Der Honig ist im Eimer…..

…. und jetzt?

Nein, nicht was Ihr vielleicht jetzt denkt! 😉
Dem Honig geht es gut, er ist nur im wörtlichen Sinne „im Eimer“: wir hatten ihn geerntet, und er ist nun also im „vorerst endgültigen Eimer“ gelandet.

Mir ist beim erzählen im Bekanntenkreis aufgefallen, daß (logo!!) viele Leute nicht wissen, was dann passiert. Um einen guten („verbraucherfreundlichen“) Honig abzugeben reicht es nämlich nicht, ihn nun einfach mal in Gläser abzufüllen. Denn dann passiert etwas völlig normales: der Honig kristallisiert allmählich. Je nachdem, aus welchen Blüten die Bienen ihn gewonnen haben, wird er schon nach kurzer Zeit (zwei bis drei Wochen) oder im anderen Extremfall nach vielleicht einem halben Jahr hart sein (so daß man ihn aus dem Glas herausschaben muß) und/ oder körnig werden. Das hängt von der Zusammensetzung der unterschiedlichen Zuckersorten ab, Rapshonig zB wird steinhart, während Waldhonig flüssig bleibt, aber körnig wird. Der Idealhonig aber ist zähflüssig bis feincremig, je nach Sorte – und das glückt nur mit etwas Arbeit:

Erstmal bleibt der Honig im Eimer. Nach ein paar Tagen gucken wir nach, ob sich obenauf Schaum gebildet hat, aus Luftbläschen und kleinen Partikeln. Den nehmen wir mit einem Teigschaber ab.

Dann warten wir.

Manchmal dauert es nur ein paar Tage, manchmal aber auch ein paar Wochen – wir warten so lange, bis der Honig im Eimer beginnt, sich einzutrüben.
Dann beginnt die Zeit des rührens.

Mindestens einmal täglich, besser öfter, wird ausführlich, aber vorsichtig (keine Luft unterrühren!!) der Honig gerührt, damit die sich bildenden Zuckerkristalle klein bleiben. Kleine Kristalle bilden nämlich keine Körner und machen den Honig cremig, nicht aber hart.
Wir haben uns dazu im letzten Jahr einen Honigrührer geleistet, das ist einfacher als mit einem Löffel, wenn man größere Mengen rührt.
Nun also täglich rühren, bis perlmuttartige Schlieren dabei sichtbar werden. Das kann Tage dauern, aber auch mal drei Wochen…..

Jetzt – und keinen Moment früher – ist die Zeit gekommen, den Honig in Gläser zu füllen.

FERTIG!!

Natürlich kann der Honig auch vorher gegessen werden, wir finden den ganz frischen Honig sogar eigentlich leckerer, weil würziger. Aber man hat ja größere Mengen, so daß man den Honig wird lagern müssen – und dann ists natürlich besser, schön cremigen Honig abzugeben als harten oder körnigen….. im letzten Jahr war’s ganz seltsam, da waren nämlich schon nach ein paar Tagen die Trübungen da, und wir hatten nicht genug Zeit zu rühren – schon nach zwei Tagen rühren wurde der Honig fest, wir hatten Mühe, ihn noch schnell abfüllen zu können. SEHR seltsam! Dementsprechend hart ist er auch jetzt. Schade. Schmecken tut er genauso, das ist also kein Problem – aber ich bin auch eine derer, die eher weniger Appetit auf Honig haben, wenn er aus dem Glas geschabt werden muß….. zum Glück ist der Bekanntenkreis recht tolerant *g* – ich hoffe trotzdem, daß das dies‘ Jahr wieder normal ist und wir schönen, feincremigen Honig bekommen.

Abwarten, noch ist der Honig im Eimer 😉

 

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15 Kommentare zu “Der Honig ist im Eimer…..

  1. wotansweb sagt:

    Also dieses Jahr ist der Rapshonig deutlich „fester“ als letztes Jahr. Und das ist noch nett umschrieben. 😉 Oder der Imker hat zu spät geerntet und zu wenig gerührt?
    Wie ist deine Erfahrung in diesem Jahr? Gibt´s bei euch Unterschiede in der Festigkeit zu letztem Jahr? Hat die lange Trockenheit zuvor einen Einfluss darauf?

    • Fjonka sagt:

      Bei uns war er ja im letzten Jahr trotz heftiger Nässe von Anfang an SEHR trocken und dann auch richtig hart, weil einfach keine Zeit zum rühren geblieben war.
      Jetzt ist er noch nicht „fertig“: wir hatten immerhin mehr Zeit zum rühren (vom ersten eintrüben bis zum Perlmuttschleier 6 Tage, meine ich, und bis er überhaupt eintrübte hat es auch gut 10 Tage gedauert), aber im Glas passiert ja auch noch immer was, und so hoffen wir, daß das rühren nicht für die katz‘ war, und unser Honig diesmal schön cremig bleibt.
      Ehrlich gestanden ist mir absolut nicht klar, was denn nun tatsächlich die Grpünde dafür sind, daß das mal so, mal so ausgeht.
      Bei unseren Bienen, die ja immer am selben Standort stehen, kann auch dazu beitragen, ob nun viel oder wenig Rapsnektar in der Nähe ist/ eingetragen wird. Wir hatten ja auch „wenig“ gehofft, aber der Honig ist sehr hell – ich glaube, das hoffen war vergebens.

      • wotansweb sagt:

        Also, nachdem der Honig nun eine Woche auf der Fensterbank in der Sonne stand, ist er doch noch schön cremig geworden. Da macht das schmieren doch gleich viel mehr Spaß. 🙂

  2. Was machst du mit dem abgehobenen Schaum?

  3. pflanzwas sagt:

    Und wenn man ihn erwärmt? Oder könnte man ihn in Stücke schneiden, so à la Kandis 😉 ? Alles Gute für eine „cremige Saison“!

  4. ladypark sagt:

    Erinnert mich ans Eis machen, kristallisiert ohne Eismaschiene, die dauernd rührt, auch.

  5. RalfH sagt:

    Den Stern hast Du schon alleine für den Titel verdient.
    Das Rühren ersetzt bei Euch also das Schleudern.

Platz für Klönschnack ...

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