Am Morgen

Wachwerden ist so eine Sache…..

Drei Varianten sind mir bekannt:

  1. die Bettlähme: Du wachst auf. Der Körper ist schwer, die Augen auch. Du döst wieder weg. Du schläfst nicht richtig, halbwach kreisen die Gedanken, Du träumst dummes Zeug, ein Dutzend Mal denkst Du: „STEH AUF, dann gehts Dir besser!“, aber Du kannst nicht. Bleischwer jede Hautzelle, bewegen fast nicht möglich. Die Stunden(!) ziehen sich hin. (Diese Variante, jahrelang Thema, habe ich mit viel Training und mehreren endlos piependen Weckern außer Reichweite irgendwann in den Griff bekommen, sie ist glücklicherweise seit über 20 Jahren nur noch eine Erinnerung)
  2. das aufwachen: Du wachst auf, Du döst wieder weg, allmählich wirst Du wacher, Du drehst Dich gemütlich um und läßt den letzten Tag ein wenig Revue passieren, Du überlegst, was heute so ansteht, Du streckst Dich, Du stehst auf. Der Tag kann beginnen. (Leider ist auch Variante zwei, für viele glückliche Jahre ganz normal, offenbar nicht (mehr) möglich)
  3. Hallowach: Du wachst auf, ein Adrenalinstoß durchfährt Dich, der Bauch schmerzt, Du denkst „Ach nein, bitte nicht DAS wieder“, Du stehst auf und gehst für kleine Mädchen – der adrenalingesättigte Körper ist hellwach, aber Du bist müdemüdemüde. Im besten Fall schläfst Du nach dem WC-Gang  (der einzig für den Adrenalinabbau nötig ist, nicht für die Blase), wieder halbwegs ein, aber es wird ein leichter, wenig erholsamer Schlaf mit Zwischensequenzen unguten Kopfkinos bleiben bis zum nächsten Adrenalinstoß. Du stehst auf.

Inzwischen ist Hallowach normal. Ich habe mehrere Taktiken entwickelt, damit besser klarzukommen. Der WC-Gang ist die wichtigste (ohne ihn setzt adrenalinbedingt das Kopfkino sehr ungut ein), dann aber auch Rückenlage mit nach oben ausgestrecktem Arm (keine Ahnung, warum das die Bauchweh bessert) und vor allem: rechtzeitiges aufstehen, damit die Kopfkino-Sequenzen nicht überhand nehmen. Und ja, medizinisch ist alles durchgetestet, was den Ärzten so einfiel. Ich bin pumperlgesund.

Wie ich auf dieses eher abseitige Thema komme?

Heute morgen wurde ich HALLOWACH, samt „Ohneee, Menno, ich bin so müde, nicht schon wieder, bitte!“ und gucke auf den WC-Wecker: Ui! Viertel nach acht!

Schnelles überschlagen zeigt: ich habe NEUN Stunden geschlafen!! Gleich bin ich viel zufriedener, denn schon seit einiger Zeit zeichnet sich ab, daß zwar das aufwachen wirklich nix schönes ist, aber ich dazwischen nicht mehr nur 4-5 Stunden einfach so durchschlafe, sondern wieder ganz normale 7-8, manchmal sogar länger. Auch wenn sich das morgens nicht so anfühlt, so bin ich darüber doch sehr froh, denn tags ist es dann doch deutlich spürbar!  🙂

Eigentlich ist das Thema auch soooo abseitig garnicht: im Freundes- und Kolleginnenkreis ist (Nicht-)schlafen und blödes aufwachen durchaus immer wieder Thema. Vieles ist sicherlich einfach dem Älterwerden geschuldet – die senile Bettflucht rückt näher ………… da ist es vielleicht garnicht so doof, sich mal drüber klarzuwerden, wie das eigentlich so läuft mit dem schlafen und aufwachen und welcher Umgang damit sinnvoll ist. Manches kann geändert werden, mit anderem gilt es sich abzufinden. Und Menno, hätte ich früher gewußt, wie das wird (werden kann), dann hätte ich die seligen Zeiten von Variante 2 mehr zu schätzen gewußt! Wer also noch zur Murmeltier-Fraktion gehört, der kann sich ja morgen früh mal doppelt wohlig umdrehen – und den anderen rufe ich von hier aus zu: „Ihr seid nicht allein, und geteiltes Leid ist halbes Leid!“

Wochen später ergänzt:

Hallelujah: dieser Beitrag wartet schon ein wenig in der „schon geschrieben“-Schlange, genauer gesagt, er ist etwa vier Wochen alt – und seither hat sich das ganze noch weiter verbessert: ganze zweimal seither habe ich Variante zwei genießen dürfen 🙂 Meine Maßnahmen, vom Arbeitswechsel bis hin zu Übungen, scheinen langsam nicht nur tags, sondern eben auch bis hin zum schlafen und aufwachen Wirkung zu zeigen!!

