Marderhunde

Am Feiertag wurde hinterm Grundstück der Mais gemäht. Dabei waren mehrere Jäger samt Hunden, die rings um das Feld standen und warteten. Ich bin rausgegangen, weil einer davon direkt am Knick stand, und habe gefragt: Marderhunde waren das Ziel, nicht, wie ich erst vermutet hatte, Wildschweine.

Anfangs war der junge Mann recht verhalten. Erst als ich mit einem Kaffee wiederkam, haben wir uns etwas unterhalten, und es wurde klar, warum: Selten sei es, daß man einen Kaffee angeboten bekomme, häufig würde man eher angefeindet. Gestern seien sie an einer Stelle gewesen, da waren sie richtig angebrüllt worden, es sei nichtmal möglich gewesen, ins Gespräch zu kommen.

Wir aber sprachen nun, und ich habe Interessantes erfahren:

  • Marderhunde (hier eigentlich nicht heimisch, sondern aus Pelzfarmen in der damaligen UDSSR entwichen, von wo sie sich bis hierher vorgearbeitet haben) werden mehr und mehr zum Problem: Sie fressen, was sie erwischen können, machen Vogelgelege platt, fangen Vögel und Kleinsäuger und räumen sogar Fuchsbauten aus. So massiv, daß befürchtet wird, daß in 20 Jahren der Fuchs hier nicht mehr vorhanden sein wird. Im Winter 2014 hatten sie hier im Revier noch eine einstellige Zahl erjagt, 2015 waren’s schon 12, im letzten Jahr über 40 – und erjagt wird ja nur ein Bruchteil der vorhandenen Population…
  • Wildschweine sind ja seit einigen Jahren schon auch in dieser Gegend „hinter’m Kanal“ angekommen und vermehren sich, Mais sei dank (Nahrung und wunderbares Versteck) wie die Karnickel. Man könne wenig machen, obwohl es dringend nötig sei, weil sie viel kaputtmachen und auch in den Dörfern unterwegs seien
  • Er persönlich finde auch, daß nicht alles richtig und gut laufe in der Jägerschaft, aber daß man so pauschal angefeindet werde inzwischen, das sei schon schwierig. Wenn man strittige Dinge nicht mal mehr diskutieren könne, dann laufe was falsch (da waren wir uns übrigens einig)

Ich persönlich denke, daß vieles falsch läuft bei den Jägern, ich weiß aber nicht, ob es dieselben Dinge sind, die der Herr Jäger nicht richtig findet: Rehe und Damwild zB werden mE viel zu wenig gejagt! Es gibt ja keine natürlichen Feinde mehr für sie, und in der jetzigen Dichte richten sie im Wald (und natürlich auch in meinem Garten *g*) viel zu viel Schaden an. Waldbesitzer müssen beispielsweise Waldstücke einzäunen, in denen sie sich eine natürliche Waldverjüngung wünschen, weil Rehe und Co die Winz-Bäumchen und den anderen Unterwuchs geradezu ausrotten. Da könnten die Jäger mehr für den Naturschutz tun statt an ihre Pfründe (leichtes schießen, Trophäen) zu denken. In unserer hiesigen Kulturlandschaft wäre es fatal, der (eh nicht mehr vorhandenen) Natur ihren Lauf zu lassen. Ohne Jäger würden auch zB dank Marderhunden und Waschbären noch viel schneller unsere Vögel große Probleme bekommen als es durch Insektensterben und industrielle Landwirtschaft eh schon der Fall ist. Insofern finde ichs zwar nicht toll, wenn Tiere geschossen werden, sehe aber die Notwendigkeit.

In unserem Maisfeld war übrigens kein Marderhund versteckt. Auch keine Wildscheinrotte.


Nur damit das klar ist: Meine Ansichten sind angelesenes Halbwissen und möchten hier bitte auch so verstanden sein. Ich habe mich nicht intensiv mit dem Thema beschäftigt, sondern „nur“ gelesen, was mir zufällig in die Finger kam (davon allerdings im Laufe der Jahre so einiges, so daß es auch nicht „Bauchgefühl“ allein ist, was ich schreibe)

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Fauna.

