Muskelkater

Heute bin ich die schmerzensreiche Fjonka. Das bin ich deshalb, weil gestern herrlichstes Wetter war, der Garten auf mich gewartet hatte und ich seinen Rufen nicht widerstehen konnte. Eins ergab das andere:

Ich wollte mit des Herrn F. Hilfe ein weiteres Stückchen gen „mehr Natur“ gehen. Und zwar, indem die erste der zahlreichen Forsythien ausgebuddelt werden sollte. Ersetzt werden würde sie, sollte dies klappen, von dem Pfaffenhütchen, das sich selbst im Hof direkt am Kellerschacht vor bestimmt 7 oder 8 Jahren angesät hatte. Es stand am Eckpfosten des Staketenzauns, und so hatte ich die dünnen Zweige des Sträuchleins, das da wuchs und von dem ich, bis es im letzten Jahr zum ersten mal Früchte getragen hatte, nicht wusste, was es für eins war, einfach immer um die Staketen herumgewunden. Inzwischen zeigte sich aber: das wollte ein ausgewachsener Strauch werden, und als solcher würde es erstens an dieser Stelle nicht gerade glücklich werden und zweitens über kurz oder lang der Kellerschachtmauer mit seinen Wurzeln Probleme bereiten. Also wollte ich versuchen, ob es umpflanzbar wäre.

tatsächlich war es ein viel kleinerer Akt als gedacht, die Forsythie auszubuddeln – man sieht, wieso, wenn man sich den Wurzelstock betrachtet, den ich als Totholz und Deko vors neue Beet gesetzt habe:

Ganz schön wenige Wurzeln für so einen ex-großen Strauch….

A propos neues Beet: man sieht schon eine Menge Keimlinge, wenn man genau hinschaut:

Aber weiter im Text: das Pfaffenhütchen einzupflanzen war das kleinste Problem – aber woher Erde fürs Pflanzloch nehmen? Was wir da rausgeholt hatten, das bestand – wie überall bei mir – fast nur aus Gierschwurzeln….. also musste ich tun, was eh nötig wurde: den Kompost umsetzen. Aber einiges davon wollte erst einmal gesiebt sein, denn ich brauchte auch Erde für die Pflanzen, die ich zugunsten des Naturgartenvereins beim Landmarkt in Gottorf, auf dem wir wieder mit den Stand betreuen werden, gegen Spende abgeben werde. Also Karre und Kompostsieb raus, eine Karre vollgesiebt – aus dem Thermokomposter – dann den Rest rausgeschaufelt und dem Pfaffenhütchen zugegeben. Und dann aus dem Kompostgitter den Thermokomposter gefüllt, den Rest aus dem Gitter hinten aufs Beet, weil ich da auch ’ne Masse Placken rausgeholt habe, denn seit dem letzten Jahr passiert der Giersch die Edelstahlbarriere von unten – für ein paar Jahre hats gereicht, aber daß das einfach nicht tief genug war, hatte ich ja von Anfang an geahnt…..

Sieht nach wenig aus, ist aber SEHR viel Arbeit gewesen…

Naja, und nebenbei gibt es natürlich immer eine Menge zu entdecken……

3 davon liegen dicht nebeneinander im Boden, etwa bleistiftdick die Löcher – aber ich habe Niemanden gesehen, der ein- oder ausgeht

der Wollschweber im Lungenkraut – erwachsen saugt er nur Nektar, als Larve andere Insektenlarven aus….

erst letztes Jahr gepflanzt – schon in prächtiger Blüte: Primula elatio, die Waldprimel

aufgefüllte Erde vor blühendem Garten 😉 – schön, das Frühlingsgrün!!

Das Beet mit den Karden und der Wildpflanzen-Saat vom vorletzten Herbst

Auch vom letzten Herbst: die gelbe Taubnessel . Hatte ich im Topf eingesetzt, weil ich noch nicht wusste, wohin damit – und ein Absenker hat sich selbst daneben hingepflanzt 🙂 Der darf bleiben….

Der Rest aus dem Topf aber kommt dahin, wo ich vorgestern gewütet hatte *g*. Hinten sieht man schon die ersten Töpfchen für Gottorf

Keine Ahnung, wie der dahin kommt, aber er ist seit ein paar Jahren da: der gefleckte Aronstab

Richtig gefreut haben wir uns über den Dicken – wir standen so beim Futterplatz rum und guckten nach ichweißnichtwas, da kam er an und maute fröhlich. Bekam aber wohl nicht genug Beachtung – und wie ein junges Kätzchen ist er übermütig 2 Meter rauf auf den Schneeballstrauch – und gleich wieder runter, um mit gebogenem Schwanz wegzusausen! Ich erinnere: 20 wird er im Mai! Die Schmerztröpfchen scheinen zu helfen 🙂 Überhaupt ist er bei dem schönen Wetter auch wieder mehr draußen. Aber auch nach wie vor sehr viel schlafend im kühlen Haus….

Jedenfalls habe ich von diesen Aktionen heute unsäglichen Muskelkater! Und es sind (natürlich) noch Restarbeiten über…….

