Kontaktlinsen, anders wäre es gar nicht gegangen. Mittlerweile bin ich bei -6 stehen geblieben und hoffe, dass es so bleibt und sich nicht irgendwann weiter verschlechtert. Mit Brille komme ich gar nicht zurecht. Die Linsen sind für mich allerdings kein Problem. 😉 Da spare ich lieber bei anderen Möglichkeiten und nehme den Verpackungsmüll von den Kontaktlinsen in Kauf.

    Mein aktuelles Projekt… meinem Freund versuchen beizubringen wie man richtig den Müll trennt. *Augen roll* Das ist echt eine Lebensaufgabe.
    Schon mal die Erfahrung gemacht? Irgendwelche Tipps wie man es schafft es dem Mann „erfolgreich“ nahe zu bringen? Bin fast am Verzweifeln. *lach*

    • Fjonka sagt:

      Mülleimer gut beschriften!?
      Aber eigentlich kann das Problem ja nur eines des mangelnden Willens sein, denn so sonderlich schwierig ist das mit dem Müll ja nun auch nicht….
      Einen Mieter hat vor langen Jahren mal motiviert, daß wir ihm angekündigt haben, daß er die Mehrkosten für die mangels Mülltrennung volle Restmülltonne über nehmen müsse …

      • J. sagt:

        An der Beschriftung liegt es nicht. Generell weiß er wo was drin ist.
        Für uns Frauen ist das nicht schwierig… aber die Männer tun sich damit so schwer. Warum kann ich auch nicht verstehen. Ich weiß auch nicht wie oft ich ihm schon gesagt habe dass Küchenrolle Zellstoff ist und kein Plastik… und somit auch NICHT in de Plastikmüll (gelber Sack) gehört.
        Und auch schon unzählige Male, dass Konservendosen durchaus in den gelben Sack gehören und nicht in den Hausmüll. Ich wiederhole mich einfach nur 100 mal ohne Ergebnis. Und das sind nur zwei Beispiele. *frustrierend*

        Das habe ich ihm übrigens auch schon gesagt, dass der Hausmüll am meisten kostet für die Entsorgung. Daher lohnt es sich auch finanziell richtig zu sortieren und den Hausmüll so gering wie möglich zu halten. Hat leider auch nicht geholfen.

        Ich bräuchte den ultimativen Tipp oder Trick. *lach*

        • Fjonka sagt:

          Ehrlich gestanden ist es für den herrn F. kein Problem, da liegt wohl eher eine mentale Blockade vor *gg*
          Ihr habt wahrscheinlich keine getrennten Konten? Wenn doch, KÖNNTE helfen, ihn den Hausmüll zahlen zu lassen.
          Was den Naturschutzgedanken angeht, halte ich allerdings müllvermeiden für wesentlich effektiver als richtige trennung – und vielleicht hast du da ja mehr Chancen (zB weil DU einkaufen gehst, oder weil er prinzipiell dem Umweltschutzgedanken etwas abgewinnen kann und Ihr gemeinsam überlegen könnt, was da noch zu tun sein könnte)

          • J. sagt:

            Den Hausmüll allein zu zahlen… damit wäre er wohl nicht einverstanden. 😉

            Natürlich ist Müll vermeiden das Beste. Da gebe ich mir in einigen Bereichen auch große Mühe. Aber der Müll der halt noch da ist bzw. anfällt, dass man dann den wenigstens trennt ist für mich selbstverständlich. Schon immer. Ich bin so groß geworden. Ist ja eigentlich auch das Mindeste. Schließlich gibt sich mein Freund keine große Mühe im Müll vermeiden.
            Es wird für mich wohl ein ewiges Rätsel bleiben, wie ich ihn zum richtigen Müll trennen bewegen kann. 😉

  2. realkiku sagt:

    Bei -11 Dioptrien bin ich sehr froh, ein bisschen Plastikverpackungen verschwenden zu können.
    Alle 1-2 Monate zwei kleine Plastikbehälter mit Alu-Abdeckung, wo die Monatslinsen drin sind, und jeden Monat eine Plastikflasche für die Wasserstoffperoxidlösung, einen Alu-Tablettenstreifen für die Katalase-Neutralisationstabletten und ein Plastik-Schraubdöschen zur Aufbewahrung. (Die benutzten Chemikalien sind immerhin für das Auge und die Umwelt völlig unbedenklich). Die Kontaktlinsen selbst sind aus Silikon-Hydrogelen und schrumpeln zu kleinen, dünnen Schnurpseln zusammen. Inwieweit diese Silikonelastomere biologisch abbaubar sind, habe ich durch eine kurze Recherche nicht herausfinden können, da es da verschiedene gibt, sieht aber eher ungünstig aus.

    Ich kann allerdings mit Kontaktlinsen sehr viel besser gucken, weil der Verkleinerungseffekt der Brillengläser wegfällt. Ich nehme mir heraus, die Umwelt etwas zu verschmutzen, um meine Behinderung auszugleichen 🙂

    • Fjonka sagt:

      Na, ich schätze, das würde ich ganz genauso machen, mit so schlechten Augen!
      Ich bin froh, es nicht zu müssen 🙂
      Ich wollte aber auch Niemanden hier mobben, falls sich das so liest – ich war bloß drauf gestoßen und freute mich, Müll vermieden zu haben, ganz ohne es bemerkt zu haben *gg*

Platz für Klönschnack ...

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