Wackersteine purzeln…

… von meinen Schultern, von denen ich zuvor garnicht gemerkt hatte, daß sie auf ihnen lasten, seit ich – jetzt kann ichs auch ohne Paßwort schreiben, denn jetzt ists offiziell – weiß, daß ich die neue Arbeit habe und Ende September die alte Stelle verlassen werde.

Wer weiß, vielleicht kann ich ja irgendwann sogar mal wieder gemütlich aufwachen statt wie in den letzten Monaten mit Adrenalinschub. Schlafen geht eh schon besser seit ich den Entschluß gefaßt und mich beworben hatte.

Andere, kleinere Wackersteine purzeln wahrscheinlich von Tausenden kleiner Bienenschultern: erschreckt mussten wir feststellen, daß bei Mondvolk und Kringelchen ü-ber-haupt keine Futtervorräte vorhanden waren! Und das, obwohl wir ja allen Völkern vor der ersten Varroabehandlung einen halben kanister Sirup gegeben hatten! Alles weg! Und – wahrscheinlich eine Folge des Futtermangels, vielleicht aber auch der Ameisensäurebehandlung geschuldet – keinerlei Brut, auch bei beiden Völkern. Nun fließt seit zwei Tagen der Sirup, die Aufregung ist groß – und seit gestern wird ordentlich Pollen „eingefahren“! Ein gutes Zeichen, denn Pollen ist ja zur Brutfütterung nötig, und offenbar bereitet man sich auf frische Brut vor. Im Sonnenvolk ist übrigens alles besser: Brutnest und Futter vorhanden. Auch das hat aber selbstverständlich Futter bekommen.

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19 Kommentare zu “Wackersteine purzeln…

  1. Komma sagt:

    Ich wünsche dir einen wunderbaren Start mit der neuen Stelle. Das hast du dir verdient. Ganz bestimmt. Von nun an soll alles gut werden.

  2. Maenade sagt:

    Glückwunsch! Wie schön! Breites Grinsen bei mir darüber, dass das mit der Jobsuche auch mal bei jemandem klappt.

  3. Bibo59 sagt:

    ZUm Nationaltag der Honigbiene, heute am 19.8. wünsche ich Deinen Damen alles Gute.

  4. Glückwunsch! Die Daumen bleiben gedrückt!

  5. Marlene sagt:

    Das sind tolle Neuigkeiten, ich drücke dir und den Bienchen alle Daumen, dass nun mentale Ruhe einkehrt! 🙂

    • Fjonka sagt:

      Danke!
      Eben war ich bei Biens vor und tatsächlich hatten die Kringelchen schon ihre ganzen ca 15 Liter Sirup weggeschlürft, die anderen beiden hatten noch so viel (wenig *g*) Rest, daß ich nachfüllen konnte, ohne ein Bienen-ertrinken zu verursachen.
      Bei den Kringelchen muß ich gleich nochmal mit Bienebesen und Vermummung ran (die sind jetzt patzig, wenn sie meinen, es will ihnen Jemand an die Vorräte)
      Ruhe kehrt allerdings erst ein, wenn der Sirup verarbeitet ist – derzeit ists richtig laut bei Biens, es summt vor lauter Emsigkeit und die Lüftungsanlage (Hunderte Bienen, die per Fügelschlagen einen Sog erzeugen, um die Feuchte rauszulüften) läuft auch auf Hochtouren, das hört man deutlich!

      • Marlene sagt:

        Hallo Fjonka, ich finde es toll, dass du selbst Honig machst. Da hab ich großen Respekt vor! Was gibt es denn rundherum bei euch für Blüten?

        • Fjonka sagt:

