Der Michelmann möwt mich ins neue Jahr

Dies ist eine Geschichte vom Michelmann:

Arnis

Ich weiß nicht, wie bekannt den LeserInnen von weiter wech die hiesige Saatkrähenproblematik ist, also werde ich das vorweg mal eben mal in Ruhe erläutern:

Saatkrähen stehen unter Schutz, denn sie sind in Deutschland selten. Fast überall. Nur nicht hier bei uns. Hier bei uns gibt es viel zu viele Saatkrähen. Sie brüten in Kolonien in großen Bäumen, die beieinander stehen.
Außer zu vielen Saatkrähen haben wir hier aber auch zu wenig große, beieinanderstehende Bäume, denn hier ist die krähenreichste, aber auch die waldärmste Gegend Deutschlands.
Das führt dazu, daß die großen Saatkrähenkolonien mit den Menschenkolonien in Konflikt geraten, denn beide halten sich gern an denselben Orten auf:  auf Friedhöfen, Grundstücken mit baumumstandenen Häusern oder in kleinen Wäldchen. Außerdem sind Saatkrähen ausgesprochen kommunikativ veranlagt. Sie befinden sich in ununterbrochenem Austausch miteinander. In lautem ununterbrochenen Austausch.
Krähen sind übrigens Singvögel – man mag manchmal nicht glauben, wie absurd Menschen Tiere kategorisieren! Denn Krähen singen nicht, Krähen schreien! Das tun sie unmelodisch und rauh. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Immerzu. Es ist gruselig.
Ein völlig neuer Geschäftszweig ist schon daraus entstanden, der des Krähenvergrämens. Man versucht es mit lautem klappern oder indem man allabendlich kurz vor Dunkelwerden die Nester zerstört, hoffend, daß die Krähen sich dann einen anderen Ort zum nisten suchen. (Das darf man aber nur, bis das 1. Ei liegt, denn die Krähen sind ja geschützt – ich habe bisher noch nicht mitgekriegt, daß es funktioniert hätte….)

Und jetzt also der Michelmann.

Der Michelmann hat ein Haus mit einem großen, schönen Garten dicht an einem kleinen Wäldchen, in dem Hunderte Saatkrähen leben. Ich, dort zu Besuch, sagte einst: „Du hast es ja echt schön hier, aber die Sch***krähen, Mann, ist das laut!!“.
Darauf der Michelmann: „Ach, die stören mich nicht. Ich tu einfach so als wären es Möwen, dann fühle ich mich wie am Strand!“

————   ————   ————

Mein Vorsatz für 2018:

Die Welt ist doch gleich viel schöner, wenn man nicht alles glaubt, was man zu wissen meint! Deshalb schließe ich mich dem Michelmann, Pippi und der Frau Merkel* an und singe so oft es geht und mindestens so melodisch wie die Möwen beim Michelmann das schöne Liedchen:

Dreimal drei macht vier widdewiddewitt und drei macht neune
ich mach mir die Welt widdewiddewie sie mir gefällt

 

animiertes-vogel-bild-0253

Ich wünsche allerseits ein gutes neues Jahr mit ausreichend Möwen und viel Gesang!!!!!

————   ————   ————

*Känguruh!

 

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Sonst so.

18 Kommentare zu “Der Michelmann möwt mich ins neue Jahr

  1. fernwehkinder sagt:

    Hat dies auf Fernwehkinder rebloggt und kommentierte:
    Liebe Fjonka, danke für den Bericht über den Michelmann. Bei uns im Garten geht immer wieder die Post ab, wenn sich die Elstern streiten. Gestern bei der Stunde der Wintervögel habe ich stets mindestens drei, einmal sogar auf einen Schlag acht Exemplare gezählt. Diese Streithähne gehen mir seit Monaten auf die Nerven. Oder soll ich sagen „gingen“? Denn seit ich gelesen habe, wie dich der Michelmann ins neue Jahr gemövt hat, habe ich mir seine/deine Einstellung kurzerhand zu Eigen gemacht.

  2. wattundmeer sagt:

    Genau. Und Sturm ist Wellenrauschen… Dir auch ein Happy New Year! Ulrike

  3. teff42 sagt:

    alles eine Frage der Wahrnehmung / interpretation….

    einen guten Rutsch wünschen wir aus dem waldreichen und saatkrähenarmen Lipperland.

  4. ladypark sagt:

    Ein schöner letzter Blogeintrag für dieses Jahr. 🙂

    Mich erinnert er an unseren Maulwurf. Während sämtliche Nachbarn einen schier verzweifelten Kampf gegen dieses putzige und fleißige Kerlchen führen, dann aber doch einen so durchwühlten Rasen haben, dass sie zuweilen einbrechen, habe ich mich mit ihm arrangiert. Ich sage ihm „Herzlich willkommen, hier ist Platz für uns beide“ und schon hält er sich höflich im Zaum und fabriziert nur einige wenige faszinierende Haufen, die mich nicht weiter stören.

    Dein Vorsatz gefällt mir. Mit ein wenig Gelassenheit und Humor lässt es sich einfach besser leben.

    In diesem Sinne auch dir ein glückliches Neues Jahr!

  5. Bibo59 sagt:

    Der Michelmann könnte mir gefallen. Ich könnte mir ja vorstellen, die Amazon-Bomber wären große Vögel und die nächtliche Beleuchtung von der Parkhalle Köln-Bonn wäre Mondlicht. Und überhaupt: Eine Hauptverkehrsstraße klingt ja fast wie Meeresrauschen.
    In Schausende gab es Leute, die sich über den „Lärm“ der Graugänse beklagt haben.
    Krähen vergrämen funktioniert, aber nur wenn es in der Nähe eine vergleichbare Baumgruppe gibt, in der sie in Ruhe nisten können. Und nein, sie ziehen nicht in den Wald, weil sie auf offenem Weideland und Acker ihr Futter finden.
    Krähen abschießen funktioniert nicht, weil die armen Hinterbliebenen den Verlust durch mehr Eier ausgleichen.
    Rabenkrähen sind da viel pflegeleichter. Ein Brutpaar hält die ganze Umgebung frei von anderen Rabenkrähen und von Saatkrähen.
    Kommt nun jemand auf die wirklich blöde Idee, dieses Brutpaar abzuschießen, kommen alle anderen an: JIPPIIIE! DA IST EIN REVIER FREI GEWORDEN!

    • Fjonka sagt:

      Der Michelmann ist auch auf ganz besondere Weise toll 🙂
      Mach das mal, mach die Parkhausbeleuchtung zu Mondlicht und die UFO zu Vögeln, wenns gelingt ists bestimmt klasse!

  6. Nighthawk sagt:

    Jute Rutsch ins besser Johr.

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