Die Geister, die ich rief….

Es ging ganz harmlos los:

am frühen Abend, das Abendbrot lag schon hinter uns, guckte ich gen Totholzhaufen und sah mit Schrecken: ein Farn des Grauens spitzte unten raus!

Farn des Grauens?

Ja, allerdings. Ich hatte vor einigen Jahren getan, was ich nie wieder tun werde: mir allen Warnungen zum Trotz einen hübschen Farn geben lassen. Die Warnungen der abgebenden Freundin lauteten: „Tu’s nicht, der breitet sich rasant aus. Wenn Du den irgendwo pflanzt, dann nur, wo er wirklich nicht stören kann! Aber besser ist, laß ihn hier“

Hätte ich bloß erstmal bei Wikipedia nachgelesen, denn da stehts schwarz auf weiß:

Es findet eine lebhafte vegetative Vermehrung durch über 0,5 m lange, unterirdische Ausläufer statt.

Aber wahrscheinlich hätte ich auch das nicht hören wollen, so hübsch wie er aussah, der Straußenfarn, denn so heißt er offiziell, mein Farn des Grauens. Ich sah nämlich die Chance, daß dieser Farn hinter’m Knick im Giersch eine Chance haben könnte. Und da konnte er doch nun wirklich nicht stören…..

Die Chance nahm der Farn wahr. Bloß stellt sich seit 2 Jahren heraus, daß ihm die große Fläche dort nicht genügt: er wandert gen Rasen, und seit letztem Jahr reicht nichtmal mehr mähen aus – ich habe fast täglich kleine Farne ausgebuddelt, von den Bodenausläufern, an deren Ende er neue Farne gen Himmel schickt, die man auch nicht einfach mit abmähen kann – sie bilden harte Knubbel im Rasen, aus denen sie immer wieder neu austreiben…. von wegen „da kann er nun wirklich nicht stören!“ Er kann, und zwar sehr heftig 😦

Und nun also im Totholzhaufen…..

Hier ist ein Bild, wie diese idyllische Ecke bis zum frühen Abend noch aussah (das Bild ist vom letzten Jahr, also ohne Farn des Grauens VOR dem Holzhaufen – man sieht ihn aber überall im Hintergrund):

Dann wollte ich den am rechten Ende hervorlugenden Farn entfernen. Und jetzt sieht das da so aus:

P1170119

links Steinmauer mit Teufelsfarn, rechts sieht man die Weide, dahinter noch massig Farn

Glücklich bin ich nicht, muß ich sagen.

Das sind Reste, die auf den neuen Totholzhaufen dürfen

das auch.

Zwei hoch volle Karren fast vermodertes mit Gierschwurzeln drin hat der Herr F. hinten im Knick aufgestapelt. Falls noch Larven und so drin sind, wovon wir ausgehen, können die sich dort zuendeentwickeln

Das sind hauptsächlich Wurzeln. Farn, Brennesseln und Giersch. Müssen wir ein heißes Feuer machen, das muß TOT ;-|

Das war immer eine richtig schöne Ecke gewesen, jetzt ists häßlich und Baustelle. Es hat sich nämlich im buddeln herausgestellt, daß sowohl der Totholzhaufen (der in den unteren 20cm nur noch Mulm ist) als auch der Boden von Farnausläuferwurzeln durchzogen sind (abgesehen davon waren da auch ordentlich Brennesseln und Giersch, logo) Deshalb hab ich weiter und weiter den Haufen abgetragen und werde das auch noch zuende führen. Aber dann weiß ich nicht weiter. Denn:

  • tu ich nix, habe ich in kürzester Zeit Giersch, Farn, Brennesseln in Rasen und Beeten
  • schichte ich eine frische Totholz“mauer“ auf, wird die nicht, wie „nur“ bei Giersch und Brennesseln, 15 Jahre lang das dollste in Schach halten: der Farn nämlich wird sich dadurch nicht beeindrucken lassen.

Was ich brauche ist eine Wurzelsperre. Und zwar eine gute und tiefe. Und dann muß ich die schon vorhandenen Ausläufer möglichst komplett aus dem Rasen und dem nebendran liegenden Wiesenstück rauskriegen, damit die wirken kann. Im Prinzip würde ich am liebsten den Farn ganz entfernen. Ob das noch gelingen kann ist offen. Aber momentan habe ich nicht mal eine Idee, was ich als Sperre nehmen könnte.

Das hier „muß noch“

Oh, Schiet.


EDIT drei Tage später:

Das ganze wird sich, wie Ihr noch lesen werdet und ich beim anfangen glücklicherweise nicht wissen konnte, zu einer (noch) größeren Aktion auswachsen, denn ….  Teil 2 der Geschichte,  Teil 3  und Teil 4

Advertisements
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Garten.

20 Kommentare zu “Die Geister, die ich rief….

  1. teff42 sagt:

    hattest du in der Ecke auch noch Silbergoldnessel drin? Das ist hier bei uns Staatsfeind Nummer eins… Der Versuch das Zeug im Ascheimer totzubekommen ist gescheitert, nun will ich das mal mit einem bokashi eimer veruchen… 🙂

    • Fjonka sagt:

      bei mir so flächendeckend wie der Giersch und wird deshalb ähnlich behandelt: nur da ferngehalten, wo Beete sind oder abgegrenzte Flächen, wo sie nicht gleich wieder nachwuchern kann. Mehr geht einfach nicht.