30 Kommentare zu “Marderhunde

  1. teff42 sagt:

    Also:
    Um einen Jagdschein zu erlangen muss man eine gründliche Ausbildung absolvieren,sie wird auch das grüne Abitur genannt. Dort wird viel Wissen vermittelt, welches zum Teil zwar veraltet und in meinen Augen überflüssig ist (z.B. Hoch- und Niederwild hat nicht viel mit der Größe der Tiere zu tun), aber auch vieles aktuelles und praktisches.
    Weiterhin ist die Jagd sehr stark reglementiert, wer darf wann und was und wie bejagen, das ändert sich auch dauernd (hier ist die Politik stark am Werk, es gibt Behörden für sowas).
    Die Jägerschaft ist im allgemeinen eher rückläufig, weil man zum einfachen Rumballern, das überall anders viel einfacher haben kann und das eigentliche jägersein was ganz anderes ist. Natürlich gibt es Trophähenjäger (die auch gern weit reisen um was besonderes vor die Flinte zu bekommen, dafür braucht man aber wiederrum nicht unbedingt einen Jagdschein). Jäger zu sein bedeutet aber mehr als nur Tiere totschießen. Das wird gern vergessen.

    Neulich las ich ein Buch über Neozoen und Neophyten. Hochinteressant. Ich weiß nicht mehr ob der Marderhund nun entfleucht, eingeschleppt oder eingewandert ist (lt. Wikipedia wurde er in Sibirien eingeschleppt und ist von dort aus weitergewandert). Er kam soweit ich mich entsinne aber auch vor.
    Mein Staatsfeind ist der Waschbär. Herrchen hat ein paar wunderhübsche Bilder von seiner Vogelfutterstation mit diesen possierlichen Tierchen. Niedlich sind sie. Gefräßig sind sie. Dreist sind sie und ausbreiten tun sie sich auch. In seinem Garten darf natürlich niemand schießen, auch der Jäger nicht. Fallenjagd wäre eine Mögllichkeit, das darf aber nichtmal der „normale“ Jäger, dazu muss man eine Zusatzqualifikation machen.
    Verleiden ist eine Möglichkeit, aber die Viecher sind ja nicht dumm, wenn man die erstmal hat, dann wird man sie nur schwer wieder los.
    Der Uhu schlägt vielleicht mal nen Jungtier, aber ich habe außer der gelben Tube und auf der Adlerwarte noch nie einen Uhu zu Gesicht bekommen. Man sagt, es gäbe hier welche, aber sind sie sehr selten. Das gleiche gilt auch für die anderen genannten Tiere. Als „natürlichen“ Feind sehe ich eigentlich nur das Auto. Jedes überfahrene Tier tut mir leid, selbst der Waschbär, nur dass es inzwischen sehr viel mehr geworden sind. Was ähnlich, wie die schwindenden zermatschten Insekten auf der Windschutzscheibe ein Indiz dafür ist, dass es eben weniger Insekten aber dafür mehr Waschbären gibt.

    Nach der Lektüre von „Die Ameise als Tramp“ habe ich meine Einstellung zu manchen Tieren und Pflanzen sehr geändert. Im Gleichgewicht ist hier so oder so nichts mehr.
    Der Mensch muss nachregulieren, wer das wann und wie und wo machen muss, da streiten sich die Gelehrten und Politiker. Im eigenen Garten tut das jeder nach eigentem Ermessen. Stichwort: Silbergoldnessel, Kirschlorbeer, Giersch, Brennessel, Diesteln, Riesenbärenklau. Da wird ausgerupft, ausgemerzt, aber auch gepflanzt und eingeschleppt…

    Die gesammelte Jägerschaft wird häufig pauschal zu ballergeilen Primitivlingen degradiert.
    Das finde ich unqualifiziert und falsch.
    Sie sind in meinen Augen genauso wertzuschätzen, wie die freiwillige Feuerwehr oder andere Ehrenamtler.
    Angler werden nicht so diffamiert und was machen die?

