Kleinvieh

KleinviehDas Fairphone (bzw sein Erfinder) hat den deutschen Umweltpreis bekommen! Anlaß für mich, nicht weiter auf den Beitrag vom Herrn F. zu warten, sondern selbst schonmal etwas dazu zu schreiben. Immerhin benutze ich’s inzwischen auch häufig. Und ich hab den Herrn schon oft darüber berichten hören….. aaaalso:

Als des Herrn F. vorheriges Sehralthandy immer mehr einknickte (der Akku!!), da hat er begonnen sich zu informieren und nach einigem überlegen tatsächlich ein Fairphone bestellt. Die Wartezeit war lang, denn das Phone2 war noch nicht „fertig“ – aber irgendwann kam’s dann doch.

Die Vorteile, die es nachhhaltig machen, in Kürze:

  • Menschenfreundlich/Beispiele: es gibt Fonds für die ArbeiterInnen in der Fabrik, in der das Fönchen gefertigt wird. Die werden auch fair bezahlt und haben kürzere Arbeitszeiten als in China oft üblich; als sich herausstellte, daß es den Machern nicht möglich war, eine Lackiererei zu finden, in der die LackiererInnen nicht den Dämpfen ausgesetzt wären, hat man kurzerhand beschlossen, die Endlackierung einfach wegzulassen. Außerdem wird, wo möglich, auf konfliktfreie Wertstoffe zurückgegriffen.
  • Reparierbar: das Dingen ist so gebaut, daß man kaputte Teile tauschen oder reparieren kann, es besteht in großen Teilen aus Modulen. Auch der Bildschirm ist austauschbar. Das geht ziemlich einfach, kann der Laie allein daheim. Leider konnte der Herr auch schon was austesten, denn eine Schwachstelle ist die Hülle. Die beult seltsamerweise wohl  öfter mal an einer bestimmten Stelle und bricht dann auch. So war’s bei des Herrn Fönchen auch – er hat sich an die Kontaktadresse gewendet und bekam sehr schnell Antwort – er möge sich einfach eine neue Hülle bestellen, er müsse sie nicht bezahlen. Schön unkompliziert! (Inzwischen ist dies aber keine Schwachstelle mehr, diktiert mir der Herr beim gegenlesen in die Tasten – die Hülle wird jetzt aus anderem Material hergestellt)
  • Upgradebar: man bekommt ständige Updates, man kann zB auch modular später mal eine bessere Kamera oder wasauchimmer einsetzen. So daß man nicht dauernd neue Hardware braucht, nur weil es eine neue Version oder ein besseres Stückchen Hardware gibt. Das ist natürlich ressourcenschonend. Inzwischen gibt es auch eine googlefreie Fairphone-Version, hat der Herr F. sich natürlich sofort draufgeladen, denn auf die großen Datensammler steht er so garnicht….

Zu bedienen ist das Teil ganz normal (für ein Smartphone *g*); allerdings ist die Kamera nicht so dolle. Wenns dämmrig ist stellt sie schlecht scharf, und auch sonst ist sie eher was für Schnappschüsse als für gute Fotos…

Ich finde es prima, daß Jemand sich der großen Mühe unterzogen hat, so ein faires und ressourcenschonendes Teil zu entwickeln – und eine große Mühe war und ist es wirklich! Die Macher schreiben da viel drüber, sie versuchen, in allen Dingen sehr transparent zu sein. Das betrifft auch die Kosten und die Gewinne – das Fairphone ist vergleichsweise teuer  – wenn der Herr F. dann aber berichtet, daß er nachlesen kann, wie wenig von dem investierten Geld tatsächlich bei den Machern bleibt und wie viel den teureren Rohstoffen zuzurechnen ist (weil kleinere Betriebe halt immer schlechtere Konditionen bekommen als Massenverbraucher) und wie viel an die produzierenden Menschen weitergegeben wird (direkt zB in den Fonds oder indirekt über faire Löhne oder teureren Einkauf in konfliktfreien Gegenden), dann weiß man: das ist gut investiertes Geld!