  2. beithe sagt:

    Bei mir wuchert noch eine weitere Gartenpest: die Ackerwinde

  3. dagehtwas sagt:

    Sehr amüsant geschrieben! Auch wenn dir alles andere als zum Lachen zu Mute ist (und war) 😉 ich hab jedenfalls ordentlich schmunzeln müssen, finde ich mich doch sowas von wieder – wenn auch nicht in Bezug auf Farn.
    Viel Erfolg! 🙂

    • Fjonka sagt:

      Ach, eigentlich IST mir zum lachen, denn das ganze macht einen Mordsspaß, und ich weiß ja: irgendwann und irgendwie wird es wieder schön werden. Was das angeht, ist auf meinen Garten Verlaß 🙂

  4. Bibo59 sagt:

    Soll ich dir ein paar Brombeeren abgeben? Ich versuche immer mal, welche auszugraben, mit zweifelhaftem Erfolg.

  5. Bibo59 sagt:

    Wahrscheinlich sieht das denn im Juni aus wie nach einem Wildschweinüberfall.
    Ich habe Farn im Vorgarten, der tut aber nix, außer, dass er lieber zwischen den Wegplatten wächst als im Beet.

  6. Rita sagt:

    Ich habe den Straußenfarn auch im Garten . Er ist hellgrün im Gegensatz zu den meisten anderen Farnen, hübsch halt. Ist aber gut ihn in ein abgeteiltes Eck zu pflanzen. Bei mir zwischen Eingangstreppe und Fußwegen. Ich entferne jedes Jahr ein paar von den Ausläufern. Ist sicher möglich alles auszubuddeln, aber heftige Arbeit. Aber nun zur Wurzelsperre: Da gibt es beim Straußenfarn, glaube ich, keine Probleme, weil nicht besonders aggressiv, wie Bambus. Kriegst du bestimmt in jedem Gartenmarkt. Im Internet gibt es Infos zum Einbau und sicher auch zu unterschiedlichen Qualitäten.

    • Fjonka sagt:

      Das sind immer Folien, wollte ich eigentlich nicht, weil wg. wabbelig schwer einzubauen und Plastik…. aber ich hab noch einen großen geschenkten Rest liegen, den werde ich jetzt doch austesten.

  7. wattundmeer sagt:

    Der Giersch in meinem Garten entzieht MIR machmal den Lebensmut… 😦

    • Fjonka sagt:

      Kann ich verstehen, aber seit ich weiß, wie Quecke, Schachtelhalm etc sich verhalten, sehe ich ihn mit freundlicheren Augen (siehe auch PurpurBetes Kommentar und meine Antwort darauf) Schließlich muß man eigentlich nur bis Mitte Juni, nach der Blüte, höllisch aufpassen, danach stellt er auch das ausläuferbilden ziemlich ein. Das finde ich, verglichen zB mit dem Farn, extrem freundlich *g*
      H., professionelle Landschaftsplanerin, sagt, sie habe sich in ihrem Garten einfach damit angefreundet: nach der – zugegebenermaßen hübschen – Blüte schneidet sie ihn runter, das entzieht die meiste Energie.
      Dort, wo er in der Nähe der Beete ist, lasse ich ihn allerdings nicht blühen, damit er sich dort sicher nicht aussamt. Sonst darf er, die Samen sind ja nicht so leicht, daß sie fliegen, und ich sense nach der Blüte.

      • Bibo59 sagt:

        Hast du eigentlich Majoran? Der ist merkwürdigerweise Im Kräuterbeet fast weg und in der Wiese die invasive Art, macht aber nix, weil die Insekten ihn lieben. Dieses Jahr gibt es wohl auch wieder Margeriten. Leider bin ich dann weg, ich sitze beim Aufbruchskaffee.

  8. PurpurBête sagt:

    Soll ich dich motivieren? Ich hab mir ja letztes Jahr ein Gierschbeet vorgenommen. Insulanerin hatte den immer nur oberflächlich entfernt, weil ihm das angeblich den Lebensmut entzieht. Die zeigefingerdicken Wurzeln UNTER der Erde zeugten davon, dass das den Giersch nicht beeindruckt hat. Ich hab also das ganze Beet aufgegraben, Wurzelballen durchflöht auf der Suche nach Gierschwurzeln …
    Das Beet ist neuerdings etwas unordentlich 😉 Das müssen wir in den kommenden Jahren vielleicht ein bisschen umarrangieren. Der Waldmeister fand die Aktion nicht so toll, guckt aber schon wieder beleidigt um die Ecke.
    Letzte Woche hab ich das Beet gejätet, weil Insulanerin Giersch für Jauche brauchte: Da wo ich letztes Jahr ungefähr drei Schubkarren Giersch entfernt habe, habe ich mit Mühe und Not ein Spankörbchen voll zusammen bekommen. Natürlich hab ich die Wurzeln gleich so gut wie möglich mit entfernt.

    • Fjonka sagt:

      Ja, das gierschentfernen IST möglich, in abgegrenzten Arealen, ich habs ja in meinem vorderen Staudengarten vor über 20 Jahren dauerhaft hingekriegt! Ich ziehe den Hut vor Deiner Aktion, denn ich habe mir schon öfter gedacht: „heute würde ich das nicht mehr schaffen“
      Jetzt dranbleiben und in den nächsten Jahren jedes Blättchen MIT Wurzeln entfernen, sonst hast Du schnell wieder eine Schubkarre voll….
      allerdings setzen größere Baumwurzeln, größere Findlinge etc Grenzen: was frau nicht durchflöhen kann ist verlorenes Terrain *g*

  9. Anja sagt:

    Bei mir schießt an einer Stelle plötzlich auch Farn. Bisher habe ich mir keine Gedanken darüber gemacht. Jetzt schon. Ich schicke Dir mal ein Foto. In Wiki steht aber komischerweise auch das hier:

    „In Deutschland ist er selten zu finden, in etlichen Bundesländern gilt die Art als gefährdet. Deshalb zählt der Straußenfarn in Deutschland zu den besonders geschützten Arten.“

Platz für Klönschnack ...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s