    Schon deshalb finde Deinen Beitrag sehr gelungen und sachlich.
    Miteinander reden hilft, zuhören hilft, wie überall woanders auch.

    Emotionales Thema. Vermutlich liegt die Wahrheit in der Mitte, oder es gibt sie nicht.

    • ladypark sagt:

      Ich schätze auch die sachliche Auseinandersetzung und ab und zu ist sie mir auch mit Jägern gelungen. Aber ich habe leider schon sehr oft so dermaßen unangenehme Begegnungen mit Jägern gehabt, dass ich in der Tat emotional vorbelastet bin.

      Bei aller vermutlich tatsächlich vorhandenen Notwendigkeit des Jägertums ist mir dennoch immer wieder schleierhaft, wie man gestrickt sein muss, um diese Tätigkeit aus freien Stücken und mit Freude auszuüben. Tiere abschießen, auch wenn sie definitiv ein Problem darstellen, muss doch ein grauenhafter Akt sein.

      Aber Leute wie mein Schwiegervater reisen nach Litauen oder Kanada und gehen dort zum Vergnügen auf die Jagd. Hier bei uns sind sie anerkannte Jäger, die sich mit ihrer ach so wertvollen Hegetätigkeit aufspielen.

      Ich bin ja froh, dieses Amt nicht ausüben zu müssen, dennoch bin ich den Jägern gegenüber eher negativ eingestellt.

      Dies ist jetzt kein sachlicher Beitrag und er trägt auch nicht zur Information oder Vertiefung des Marderhunddthemas bei, ich wollte es nur loswerden.

      • teff42 sagt:

        Tja, mein Vater war Jäger aus tiefstem Herzen und Bauer genauso.
        Nächtelang hat er auf dem Hochsitz gesessen und beobachtet. Geschossen hat er selten. Er hat gehegt, er hat geförstert, er hat geackert (in jeglicher Hinsicht). Als Landwirt mit Tieren musste er auch mal schlachten. Als Jäger natürlich mit auf die Jagd, als Waldbauer aufforsten und entsprechend die Bäumchen schützen.
        Viel Arbeit, sehr naturnah, aber konventionell.
        Trotzdem war er in meinen Augen wesentlich umweltfreundlicher unterwegs, als mancher Bio-Bauer heute. Gespritzt nach Bedarf (wir mussten immer Kartoffelkäfer sammeln und Runkeln hacken), am liebsten garnicht. Gedüngt nach vorheriger Analyse und so wenig wie möglich. Die Jägerei war für ihn der Ausgleich. In Ruhe mit oder ohne Hund auf dem Ansitz, statt mit der Flasche Bier auf dem Sofa bei übelstem Fernsehprogramm.

        Vielleicht idealisiere ich ihn, aber so ist meine Emotion zu dem Thema.

        Die Jäger, die ich kennengelernt habe sind keine trophäengeilen Schlächter, sondern sehr verantwortungsvolle Menschen, die ihre Freizeit in der Natur verbringen und Dinge tun, die unsere Natur nicht mehr genügend kann.

        Wer Fleisch essen will muss auch Tiere töten.
        Und mehr Bio als Wild geht nun wirklich nicht.
        Es ist gut, dass nicht jeder einfach so mit der Flinte in den Wald rennen darf, um sich seinen Hasen zu erjagen.

        • ladypark sagt:

          Ich kann deine Haltung absolut nachvollziehen. Und ich denke auch, dass Wild in jedem Fall die bessere Fleischalternative ist. Es will mir nur nicht in den Kopf, wie man an diesem Hobby/an dieser Passion Vergnügen haben kann.

