Wieder da

Seit einer Woche etwa sehe ich sie wieder. Sie sitzt des öfteren im Mirabellenbaum, wie in den Jahren zuvor auch – die kleine Klappergrasmücke. Aber ob sie auch wieder über der Haustüre brütet? Das Nest ist noch zu sehen, und auch die Ranken des wilden Weines sind noch da. Nicht aber die schützenden Blätter: weil immer dicker werdende Stämme des wilden Weins den Pfosten des Törchens zum Staudengarten so weggedrückt hatten, daß das Törchen nicht mehr zu schließen war, hatte ich im Herbst diese Stämme (Ranken kann man das schon nicht mehr nennen, waren faustdick) abgesägt und entfernt. Und damit auch den ganzen wilden Wein, der über der Haustür längs um den Vorbau rum und schon bis zum hinteren Anbaufenster gerankt war. So richtig traurig bin ich nicht drüber, wuchs er doch ausschließlich ganz oben längs und ich musste deshalb immer wieder Dachrinnen etc befreien…. Aber an die kleine Klappergrasmücke hatte ich auch da schon etwas besorgt gedacht, und daran, ob sie wohl auch ohne den Schutz der Blätter wiederkäme.

Na, sie ist da – und nistet irgendwo dort, das zeigt ihre Flugrichtung. Eben habe ich mal nachgeguckt:

Familie Klagra war schon immer bescheiden, dieses winzige bißchen Irgendwas reicht als Wohnung aus.

Wenn Ihr genau hinguckt, seht Ihr’s: über der Hausnummer kommt ein weißer Putzstreifen, und darüber im dunklen rot, genau über dem „Nr.“, ist das Nestchen. Und: als ich rausgegangen bin, um zu schauen, ist ein Vögelchen erschreckt weggeflogen! Heißt: die fehlenden Blätter schrecken sie nicht, Familie Klagra ist wieder eingezogen. Wetterschutz gibt’s durch den Dachvorsprung, aber vorher war es sicher besser. Nuja, ich hoffe, der Erfolg gibt den genügsamen Untermietern recht 🙂

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6 Kommentare zu “Wieder da

  1. Bibo59 sagt:

    Ziemlich ortsfest, die kleine. Mich wundert dann eher, dass sie überhaupt so dicht über der Haustür brüten. Aber anscheinend sind Vögel viel unempfindlicher gegenüber hin- und her laufenden Menschen, als man so denkt.

    • Ha, da sagst du was! Was meinst du, was ich mir immer von „meinen“ Amseln anhören muss, wenn ich es wage auch in die Küche zu wollen, während sie dort am Fensterbrett ihren Geschäften (in vielerlei Hinsicht) nachgehen?! Und sie tratschen hinter meinem Rücken mit der Kaffeemaschine…

  2. Toll! Hier sind seit diesem Jahr 3 von 4 ausbaubaren Rollladenkästen von Spatzenfamilien besetzt. Und überall gehts schon „Gib-Gib-Gib!“

Platz für Klönschnack ...

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