Eine Schubkarre voll Erde steht noch rum, das Gitter muß noch neu aufgestellt werden

Und hier, wo wir das Pfaffenhütchen ausgegraben hatten, liegt ein Riesenhaufen „Zeug“ *g*

Nebenbei hatte ich ja auch noch die Randsteine ausgegraben (die waren fast im Hof versunken, wie ALLES, was man auf diesen Hof kippt – einschließlich vieler Fuhren Kies und inzwischen auch die alten Dachziegel vom hofseitigen Dach, die ja alle dort eine dicke Schicht gebildet hatten) und sie (die Randsteine) höher wieder eingesetzt.

12 Uhr 13.

Ein Teil der Restarbeiten ist schonmal erledigt. Das Hof-Beet sieht jetzt so aus (direkt am ganz linken Pfosten stand das Pfaffenhütchen, und die eingeflochtenen Zweige reichten schon bis zur Hälfte der langen Seite des Zauns.

 

Ich weiß nicht so recht was damit tun jetzt. Aber ich weiß ja, wo fragen….. eigentlich fehlt bloß noch, das Kompostgitter wieder aufzustellen. Außerdem wollen wir die Wäscheleine auf der einen Seite noch höher setzen. Aber dann könnte Sonntag sein, incl. rumsitzen und Ruhe – aber der Herr F. hat schon längst wieder den Spalter ausgepackt, gestern auch, übrigens. Die erste Matte ist schon fast voll und ein Ende seiner Arbeitswut nicht in Sicht – da will ich natürlich nicht bremsen, zumal ich derzeit so gar keine Lust auf „Holz“ habe……

 

 

 

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Garten, Katz'.

4 Kommentare zu “Muskelkater

  1. Bibo59 sagt:

    Ja, so zieht eine Aktion unvermeidlich dien nächste nach sich. 🙂
    Ich hatte das neulich Kompost umgesetzt und für den leeren Kompostbehälter aus Plastik gleich den Speermüll bestellt. Was letzten Endes dazu führte, dass am heiligen Sonntag ein Schrank zerlegt werden musste.
    Die letzten vier sonnigen Tage habe ich genutzt um Rasen und Wiese zu scheren. Die Wiese hat dann wieder bis Ende des Jahres Ruhe. Bin schon gespannt, was da nu wieder wächst.
    Bei mir ist einiges eingegangen im nasskalten 2017/18. Zum Beispiel alle Kräuter außer Schnittlauch und Zitronenmelisse.
    Außerdem ist schon voriges Jahr Zeugs eingegangen, das vorher die Weltherrschaft anstrebte. Und wo das stand ist jetzt eine Lücke, bei der ich noch nicht weiß, was daraus werden soll. Erstmal habe ich da mit der Wiesenmahd ein Bisschen gemulcht.

    • Fjonka sagt:

      DAS wünsche ich mir auch, daß mal Zeugs eingeht, das vorher die Weltherrschaft angestrebt hat. Zum Beispiel Giersch. Scharbockskraut (zumindest das in den Beeten), der ausläuferbildende Farn. Oder einer der Neubürger: die Quecke. Keine Ahnung, wieso die plötzlich da ist, ist sie aber, seit 2 oder 3 Jahren. Ebenso der Weißklee. Dem werde ich auch noch die Pest an den Hals wünschen, ich weiß es genau, obwohl er sich derzeit noch brav in der Wiese hält.
      Der einzige Weltherraschaftsanwärter, der tatsächlich glücklicherweise verstorben ist (natürlich: geblüht und danach binnen 3 Jahren langsam verschieden), ist der Bambus. Sonst hätten wir jetzt keinen so schönen Bienenstellplatz.

      • Bibo59 sagt:

        Aber der Weißklee ist doch gut für die Bienen. Ich habe den auch im Rasen und mähe drumherum.

        • Fjonka sagt:

          Ja, klar. Erstmal. Aber inzwischen kenne ich meine Pappenheimer. Erst ein paar Jahre hübsch und freundlich und dann plötzlich ZACK! Invasion! So haben es auch Fingerkraut, kriechender Hahnenfuß, Walderdbeere und Pfennigkraut gemacht. Ziel ganz eindeutig: Übernahme der Weltherrschaft!
          Das Pfennigkraut habe ich übrigens in monatelanger Arbeit aus dem Vorgarten zu verbannen geschafft. Das hat wirklich ALLES andere überwuchert, gerade noch so hab ichs weggekriegt. Die anderen aber sind ÜBERALL, nicht nur vorn, aber nicht ganz so dominant. (trotzdem aber ZU dominant inzwischen!! Die Walderdbeere hat es geschafft, daß ich nachts mit Verband zu Bett gehe, nur weil ich VERSUCHE, sie aus zwei Beeten rauszukriegen. Das bedeutet: täglich durch und gucken, was sich da wieder neu entfaltet hat….)
          Jedenfalls ist der Weißklee dafür bekannt, sich da, wo er einmal ist, sehr fein auszubreiten. Solange er in Rasen und Wiese bleibt, solls mir recht sein. Ich ahne aber, daß er sich damit nicht zufriedengeben wird, und tatsächlich ist er auf dem Vormarsch zu den Wintergartenstufen….

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