          Naja, die Bienen stehen im eigenen Garten – bei uns im Norden ist ja ein Problem, daß es zwar viel Landwirtschaft gibt, aber wenig Natur. Das bedeutet: im Frühjahr gibt’s genug, da blühen die Obstbäume, Löwenzahn, die Frühblüher, dann der Raps – alles sehr gute Nektar- und Pollenspender. Aber nach der Rapsblüte sieht es bis zur Linde schlecht aus, denn in unserer Ackerlandschaft wird ja kein Unkraut geduldet, selbst auf den Kuhkoppeln blüht nix, weil sie gedüngt werden, und auch in den Gärten wird es simmer schlechter – das bedeutet, daß wir schon ab und an nach der Frühjahrsernte den Bienen Futter geben mussten, damit sie nicht verhungern!!!! Mitten im Sommer!
          Irgendwann blüht dann die Linde, auch eine sehr gute Nektarquelle – wenn sie nicht verregnet, wie in diesem Jahr, oder es zu trocken ist, so daß die Blüten kaum Nektar abgeben. Wenn die Linde verblüht ist, erntet man zum 2. Mal, diesmal gab es da gerade mal 5 Kilo, und auch die nur von einem Volk, die anderen konnten sich eben mal selbst versorgen. Und danach kommt nur noch „Läppertracht“, Biens sind dann dankbar für Fette Henne, Oregano, Trompetenbäume oder andere Blütenpflanzen, die Nektar geben. Aber das ist dann alles nur noch für den Sofortbedarf, sammeln können sie dann nicht mehr viel
          Nach der 2. Ernte beginnt man, den Bienen den weggenommenen Honig in Form von Sirup zurückzugeben, damit sie Vorräte für den Winter anlegen können. Diesmal, bei Sauwetter mit dauerndem Regen und Kühle, konnten die Bienen so wenig ausfliegen, daß sie offenbar die etwa 5-6 Kilo, die wir ihnen schon gegeben hatten, ausnahmslos für den Eigenbedarf „für sofort“ benötigt hatten und nichts davon mehr übrig war. Wir müssen also noch viel füttern, denn neben dem Sofortbedarf brauchen sie um die 15-20 Kilo für den Winter. Pro Volk.

          • Marlene sagt:

            Hallo Fjonka, das ist wirklich interessant – und das hat man zwar schon gehört, dass es kaum noch Blüten für die Bienen gibt, aber die großen Zusammenhänge sind vielen Leuten glaube ich kaum klar. Der Raps blüht doch so schön. Aber eben alles gleichzeitig! Und dann werden die Straßenränder von den freundlichen Nachbarn mit Roundup bearbeitet. Damit alles schön ordentlich aussieht. Ich könnte da schreien. Ich wünsch deinen Bienchen viel Erfolg! Danke für die lange Erklärung. LG, Marlene

  6. Bibo59 sagt:

    Ich glaube ja auch, dass Bioladen mehr Dein Ding ist, als Kitsch und Krempelladen. Wie bist Du eigentlich darauf gekommen, Dich zu bewerben? Suchten Die gerade jemanden?

    • Fjonka sagt:

      Ich schaute mir eine Website einer Firma an, die gerade suchte und merkte: och neeee, WENN ich mich schon bewerbe, möchte ich eigentlich nicht wieder in so einem Konsumtempel arbeiten. Dann überlegte ich: wo würde ich denn wohl arbeiten wollen? Und kam auf „Bioladen“. Woraufhin ich die Seite aufrief und sah: die suchen grade!!!!
      Also abends noch Lebenslauf und Bewerbung auf Vordermann gebracht und am nächsten Tag vor der Arbeit hingegangen.
      🙂

  7. Olli-V sagt:

    Wie schön das es den Fachkräftemangel gibt. So steigen für uns „ältere“ Arbeitnehmer die Chancen bei Bewerbungen. Die Arbeitgeber sind einfach auf uns „olle“ angewiesen. Es freut mich sehr das Du den Schritt gewagt hast und es sich quasie doppelt auszahlt. Bessere Arbeitsatmosphäre und noch das passende Geschäft zur Gesinnung. HURRA!!

    Ich drücke die Daumen, dass die gute Laune bleibt und Du weiterhin viel Spaß an Deinem neuen Job hast … und die Wackersteine unten liegen bleiben.

    Der tolle Sommer ist überhaupt nichts für Vögel (auch viel Brut verstorben) und Insekten. In unserem Garten macht sich trotzdem die Umstellung von Konifere auf Nektarpflanze bemerkbar. Überall summt es und ich habe tatsächlich nun eine blühende Blume aus dem Plöner Schloßgartencafe im Garten stehen. Es ist leider „nur“ ein ganz gewöhnlicher Sonnenhut – sieht aber schön aus und die Bienen und Hummeln finden den auch toll.

    Demnächst ist ja wieder MeetUp in Plön. Vielleicht kriege ich (wir?) ein paar neue Saaten geräubert 😀

    • Fjonka sagt:

      Man sieht so viele „Sterilgärten“, daß ich mich immer wieder freue, von Euch zu hören, die Ihr es andersrum macht und Euren Garten naturfreundlich gestaltet!
      Ich warte ja immer noch drauf, daß die „Naturgarten-Verein-Tester“ kommen und meinen Garten auf den Prüfstand stellen, aber so Einiges merkt man ja selbst und unmittelbar – eben daß mehr summt zB. Oder bei uns auch andere Vogelarten und mehr Selbstaussaat 🙂

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