Mäkelig

Dicker heute, 10 Uhr 15

Als unser Dicker frisch bei mir ankam, vier Jahre alt war er da, da mochte er nur das Trockenfutter von Yams fressen. Alles andere blieb stehen.

Anfangs, in der Eingewöhnungszeit, hab ich ihm das dann besorgt – aber für kastrierte Kater ists alles andere als gesund, nur Trockenfutter zu fressen, und so hab ich ihn dann langsam umgestellt auf Naßfutter – durch immer größer werdende Naß- und immer kleiner werdende Trockenfutteranteile pro Mahlzeit. Geholfen hat natürlich auch der Futterneid, denn was übrig blieb, hat der Kilian gefressen….

Viele Jahre lang waren wir nun gewöhnt, daß der Dicke fraß, was wir ihm gaben, und das schnell. Selten einmal – alle paar Monate für zwei, drei Tage – hatte er keinen Hunger, aber bevor wir uns richtig sorgen konnten, war wieder alles beim alten.

Jetzt aber, seit etwa anderthalb Wochen, muckt er. Frißt unwillig, läßt Reste über, maunzt uns an… nachdem wir so einiges ausprobiert haben, haben wir festgestellt: es liegt nicht am mangelnden Hunger/ Appetit, sondern er ist mäkelig, warum auch immer. Gibt es mal Trockenfutter (ab und an bekommt er das“für lecker“ nochmal), ist alles leergeputzt. Auch „Lamm/ Pute“ ist beliebt, wogegen „Hühnchen/Rind“ sogar schon einmal weggeworfen werden musste und ein Test mit Supermarktfutter eine Totalverweigerung als Ergebnis erbrachte. Bei „Lamm/ Kartoffel für ältere Katzen“ half es, ein paar Trockenfutterbröckchen dazwischenzumischen, um den Appetit anzuregen

Nun ist die Frage: was ist los?

Liegt’s am Futter (das er sonst immer gerne mochte, aber vielleicht haben die ja was geändert!?) Oder liegt’s am Dicken? Man liest ja öfter, daß im Alter manchmal der Geruchssinn leidet, und die Katzen dann ihr Futter nicht mögen, weil es zu wenig riecht und damit auch schmeckt.

Ganz insgesamt merkt man unserem Kater doch langsam sein stolzes Alter von neunzehn Jahren an

  • Das Fell glänzt zwar noch, liegt aber nicht mehr so schön glatt an wie früher
  • er springt, sogar noch auf Tischhöhe (manchmal), aber oft auch mühsam
  • er läßt sich viel Zeit, schlendert eher hinter uns her als uns wie früher voraus zu laufen, wenn wir gemeinsam im Garten unterwegs sind (vor allem jetzt, wo’s recht warm ist)
  • oft erinnert er uns nicht an die Futterzeit (womit er sonst spätestens anderthalb Stunden vorher begann)
  • die hinteren Krallen werden lang, was dafür spricht, daß er doch deutlich weniger unterwegs ist, obwohl er nach wie vor gern draußen ist
  • seine Statur ist anders (hinten etwas  eingefallen-knochig, zB), aber das Gewicht liegt mit ca sechs Kilo im normalen Bereich, glaube ich (wir erinnern uns beide nicht so genau…)
  • und dann halt diese Futter-Mäkeligkeit.

Und immer bin ich im Zweifel: ist da jetzt schon der Tierarzt gefragt? Gäbe es eine Verbesserung der Lebensqualität, würden wir ihn hinbringen und checken lassen? Oder sollen wir ihn einfach in Ruhe altwerden lassen, und das, was wir sehen, ist normal und okay so? Der Herr F. ist ebenso hin- und hergerissen. Altwerden ist nichts für Weicheier, es stimmt schon – und dabei zuzusehen offenbar auch nicht *seufz* 😉

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Katz'.

14 Kommentare zu “Mäkelig

  1. Felis Major sagt:

    Liebe, so lange er nicht an Gewicht verliert, ist alles gut. Der Vet hat Recht – in dem Alter kann man nicht mehr viel falsch machen, gebt ihm, was er mag. Auch Blutabnahmen etc. würde ich ihm nur noch antun, wenn er an Gewicht verliert oder erkennbar in Schwierigkeiten ist.
    Bei meiner alten Katze half es das Nassfutter anzuwärmen (10 Sekunden Mikrowelle, könnten auch 20 sein, ausprobieren) Damit ist der Geruch dann intensiver, und das mögen alte Katzentiere. Falls noch mehr Info erwünscht – du hast meine Mailadresse. [Sagt eine, deren Katze 21 Jahre alt wurde, trotz Nierenschaden & Hyperthyreose.]