        • Bibo59 sagt:

          Mehr Bio als wild geht nicht, damit hast Du wohl Recht. Ich äße gern mehr Wild. verstehe aber eins nicht. Wenn Wildschweine so ein Problem sind, warum werden sie nicht einfach vermehrt geschossen und aufgegessen? Gerade Wildschwein, das ja keine Kosten für Futtermittel verursacht, sondern höchstens „Schäden“ wird zu völlig überzogenen Preisen in geringen Mengen im Feinkosthandel angeboten, aber nur vor Weihnachten.
          Vor ein paar Jahren war ich mit einigen Förstern im Wald unterwegs. Bäume zählen mit Husky. Dabei war an fast jedem Baum irgendein Schälschaden. Wenn Du gehört hättest, wie Förster über Jäger und ihre Hege ablästern… Der Wildbesatz ist viel zu hoch. Den Winter über wird zugefüttert und im Herbst abgeschossen. Immer noch bevorzugt männliche Tiere. Aber Hirsch im Handel kommt aus Neuseeland.

          • Fjonka sagt:

            Einerseits sind Wildschweine nicht so leicht zu schießen: 1. braucht man heftige Munition – so heftige, daß es immer sehr viel Platz und Sicherheit dahinter/ daneben (Querschläger) brauchtund deshalb an vielen Orten schon nicht gejagt werden kann (leichtere Munition ist aus Tierschutzgründen verboten) und
            2. sind die Viecher schlau und halten sich mehr und mehr wo auf? In Maisfeldern, wo sie fast nicht erwischbar sind und genug zu fressen haben. Und da haben wir sie wieder, die industrielle Landwirtschaft mit ihren Folgen.
            (Diese Punkte hat mirt dfer Jäger-Freund erklärt)
            Hier stimmt es nicht, daß es kaum Wild gibt. Seit einigen Jahren findet man Wild ganzjährig in den meisten Restaurants. Viele werben auch damit, daß das Wild „von hier“ kommt.
            In den Metzgereien/ Supermärkten weiß ich nicht, wie’s steht. Da weiß ich bloß, daß absurderweise Lamm kaum hiesig zu kriegen ist, fast nur aus Neuseeland.
            Und das mit dem zu großen Wildbesatz hab ich ja auch schon im Beitrag erwähnt.

            • Bibo59 sagt:

              Ja, in Restaurants bekommt man es hier auch. Ich kann aber auch selber kochen und würde mir wohl in Ergänzung der Kuh auch etwas Wild in die Tiefkühltruhe legen. Aber was man hier an Wild bekommt, ist importiert und überteuert.

          • teff42 sagt:

            Wildfütterung (außer für Vögel) ist ebenfalls stark reglementiert. Politisch natürlich. Und was wann und wieviel geschossen werden darf und muss ebenfalls.

            • Fjonka sagt:

              Leider ist in D die Politik halt ziemlcih Lobby-beeinfusst, und wie in der Landwirtschaft, so auch hier heißt politische Reglementierung leider nicht, daß was sinnvolles dabei rauskommt….

          • Maenade sagt:

            Ich nehme an, für Wild aus Deiner Gegend musst Du direkt beim Förster/Jäger nachfragen. So beziehen jedenfalls meine Eltern ihres. Dann allerdings in der Regel auch gleich ein halbes Reh o.ä., nicht zerteilt.

  2. Bibo59 sagt:

    Da hat er dir mit der Geschichte vom Marderhund aber einen ganz schönen Waschbären aufgebunden. Der Marderhund kommt ursprünglich aus Sibirien und ist aus der UDSSR bis hierher selbständig eingewandert, der Waschbär ist hier aus Pelztierfarmen entsprungen.
    Aber: Seit der letzten Eiszeit wandern immer noch Tier- und Pflanzenarten ein. Die ökologisch Nische der Kleinbären war seitdem nicht wieder besetzt.
    Beide haben durchaus natürliche Feinde, zum Beispiel schlägt der Uhu gerne mal junge Waschbären.
    Die Jäger selbst sorgen für die Verbreitung der Marderhunde, wenn sie den Aufbruch liegen lassen. Das Aas wird von den Marderhunden gefressen wie übrigens auch von den Wildschweinen.
    Damwild und Muffelwild wurden von Jägern importiert, damit sie mehr Auswahl zum Schießen haben. Und auch das Rotwild, das hier heimisch ist, darf sich nicht überall aufhalten, sondern nur in ganz bestimmten Gebieten.
    Als die Wölfe aus Polen rüber gemacht haben, haben sie erstmal mit dem Muffelwild aufgeräumt. Deren Hufe sind nämlich für Felsen gemacht und nicht für Sandböden. Somit waren sie die am leichtesten zu erwischende Beute.
    https://schleswig-holstein.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/landraubsaeugetiere/arten-und-biologie/03925.html