Jetzt hätte ich Euch gern gleich einen Link dazu geliefert – aber leiderleider…. Fairphone hat wohl grad erst die Webseite erneuert, und Einiges funzt nicht – unter anderem die Seite zur Kostentransparenz. Also geb ich Euch mal den Homepage-Link, vielleicht geht’s ja bald wieder….

Noch spezielle Fragen? Nur zu: der Herr F. liest mit…… 😉


Ja, wenn das nicht EINAB-tauglich ist, was dann? Ab dorthin!

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Kleinvieh.

4 Kommentare zu “Kleinvieh

  1. Hallo Fjonka!

    Ich gestehe, dass ich noch immer eine „uraltkannsogutwienixhandy“ habe und noch immer sehr glücklich damit bin. Nachdem es mittlerweile fast 7 Jahre alt ist (oder schon 8, ich weiß es nicht einmal mehr so genau) habe ich mich am Gebrauchtmarkt umgeschaut und ein sehr ähnliches um Euro 10,– erstanden. Das wird irgendwann einmal meines ersetzen.

    Unabhängig davon finde ich es großartig, dass es nun auch Fairphones gibt, vielen herzlichen Dank für Deinen Bericht darüber! Nachdem ich sicher eine Ausnahme bin und ganz viele Menschen auf ein Smartphone nicht verzichten wollen, ist das eine großartige Alternative.

    lg
    Maria

    • Fjonka sagt:

      Ich hab auch so eins wie Du. Telefonieren und SMS – das war’s. Und lange hab ich gedacht, daß, sollte das kaputtgehn, ich mir auch einfach gebraucht und billig eins dieser Sorte wieder kaufe – auch ressourcenschonend.
      Aber ich gestehe: mich lockt es schon, das wischen und ziehen. Und das ebenmalaufdemSofamailsgucken. Und inzwischen finde ich normale SMS mit 2-3mal tippen pro Buchstaben und Extra-Tip für Großbuchstaben etc VIEL umständlicher als früher, als ich noch nicht wusste, wie einfach es sein kann, zu SMSen… *gg*
      Zum Glück ist mein Sehralthandy noch sehr fit, und so muß ich mich noch nicht entscheiden, denn ich gestehe auch: ich bin anfällig für das Suchtpotential des Immerverfügbaren.
      Mal sehn, wie’s ausgeht 😉
      Und ja, ich kenne wirklich kaum so „Exemplare“ wie Dich, deshalb ist das Fairphone wichtig. Leider kenne ich auch kaum so Exemplare wie den Herrn F., denn in unserem Bekanntenkreis ist es bisher auch Denjenigen zu teuer, die es sich leisten könnten. Prioritäten…. 😉

      • Hallo Fjonka!

        Ich besitze seit 1 1/2 Jahren ein Tablet. D.h. ich kenne mich inzwischen mit der Technologie aus. Kann auch mit dem Tablet auf der couch sitzen und Mails & co checken.

        Aber ich mache das nicht, weil es einfach viel umständlicher ist, als mit dem PC. Ich schreibe am PC 100 x schneller!

        Wenn dann g’scheit 😉

        SMS schreibe ich übrigens auch auf meinem Handy schneller. Ich nutze T9 – das geht echt viel flotter als meine Buchstabensuche auf der virtuellen Qwertz Tastatur.

        lg
        Maria

        • Fjonka sagt:

          Ich hatte damals überlegt: Tablet ODER PC (2 Geräte brauch ich nicht) und mich für den PC entschieden. SMS nutze ich (wie überhaupt das Handy) fast nur auf Reisen, insofern ists dann auch egal, daß das T9 zwar existiert, aber nur rudimentär funktioniert – da ich so selten SMSe, kennt es nur wenige Wörter…
          Der Reiz liegt für mich aber auch nicht im objektiv schnelleren oder komfortableren – sondern tatsächlich im haptischen – wischen und ziehen und sowas. Bloß schätze ich, daß ich, habe ich erstmal sowas, auch der Bequemlichkeit verfallen werde.
          Abwarten 🙂

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