So! Wieder ein Schritt getan auf einem langen Weg!

Heute ist der erste Tag, an dem die drei irakischen Männer ihren Integrationskurs besuchen! Das war ein langer Weg, schließlich sind sie schon fast ein Jahr hier und haben nach wie vor noch keine Aufenthaltsgenehmigung (nur eine -gestattung). Nur weil es inzwischen Sonderregelungen für Syrer, Iraner, Iraker und Eritreer gibt, können sie „jetzt schon“ zu einem Integrationskurs. Und nur weil eine Frau vom Jobcenter an der hotline fit war und mir von dieser Sonderregelung „off topic“ erzählt hat, konnte ich so schnell handeln und sie anmelden. Die Jemeniten in derselben WG sitzen ebenso lange hier und haben keine Chance auf einen Integrationskurs (und auch auf keinen anderen Sprachkurs, es sei denn ein ehrenamtlicher!) Na, aber für unsere Drei ist es so weit:

Ab jetzt werden sie montags bis freitags täglich dreieinviertel Stunden lang deutsch lernen – und hoffentlich abends (oder, der Kurs ist nachmittags, vormittags vorher) Hausaufgaben machen und lernen. Sie haben sich für einen Teilzeitkurs, der länger dauert, entschieden, was ich für extrem sinnvoll halte – man stelle sich vor, man solle acht Stunden am Tag eine neue Sprache lernen, fernab von daheim in ja nach wie vor neuer Umgebung, als Mensch, der selbst als Kind nicht regelmäßig zur Schule gehen konnte wegen Kriegswirren im Land, und der ja nun auch schon jahrelang aus der Lernerei raus ist. Und dann noch Hausaufgaben machen. Nein, das kann nicht klappen! Im Bestfall können sie nach einem Jahr die B1-Sprachprüfung und die zum Integrationskurs gehörenden Prüfungen in deutscher Geschichte/ Politik/ Kultur bestehen und sind dann, zusammen mit der dann hoffentlich endlich bekommenen Aufenthaltsgenehmigung, endlich frei, umzuziehen, sich Arbeit zu suchen, eine Wohnung …. und haben dann, B1 sei Dank, hoffentlich auch für all dies bessere Chancen.

Wir haben das unsere getan, indem wir letzte Woche noch gemeinsam vom Bahnhof aus zur Schule gelaufen sind, um ihnen den Weg und das Gebäude zu zeigen, einen großen Komplex aus mehreren Gebäuden – finde da mal Haus C Raum 6, so als Asylant im fremden Land……. Außerdem waren noch einige andere Dinge in Flensburg zu erledigen, und einen netten, langen Plausch draußen vor dem Café Kritz in der Sonne haben wir uns auch gegönnt 🙂

Ich wünsche ihnen sehr, daß sie nette LehrerInnen und MitschülerInnen haben, die es ihnen nicht zu schwer machen, ernsthaft dabeizubleiben. Daß ihre Hoffnungen, die sie in diesen Kurs legen, erfüllt werden. Daß sie das Ihre dazutun, daß das geschehen kann. Und ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, was sie von den ersten Tagen berichten werden….

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Sonst so.

8 Kommentare zu “So! Wieder ein Schritt getan auf einem langen Weg!

  1. Frau Tonari sagt:

    Alles Gute den frischgebackenen Schülern. Und? Warst Du versucht, ihnen eine Schultüte zu schenken?

  2. ladypark sagt:

    Deinen Wünschen schließe ich mich an! An welche Schule werden sie denn gehen?

    • Fjonka sagt:

      VHS. Davon hatten wir bis zur Anmeldung die besten Erfahrungsberichte gehabt.
      WG-Genosse Sa. ist bei der DAA (er muß erst noch lesen und schreiben lernen, unsere 3 sind ja auf A1-Niveau eingestuft), und ihm macht es Spaß dort. Habe die Lehrerin einmal per Zufall kennengelernt – kam mir vor wie eine ganz gute Mischung aus Dominanz und Mütterlichkeit sowie Humor – insofern… alle anwesenden Flüchtlinge(und das waren immerhin 5 oder 6) hingen ihr an den Lippen! (ICH hätte wahrscheinlich nach 3 Tagen den 1. Streit mit ihr gehabt, aber ICH soll ja auch nicht deutsch lernen)
      Nachteil VHS: ihr Geld für den Zug (Monatskarte 97!!!! Euro!!!!) bekommen sie dort erst nach Monaten erstattet (wenn die VHS es vom Bamf bekommt) Bei gut 300,- Einkommen mtl ist das viel Geld! Die DAA gibt ihnen das Geld sofort, streckt es also vor.
      Ay. und Sh., ein irakisches Ehepaar, hat 1400,- vorstrecken müssen bis die ersten Erstattungen kamen 😦

      • ladypark sagt:

        So viel Geld vorstrecken, das ist ja krass. Was für ein Fehler im System.

        An der DAA hab ich ja auch mal vor Ewigkeiten gearbeitet, wie es da heute zugeht weiß ich aber nicht.

        • Fjonka sagt:

          Wir haben ihnen gesagt, sie mögen Bescheid geben, falls es kneift. War eine gute Möglichkeit, das Wort „leihen“ zu erklären 😉 – wir würden ihnen dann das Geld leihen, bis sie’s vom BAMF bekommen.
          DAA: ich habe da enorme Vorbehalte, seit Du dort warst. Sowas vergißt man nicht… außerdem kenne ich einige (Ex-)SchülerInnen unterschiedlichster Angebote…. aber wie gesagt, Sa. ist eifrig dabei, und er mag den Kurs.

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