      • Fjonka sagt:

        Interessant!
        Fragt sich, ob es da (wie bei vielem) unterschiedliche „Lehrmeinungen“ zwischen Naturschutz und Andern (hier- Jäger) gibt. Und ob er mir einen Bären aufbinden wollte, oder ob er mir einfach das weitergegeben hat, was er selbst gelernt hat.Werde mal den Jägerfreund fragen, was er so über Marderhunde gelernt hat.

        • Bibo59 sagt:

          Ich nehme an, letzteres. Die meisten geben ja nur das weiter, was sie selbst gelernt haben oder was ihrer Filterblase entspricht.
          In Hamburg habe ich einen Lehrgang von der Schutzgemeinschaft deutscher Wald gemacht. War ganz interessant, obwohl ich nicht viel neues gelernt habe. Aber ich wollte den Schein haben. Der Dozent/Waldbesitzer war z.B. der Meinung, der Rothirsch wäre ein reiner Waldbewohner und schäle die Bäume, weil er den Gerbstoff für den Aufbau seines Geweihes brauche. Das hat er auch so vermittelt. Stimmt so aber nicht. Wenn man ihn lässt, bevorzugt der Rothirsch offene Graslandschaften und ist tagaktiv. Nur, man lässt ihn halt nicht. Und so steht er dann tagsüber in der Deckung und knabbert aus purer Langeweile an der Rinde der Bäume rum.

  3. wattundmeer sagt:

    Und schau mal hier unter Ernährung: https://de.wikipedia.org/wiki/Marderhund . Muss ja nicht stimmen, ist aber interessant.

  4. wattundmeer sagt:

    Moin. Ein echt schwieriges und auch sehr emotionales Thema. Ich selbst stehen den Jägern und ihren Gepflogenheiten auch eher kritisch gegenüber, diskutiere aber auch nicht mehr (vielleicht damit ich nicht brüllen muss 😉 ). Ihre Argumente sind mir bekannt und doch finde ich sie oft fadenscheinig.

    Warum z.B. hat denn das Damwild keine natürlichen Feinde mehr? Warum gibt es bei uns überhaupt Fasane? Und wieso „wildert“ eine Katze, die sich 300 Meter (!!) von einem Haus entfernt? Welche Vogelnester will man denn schützen, wenn man z.B. den Marderhund bekämpft? Enten, Elstern, Reiher, Gänse? Greifvögel? Die Fasane, um sie dann in der Jagd schießen zu können!

    Und all das unter dem KO-Argument „Erhaltung des biologischen Gleichgewichts“, gerade so wie die „Windmüller“ in Schleswig-Holstein das Weltklima retten wollen… (das war jetzt meine ganz persönliche Halbwissen-Meinung…) Liebe Grüße, Ulrike

    • Fjonka sagt:

