Rotschopf und Rotpelz!

22.4.

Wir haben von Mieters ein Bienchen bekommen, frisch aus dem Spinnennetz…. es war nur ganz kurz drin gewesen, denn sie hatten es reinfliegen hören und gleich befreit. Aber es war schon sehr spinnwebverklebt, und da Mieters dachten, es sei eine unserer Bienen und vielleicht würde es ja auch stechen wollen, haben sie es uns auf einem Stück Pappe umme Ecke gebracht.

Wir haben sehr vorsichtig ziemlich viele Spinnweben entfernt, das Bienchen ließ sich dazu widerstandslos auf den Rücken drehen und zwischen den Fingern halten. Etwas Bienenkunde für Mieters gabs kostenlos dazu. Daß dies keine Honigbiene ist und woran man’s sehen kann. Daß dies Bienchen wahrscheinlich nicht mal stechen könnte, wenn es wollte und warum. Und daß ich mich sehr darüber freue, daß es hier im Garten ist, dies aber definitiv nichts damit zu tun hat, daß es evtl deshalb hier wohnt, weil es meint, wo Honigbienen sind, lasse sich gut leben – sondern wohl eher damit, daß es hier, weil wir uns darum bemühen, offenbar sowohl die Nist- als auch Futtermöglichkeiten hat, die es braucht. Das alles hat eine Weile gedauert 😉

Beine und Flügel schienen danach wieder gut beweglich zu sein, aber bis abends saß das Bienchen noch auf seinem Podest, krabbelte nur mal hier-, mal dorthin. Verdünnten Honig mochte es nicht anrühren. Einmal kam ein gleiches Bienchen angeflogen, guckte kurz und flog wieder weg.

Morgens dann war Bienchen weg – ich fürchte, daß es einfach verklammt und gestorben ist, wenn ich auch im Rasen unter dem Podest nichts gesehen habe.  Vielleicht aber auch nicht – denn Anja hat nicht nur herausgefunden, was für ein Bienchen es ist – nämlich eine rotschopfige Sandbiene – , sondern dadurch auch gleich noch den Zusammenhang hergestellt zu den Röhren in meinem Garten, hier nochmal das Foto von einer davon:

Ich hatte schon am Tag vorher und am nämlichen Tage ziemlich viel Zeit damit verbracht, immer wieder zu gucken, ob ich nicht jemanden ein- und ausgehen sehe, aber Fehlanzeige – bis ich tags nach dem Bienchenfund wiedermal dort längsging (ich habe bis heute noch Urlaub….). Hier ist die Mail, die ich kurz darauf noch ganz beeindruckt an Anja geschrieben habe:

WOOOOHOOOO – ich hab sie gesehen!!! In der Röhre!!!
Bin eben raus, Pöttchen füllen für Ableger und wie die letzten Tage schon gucke ich im Vorbeigehen zu den Röhren – und da saß sie! Ein Zwilling zum geretteten Bienchen, Hintern in der mittleren Röhre, ruckelte vor und zurück, und zog sich dann in ihr Nest zurück.
Eine ganze Weile hab ich noch ihr Gesicht gesehen, konnte sogar noch die Knipse holen – und das verdammte Dingen hat ausgerechnet da eine Macke und sagt mir x Mal „schalten Sie die Kamera ein und aus“ …. Als sie’s dann endlich gepackt hat und an war, war Bienchen in der Röhre verschwunden und ward nicht mehr gesehen solange meine Geduld reichte…..
:-))))))))

Wer weiß, vielleicht war’s ja das gerettete Bienchen – oder der Kollege (bzw dann die Kolleigin), der (die) kurz vorbeigeschaut hatte….

26.4.

Ein echter Aprilwettertag, ich also nur mal kurz raus, dementsprechend keine Knipse mit….. logisch, daß genau dann etwas quietschorangenes an mir vorbeifliegt und sich dekorativ auf einem Winterlings-Blatt so ruhig und lange hinsetzt, daß ichs wunderbar hätte knipsen können, es mir so aber nur ausführlichst betrachtet habe. Und dann nix wie rein, ins Internet und gesucht – sehr eindeutig habe ich eine jetzt also nicht nur eine rotschopfige sondern auch eine rotpelzige Sandbiene im Garten gesehen! (Oder ein Männchen und ein Weibchen, denn im Link kann man nachlesen, daß die Männchen der rotpelzigen leicht mit den rotschopfigen zu verwechseln sind…. hmmmm…. edit: nein, doch nicht, sonst hätte ich ja EIN MÄNNCHEN in der Röre gesehen! Also beide Arten hier im Garten!!)

So sieht die rotpelzige Sandbiene aus, bloß das „mein“ Exemplar röter und orangener war. Mag aber am Foto liegen, denn dies‘ Bienchen heißt auch „fuchsrote Sandbiene“, und das trifft eher, was ich sah als was auf diesem Foto zu sehen ist:

 

Bild: Wikipedia, SteveK

Übrigens: zwei der drei Niströhren vom Foto oben sind noch bewohnt: im Regen waren sie zugespült worden, jetzt sind sie wieder schön ordentlich rund offen. Einen Kopf hab ich auch noch einmal gesehen, gestern.

Advertisements
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Fauna.

5 Kommentare zu “Rotschopf und Rotpelz!

  1. Rosenfrau sagt:

    Und grad‘ dachte ich „Coool, lies doch einfach Fjonkas Blog und schon weißt du, was in deinem Garten/auf deinem Balkon fliegt“ – aber so richtig passt’s dann doch nicht. Rotpelzige Sandbiene mit verunglückter Figur vielleicht?! 😀

    • Fjonka sagt:

      Verunglückt im Sinne von „Pummelchen“? 😉
      Ja, meine 2 waren schon Glückssichtungen, denn es gibt SO VIELE, und es ist wirklich nicht leicht…. ich habe immer auch den Vorbehalt „glaube ich“ dabei, denn solange man keine Flügeladern zählt und sowas ists immer nicht 100%…

      • Rosenfrau sagt:

        Ääähm – „Pummelchen“ trifft’s nicht wirklich *lach* Es ist vom Pelz her ein Rotpelz. Und es sucht auch immer irgendwelche Löcher – ist aber anscheinend zu faul zum selbst graben; jedenfalls muss ich „ihr“ jedes Frühjahr wieder erklären, dass die Vertiefungen und Bohrlöcher in meinen Holz-Balkonmöbeln _keine_ geeigneten Wohnstätten sind. Und es ist jedes Jahr nur ein Exemplar, lonesome rider oder so. Und figürlich… Eine fliegende Birne mit rotem Pelz. Die Birne hat überhaupt keine Taille oder Teilung oder was auch immer – es ist einfach eine Birne, aus deren rotem Pelz vorne ein stecknadelkopfgroßes, schwarzes Gesichtchen rausguckt. 🙂

Platz für Klönschnack ...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s