Ticktack

Große Uhren machen TICKTACKTICKTACK
kleine Uhren machen ticktackticktack
und die winzigkleine Taschenuhr macht ticketacketicketacketicketacke

Kennt Ihr das?

Geht mir seit heute morgen im Kopf herum, seit ich – endlich mal, es kommt selten vor,  weil er so leise ist weil ich inzwischen offenbar einige Frequenzen nur mehr schlecht hören kann, denn der Herr F. sagt, er ist ziemlich laut* – meinen mechanischen Wecker ticken gehört habe. Ebenso lang geht mir durch den Kopf, ob wohl Kinder heutzutage diesen Reim überhaupt noch verstehen werden. Tickende Uhren? Hä?

Ich mag „echte“ Uhren. Ich mag das Gefühl des aufziehens, ich mag das Geräusch, das das macht, ich mag auch das kleine, allabendliche Ritual – und allabendlich rufe ich dem Herrn zu: „Wie spät?“, denn ganz genau richtig geht der kleine Reisewecker dann doch nie, und der Herr F. ist inzwischen auch zu so Jemandem mutiert, der immer sein Handy gleich zur Hand hat – mitsamt funkgesteuerter Uhr.

Was anderes: wenn ich den Wecker aufziehe, dann muß ich das gegen den Uhrzeigersinn tun. Weiß ein Kind heute noch, was das bedeutet? Wo es zwar noch Kirchturmuhren gibt oder mal eine Küchenuhr, wo aber diese Art Uhr ihre Wichtigkeit verlore hat, wo doch Jeder ständig ein Handy in der Hand hat.

Läuft die Zeit der „echten“ Uhren ab? Wahrscheinlich. Retro-Uhren allerdings sind ja auch wieder modern, insofern wird das Zifferblatt vielleicht doch noch für ein, zwei Generationen lesbar bleiben … dabei gibt es sie ja soooooo lange noch garnicht, die Uhren. Zumindest die überall verfügbaren. Sie sollen ja wohl überhaupt erst mit der Industrialisierung aufgekommen sein – zuvor gab es die Kirchturmuhr und das Statussymbol für die Reichen, entweder als ehrwürdige Standuhr in der Stube oder als schwere Taschenuhr an der Kette. Dem gemeinen Volk reichte die grobe Zeiteinteilung, die am Licht ablesbar war. Oder hörbar, durchs läuten der Kirchglocken.
Diese letztere Variante habe ich selbst nur ein einziges Mal erlebt: als Lehrling beim Gärtner, auf dem Feld. Da hatte ich zwar ein kleines Transistorradio zum Musikhören dabei, aber wann Frühstück oder Mittag war – das wurde durchs Kirchturmläuten angezeigt – und wenn’s heiß war, durch die Gärtnersfrau, die dann mit einer Kanne voll Apfelmost angeradelt kam, aus der wir dann reihum trinken konnten.


*Leider allerdings höre ich SEHR gut des Herrn batteriebetriebenen Wecker. Der hektikt in einer Art Rollgeräusch vor sich hin, ganz furchtbar, aber der Herr F. weigert sich aus ungenannten Gründen, einen anderen Wecker zu benutzen….

 

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Sonst so.

6 Kommentare zu “Ticktack

  1. ladypark sagt:

    Ich habe einen Kienzle Lautloswecker. Der ist analog, tickt aber nicht, herrlich. Anfangs war er tatsächlich absolut lautlos, ein paar Jahre lang. Leider macht er seit geraumer Zeit komische Schleifgeräusche…

    • Fjonka sagt:

      Des Herr Wecker war auch einige Zeit lautlos, wir hatten ihn extra deshalb gekauft – aber dann ….
      Mein Ticktackwecker heißt übrigens „Silencio“. ICH finde ja, daß er seinem Namen alle Ehre macht.

  2. Ich bin so froh über Digitaluhren. Sobald irgenwo in der Wohnung was tickt, schlaf ich nicht mehr. Und ich höre im Alter, so scheint’s, besser.

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