      Natürlich wäre es wunderbar, wenn ein natürliches Gleichgewicht sich wiederherstellen ließe und wenn die Jäger dann nur noch als weiteres großes Raubtier für die Menschen (wie mich) „gebraucht“ würden, die auf Fleisch nicht verzichten wollen, eine Alternative anböten: Fleisch von Tieren, die bis zum Schluß so gelebt haben wie es ihrer Natur entspricht. Ich glaube aber leider auch nicht daran, daß sich die Uhr in näherer Zeit so weit zurück (oder vor-) drehen läßt, daß das realistisch sein könnte. Da müsste grundsätzliches geschehen.
      Der Teil der Jägerschaft, der eifersüchtig darüber wacht, daß es keine „Konkurrenten“ aus dem Tierreich gibt, das ist mE ein sehr problematischer Teil, an den ich beim schreiben nicht gedacht habe (persönlich kenne ich davon Niemanden, vielleicht deshalb). Ebenso schlimm sind die fanatischen Katzenhasser, die es hier zum Glück nicht gibt. Da muß man aber dann auch fragen, wer solche Gesetze erläßt, daß sie faktisch Freilauf von Katzen nicht zulassen. Inzwischen wird aber ja auch mehr auf Kartationsaktionen gesetzt, das finde ich gut und richtig.

      Zu den Nestern: Marderhunde rauben wohl sehr stark bei Singvögeln, kleineren.

      • wattundmeer sagt:

        Ich stimme Dir voll und ganz zu 🙂 Die „Eifersüchtigen“ und die „Hasser“ wirst Du auch nicht kennenlernen. Sie geben sich nicht zu erkennen…

        • Fjonka sagt:

          Doch, tun sie. In einer Doku habe ich sie schon sehr massiv für ihre Sicht der Dinge eintreten sehen, und vor über 20 Jahren wohnte ich in einer WG in einem Revier eines Katzenhassers. Ich selbst hab ihn nie kennengelernt, aber ladypark hat allerhand mit ihm erlebt (und einige Katzen an ihn verloren)

          • wattundmeer sagt:

            Oh je, das ist sehr traurig. Meine Katzen sind einfach immer nur „verschunden“ und ich kann und darf da niemanden beschuldigen…

          • Bibo59 sagt:

            Hier der alte von Stein hat freilaufende – also „wildernde“ – Hunde beim Gassi gehen abgeschossen, die sich nur wenige Meter von ihren Eigentümern aufhielten. Berechtigt war das nur in einem Fall: Dieser Hund hat wirklich Hasen apportiert und lief ständig frei rum. Wie es seine Söhne jetzt halten weiß ich nicht.

      • Bibo59 sagt:

        Das stimmt so nicht, weil Marderhunde nicht klettern können. Der Mageninhalt von untersuchten Marderhunden spricht dagegen.

  5. Anja sagt:

    Ja, das Problem mit den Marderhunden habe ich hier in Eckernförde auch schon mitbekommen. Schöner Bericht! 🙂 Zu den natürlichen Feinden: Südlich der Schlei soll es ja einen Wolf geben. Wie sieht es nördlich der Schlei aus?

    • Fjonka sagt:

      Hab bisher nix davon gehört. Aber ich wusste auch von keinem südlich der Schlei, bloß von einem letztes jahr irgendwann durchgewanderten Jungwolf.

    • Bibo59 sagt:

      Uhu, Seeadler, Steinadler und Wolf sind natürliche Feinde der Marderhunde.

      • Fjonka sagt:

        Uhus und Seeadler immerhin gibt es hier, aber sehr selten. Trotzdem nehmen die Marderhunde stetig weiter zu. Steht auch in der Statistik in den Links beim Wikipedia-Artikel, da jedenfalls hat er mir richtiges erzählt.
        Wenn Marderhunde aber tatsächlich nicht sooooo vogelschädlich sind, werden sie mir sympathischer. Sind aber trotzdem Neozoen – wie auch immer man dies Thema angehen möchte. Ich hab das Buch, das teff erwähnt, ja von ihr übernommen und auch gelesen, HOCHspannend! Aber seither weiß ich eher noch weniger, wie ich über die „BNeos“ denken soll, denn die Wechselwirkungen sind zT schon absurd, und zurück zu wann will man????

        • Bibo59 sagt:

          Das tun sie, bis alle Marderhund-Reviere besetzt sind. Dass sie noch zunehmen ist ein Zeichen dafür, dass noch nach oben Luft ist.
          Das ist übrigens bei allen Viechern so, die von Menschen als zu viel empfunden werden.

Platz für Klönschnack ...

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