 

7 Kommentare zu “Am Morgen

  1. wardawas sagt:

    Irgendwann habe ich durch Zufall gemerkt, dass in der kalten Jahreszeit Ein- und Durchschlafen besser funktioniert mit Wollsocken an den Füßen (irgendwann in der Nacht fliegen sie dann aus dem Bett, wenns warm genug geworden ist).

    • teff42 sagt:

      bei mir sinds die Schultern. Konnte ich früher problemlos nackig schlafen, geht das trotz vieler Decken und so weiter nicht mehr auch nicht im Sommer (ich meine den richtigen, wo es warm ist und die Sonne scheint). Weil ich an den Schultern friere, warum auch immer. Wenn ich friere kann ich nicht schlafen, aber dafür wurde ja der Nachtpölter erfunden, obwohl ich zugegebenermassen lediglich einen davon besitze. Shirts ode Pullis tuns auch.

    • Fjonka sagt:

      Ohne Wollsocken einschlafen?
      Kann ich erst seit den Wechseljahren manchmal wieder *g*

  2. Bibo59 sagt:

    Bei mir gibt es zwei Zustände: Sommer- und Winterschlaf (Variable: mit und ohne Rollläden.)
    Der Winterschlaf (also jetzt) kommt deiner Bettlähme recht nahe, aber ohne schwarze Gedanken. Wenn es nicht richtig hell wird, werde ich nicht richtig wach und wenn es ab 16.30 wieder dunkel wird, werde ich schon wieder müde. Hätte ich keine sonstigen Verpflichtungen, ginge ich vermutlich um 17.00 ins Bett und schliefe durch bis 10.00 aber mindestens. Stehe ich dann auf, wird erstmal halb besinnungslos rumgetorkelt. Das Getorkel endet erst nach dem ersten Kaffee. oder dem zweiten, oder dritten. Aikido üben ist zur Zeit für mich wie mitten in der Nacht.
    Wenn es im Frühjahr wieder heller wird, geht das schleichend über in den Sommermodus: Ich werde jeden Tag etwas früher wach und bin dann fit, ohne zu torkeln. Kommt dann die allseits verfluchte Zeitumstellung, muss ich eigentlich nur meinen Radiowecker anders stellen, was immer ein gewisser Aufwand ist, weil ich die kleinen Beschriftungen auf den Tasten nicht lesen kann und immer vergesse, was man da drücken muss.
    Beim Einsatz von Rollläden wirkt der Winterschlaf-Modus ganzjährig, inklusive Torkelphase. Muss man erstmal drauf kommen, also: Weg mit den Dingern! Leider habe ich die Parkhalle Köln-Bonn als Nachbarn von gegenüber und der macht manchmal mitten in der Nacht Flutlicht an um seinen Kunden den Weg zu weisen. Das taucht den Garten!! in völlig unnatürliche Beleuchtung und ich werde schlagartig hellwach. Also wieder her mit den Dingern?
    Adrenalinstöße kenne ich auch, aber das hatte eigentlich mit einer Person zu tun, mit der ich eigentlich nichts zu tun haben wollte, der ich aber nicht entkommen konnte. Ist wohl vergleichbar Deiner Arbeitssituation. Oder mit „normalen“ Weckern, die losschrillen, wenn es noch dunkel ist. Was mich erst Recht ins Torkeln bringt.

    Und dann war da noch. Der Tourenleiter in Mexiko, der morgens ebenso torkelig drauf war. Und eines schönen Tages meinte: „Mensch, heute morgen bin ich als erstes gegen einen Kaktus getorkelt.“

  3. ittagebuch sagt:

    Hauptsache Kaffee 😉

Platz für Klönschnack ...

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