    • Fjonka sagt:

      Danke, ich werd’s nutzen, wenn nötig 🙂
      Anwärmen… wir haben ein paar Bröckchen Trockenfutter gemörsert und drübergetan, manchmal hilft das, aber auch nicht immer. Ohne mörsern pickt er sie raus *gg*

  2. zauberweib sagt:

    Schmerzen wird er wohl nicht haben, das tät ja eher für Nass- und gegen Trockenfutter sprechen, oder? Unsere beiden haben auch mal ihre Phasen, wo sie plötzlich ein bestimmtes Futter nicht mehr mögen. Und die beiden davor hatten das auch ab und an. Von daher würd ich sagen, solang er überhaupt frisst, alles im grünen Bereich. Und hey, 19 is ja echt ein stolzes Alter! Solange er was frisst und sich putzt, braucht ihr euch keine Sorgen machen. Und das sag ich als Katzenobergluggerichin, die das Sorgenmachen quasi erfunden hat… 😉

    • Fjonka sagt:

      Unser Dicker hatte das früher halt NIE, und solche Veränderungen sind halt immer etwas besorgniserregend… und ja, ich denke auch, daß es eher nicht an Schmerzen liegt (obwohl er die Trockenfutterklümpchen nicht knackt wie früher, aber das tut er schon länger nicht mehr, er hat ja uch nicht mehr so viele Zähne….) Und putzen klappt auch noch gut… danke für den Zuspruch

  3. Unsere beiden Katzen sind leider nicht sooo alt geworden aber ich denke auch, er wird halt etwas alt. Unsere Tierärztin hat auch bei Maria gesagt, „geben sie ihr was sie mag, so schädlich kann jetzt nichts mehr sein“ Wir haben bei Maria immer geachtet was sie bekam, später besonders auf den Fettanteil. Die Jungs (erst etwa 5, Fundtiere) bekommen 90% Getreidefreies Nassfutter, 10% auch schonmal was von diesen „Schlemmersorten“ . Daneben bekommen sie zusammen etwa eine Handvoll Trockenfutter (Getreidefrei). Linus im „Agilityspielzeug“ Schröder so. Daneben Käserollies und andere Leckerchen auf Stückebasis.
    Wir achten darauf dass sie immer von verschiedenen Herstellern Futter bekommen und sich nicht an einer Sorte „festfressen“ . Freitags gibt es auch schonmal 40-50gr Schiergehacktes für jeden. Aber von Frischfleisch kriegen sie Flitzekacke, also nur in Maßen.
    Schau einfach was er mag, das kann auch von Tag zu Tag wechseln, evtl leidet er auch nur etwas unter der Hitze…. da essen selbst unsere Fressmaschinen weniger.

  4. teff42 sagt:

    Nun ja, der Kater ist ein inzwischen recht betagter Herr.
    Dass er nicht mehr alles frisst, ist erstmal nicht wirklich besorgniserregend. Ich würde ihm geben, was er mag, obs nun supergesund ist oder nicht, spielt nicht die größte Rolle.
    Solange er das frisst ist alles gut.
    Möglicherweise könnte er Schmerzen beim Fressen haben? Dann würde er aber vermutlich das Futter anfauchen und zwar alle Sorten (das haben meine gemacht, wenn sie Zahnprobleme hatten).
    Dass er behäbiger wird (springen) ist altersbedingt normal, dass er an den Flanken abbaut, hatte mein Kater auch, liegt am Muskelabbau durch die Behäbigkeit. Er wird sicherlich auch viel mehr schlafen als früher.
    Aus meiner Erfahrung würde ich ihm, solange er einigermaßen frisst und keine sichtlichen Schmerzen hat, nicht mit dem Tierarztbesuch quälen, obwohl er da vielleicht eine Aufbauspritze bekommen würde, die vorrübergehend helfen könnte.
    Eventuell rufst Du da einfach mal an, (Du hattest doch damals bei Kilian eine verständnisvolle Tierärztin, die Dir da eventuell raten könnte).
    Dabei zuzusehen, wie eine „Persönlichkeit“, die einem lieb geworden ist, abbaut, ist wirklich nicht leicht, nur leider führen da kaum akzeptable Wege dran vorbei.
    Mein Kater war ja die letzten Monate/Jahre blind und taub, später auch dement, aber dabei irgendwie gut gelaunt. Zumindest war das mein Eindruck.
    Ich wusste irgendwann ist es vorbei und als der Punkt erreicht war, wusste ich es.
    Natürlich war es schwer dann die Entscheidung zu treffen, ihn zu erlösen. Es tat weh, trotzdem bin ich davon überzeugt, dass es richtig war.
    So wie Du Euren Dicken beschreibst, wird es -irgendwann- auch so weit sein. Ich bin überzeugt, auch ihr werdet es „wissen“.
    Bis dahin macht es ihm schön, aber nicht zu leicht. Etwas fordern ist immer wichtig, solange er kann, wird er aufs Sofa springen und Treppen steigen, auch wenns dann länger dauert. Gut, die Krallen hinten mal kürzen, wäre sicherlich zu empfehlen, damit es ihm von daher nicht zu schmerzhaft wird mit dem Laufen…

