Ostermontag

Endlich, endlich fühle ich mich wieder weitestgehend gesund und habe sogar etwas Energie übrig! UND es gibt blaue Stücke zwischen den Wolken UND wenig Wind UND der Schnee von gestern ist weitgehend weggetaut UND die Sonne kommt immer wieder raus  – was liegt da näher als erstmals ein wenig Gartenarbeit – denn zum draußen rumsitzen ists definitiv zu kalt.

Und so habe ich mit des Herrn tatkräftiger Hilfe das 1. Miniprojekt beendet: die Elfenblumen sind ganz raus aus dem Frühstücksplatz-Randbeet, damit gibt es um die 3 qm relativ sonnigen Leerplatz. Da will ich ein weiteres kleines Schrittchen gen Naturgarten tun: zwei Schubkarren Sand untergemengt, grobes rausgeharkt und Saat- Mix von der Arche Eggebek ausgestreut, untergerecht, festgestreten – es wird noch ein paar Nachtfröste für die Frostkeimer geben, und so hoffe ich auf ein paar neue Arten im Garten. Das kleine Beet vom letzten Jahr habe ich vom Laub befreit (diese Blühpflanzen mögen ja alle lieber Sonne und mageren Boden) und jetzt auch die Karden-Reste abgeschnitten. Es gab allerhand Rosetten zu sehen und auch Rest-Pflanzen vom letzten Jahr, die noch ganz munter aussehen. Bin gespannt, wie sich das alles entwickeln wird.

Beim umpflanzen der Elfenblumenplacken haben wir dann noch weniger schönes gefunden: letztlich habe ich einen ganzen Eimer voll Maschendraht aus dem Grundstücksrand gen Straße geborgen, zum Teil ist er aber leider so in den alten Buchen eingewachsen, daß ich ihn nur dicht an den Stämmen abklipsen konnte – der Vorbesitzer hatte Hunde und deshalb das ganze Grundstück eingezäunt – aber ich hatte eigentlich gedacht, ich wüßte, wo noch Reste sind. Nix da – diese hatte ich in den über 20 Jahren nie gesehen….

Was das Tier Nr. 100 angeht – dummerweise habe ich zwar eines gefunden, war aber absolut nicht in der Lage, das zu bestimmen:

Es ist sicherlich eine Raupe eines Falters der „Spanner“-Familie, weil es auf die charakteristische Art voranrobbt. Aber welcher ist es? Es gibt Dutzende, und ihre Raupen sind so unterschiedlich gefärbt, auch innert einer Art, daß ich das unmöglich sagen kann – und deshalb auch nix eintragen. Ihr müßt also noch warten…..  Die Raupe saß an der Holzteer-Schuppenwand, eisekalt im heftigsten Schatten plus Wind – aber sie lebte.

Derweil sind die Kringelchen und das Mondvolk eifrig in den Krokussen unterwegs und sammeln Pollen. Das Sonnenvolk aber summt zwar vor sich hin, sendet aber kaum ein Bienchen nach draußen. (EDIT: um 14:30 plötzlich ein großes Getümmel, auch Pollitas sind zu sehen – während bei den anderen trotz gleicher Besonnung jetzt wenig los ist. Immer wieder ist es erstaunlich, wie unterschiedlich die Völker sind!!) Und ich habe die erste Hummelkönigin gesehen. Wenn mich nicht alles täuscht, war’s eine Ackerhummel. In diesem Jahr werde ich keine Mause- und andern Löcher abseits der Wege mehr zutreten. Im letzten Jahr erst ist mir klargeworden, daß die allermeisten Wildbienenarten im Boden nisten und viele von ihnen dafür auf schon vorhandene Gänge anderer Tiere angewiesen sind.

In den letzten Tagen habe ich das wirklich feine Buch „Der Drei-Zonen-Garten“ vom Gastl gelesen, dem mit dem Hortus Insectorum. Tolles Buch, das – und was mir uA richtig gut gefallen hat, ist, daß ich jetzt gut begründen kann, warum es eigentlich ja richtig toll ist, daß ich – wie hier schon oft erwähnt – ja eine Stückeles-Macherin bin, die fast nie was zuende macht und immer von hier nach da und dorthin hüpft und macht, oft spontan und ungeplant – das ist nämlich für die Natur einfach mal gut so!!! Weil man dadurch immer in kleinen Einheiten neue Lebensbedingungen schafft und nur selten mal große Areale völlig verändert (Beispiel: auch ein Rasenschnitt kann schon zu solch einer großflächigen Veränderung zählen – viel besser, in Etappen zu mähen, so daß immer unterschiedliche Gras- und Krauthöhen und -wuchsstadien auf engem Raum zu finden sind. VIELFALT!!! 🙂 )

So. Nun will ich aber noch ein wenig raus. Mal sehn, was ich noch so anfangen und nicht beenden kann… *gg*

 

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Fauna, Garten.

13 Kommentare zu “Ostermontag

  1. Anja sagt:

    Habe mit Fjonkas Einverständnis in der Facebook-ID-Group nachgefragt und diese tolle Antwort bekommen:

    „Sicher kein Spanner- aber die reduzierten Beinchen können natürlich schon irrleiten 😉 Zur Unterscheidung: Spannerraupen haben lediglich ein Bauchbeinpaar- sind es zwei Bauchbeinpaare, wie bei dem Tierchen hier, handelt es sich um eine der Eulenarten (Noctuidae), welche ebenfalls Bauchbeinchen rückgebildet haben.
    Im konkreten Fall sollte es sich um eine Catocalen-Raupe handeln. Da das Räupchen aber noch nicht ihre volle Größe erreicht hat, würde ich nicht weiter als „Catocala spec.“ bestimmen. Jedenfalls Gratulation: Catocalen sind allesamt nicht allzu häufig :)“

    Ein Ordensbänder-Falter! Noch nie gehört, aber schaut klasse aus! :-)))

    • Fjonka sagt:

      Oh, das ging ja fix! Danke Dir 🙂
      Guckmal, hier sind ähnliche Raupen weiter unten bei dem „jüngeren Raupenstadien“
      http://www.lepiforum.de/lepiwiki.pl?Catocala_Fulminea
      Na, wenn die auch noch selten sind, dann hoffe ich gleich nochmal mehr, daß dieser Lütte die kalten Zeiten überlebt hat 🙂

      Ist diese ID- Gruppe eine Expertenrunde?

      • Anja sagt:

        In dieser Gruppe sind 7.200 Mitglieder. Aus vielen Bereichen sind Experten dabei. Das ist echt erstaunlich, was die dort alles bestimmen können. Die Gruppe ist sehr interessant für neugierige Menschen. Irgendwelche merkwürdigen Dachboden- oder Kellerfunde sind dabei. Ich erinnere mich an einen Fall, wo bei einem alten Haus die Fliesen rausgerissen werden sollten und da waren es irgendwelche besonderen Stücke, die dann doch bleiben durften.

  2. Da hattest du ja eine wunderbare Lektüre und gleich neue Anregungen für deinen Garten. Ich bin im Hortus-Netzwerk und war letztes Jahr mal im Hortus Insectorum zu Besuch….:-)
    Was möchtest du dort entstehen lassen? Eine Blumenwiese oder Sandarium?
    LG Sigrun

  3. Bibo59 sagt:

    Du kannst das Raupenfoto hierhin http://www.schmetterling-raupe.de schicken. Der Seitenbetreiber ist sehr kooperativ und hat mir auch einige Male geholfen.
    Und ich bin der Meinung, ich habe gewonnen, weil aus der Raupe ein Schmetterling wird. 😉

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