    • Fjonka sagt:

      Daß ihn das essen schmerzt, scheint mir nicht der Fall zu sein – er fauchte zwar bisher nicht, man merkte aber, daß er dann immer nur lecken mochte und nicht zubeißen, damals, als er’s an den Zähnen hatte. Wir haben uns auch schon überlegt, daß er alt genug ist, um nur noch das essen zu dürfen, was er gern mag 😉 aber durch die Rest-Dosen muß er jetzt noch durch *g*
      Krallen haben wir schonmal geschnitten, immer mal eine, wenn er passend liegt (er ist ja soooooo sensibel, die alte Diva *gg*) Ja, und mit dem schlafen hast Du auch recht, VIEL meghr, das aber schon länger.
      In ein paar Tagen gibts aber etwas hier zu gucken, das zeigt: er ist durchaus noch interessiert an der Welt – und ja, er spingt sogar noch auf „seinen“ Baumstumpf https://fjonka.wordpress.com/2017/05/19/waehrend-die-weiselzellen-reifen/, und der ist garnicht so niedrig. Und wir klickern noch (wenn ich Lust habe*g*) – soweit alles gut. Vielleicht sollte ich mir nicht zu viele Gedanken machen…. aber das ist ja eh nicht so meine Stärke ;-|
      In den letzten Tagen habe ich übrigens so einige Male an Deinen alten Kater denken müssen, und ob’s mit dem unseren wohl auch so werden wird.

    • Fjonka sagt:

      Bin Deinem Rat gefolgt und habe mal beim Tierarzt angerufen. Wurde (nochmal) beruhigt, und vor allem habe ich sein Gewicht vom letzten Mal bekommen: 5,8 Kilo, das heißt: er hat es gehalten und sogar noch ein klein wenig zugelegt. Die Frau am Telefon meinte: solange er nicht abnimmt – alles gut in dem Alter. Alle 14 Tage mal wiegen, dann ist man auf der sicheren Seite.
      🙂

  5. ladypark sagt:

    Den letzten Satz kann ich voll und ganz unterstreichen. 😦
    Wir hatten das Thema ja schon mal, aber vielleicht wäre es ja einen Versuch wert, das Barfen meine ich. Man könnte ja winzige Mengen beim Schlachter kaufen und anbieten, dann schauen, wie der Dicke reagiert. So ganz frisch riecht es vielleicht besser? Oder Fisch roh?
    Es ist schon besorgniserregend, wenn das geliebte Tier nicht fressen mag, kann ich absolut nachvollziehen.

    • Fjonka sagt:

      Fisch mag er garnicht, und auch wenn wir ihm mal Frischfleischreste angeboten hatten (Rindergulaschstückchen oder so) hat er immer nur geschnuppert und im abwenden das Hinterbein geschüttelt (kennst Du diese „Katzenekel-Geste“? SEHR aussagekräftig *gg*)
      Wir werden wohl mal sehen, wie weit wir die verschmähten Dosensorten noch loswerden (er ist ja schon auf gutes 75%-Fleisch-oder-mehr-und-ohne-Zucker-Futter umgestellt) und dann nur noch die beliebten kaufen. Soweit er dann mit Appetit frißt, ist ja alles gut – man denkt halt immer gleich an „krank“.
      Aber insgesamt überlege ich schon, ob wir ihm einmal wieder Tierarzt antun sollten.

      • ladypark sagt:

        Ja, dann ist das nix mit dem Barf. Es gibt ja auch die Möglichkeit, den Tierarzt kommen zu lassen, wäre das nicht eine Variante, die euch allen das Ganze leichter machen würde (mal abgesehen von etwas höheren Kosten)?

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