Schrecken

Neinnein, nix passiert beim Gewitter gestern! Dieser Beitrag war mit genau diesem Titel schon weit vorher geplant gewesen … das Gewitter grummelte, die vorher leergeräumten Fallrohre sind natürlich doch wieder verstopft gewesen, wir doch wieder im Starkregen mit Schirm draußen, aber es war nicht so doll, daß der Keller wieder naß geworden wäre. Und der angekündigte heftige Sturm hat sich zum Glück auch anderswo ausgetobt. Deshalb kann jetzt auch der geplante Beitrag endlich losgehn, der von ganz anderen Schrecken als denen des Wetters handelt. Bitte sehr:

Einen Schrecken kann man schonmal bekommen, wenn man sich plötzlich in Augenhöhe mit einem 4cm großen grünen Heupferd sieht….. auch dies ist mir wahrscheinlich (was die Artbestimmung angeht) schonmal passiert, und zwar an der weinbewachsenen Giebelwand der Villa Fjonka, die eh ein Lieblingsaufenthaltsort sämtlicher Heuschrecken hier ums Haus ist. Sehr viele davon gibt es nicht – schließlich habe ich einen Schattengarten, und viele Heuschrecken sind ausgesprochene Sonnenliebhaber. So wundert es dann auch nicht, daß die erste, die ich in diesem Jahr erwischt und zu bestimmen versucht habe, eine gemeine Eichenschrecke gewesen sein dürfte – wohnhaft in den Wipfeln von Eichen, auch in Laubmischwäldern – und somit eine Derer, die auch schattigere Gefilde aufsuchen. Sie saß an der Wintergartenwand, innen …. das ist wohl auch nichts soooo besonderes, denn im Netz steht zu lesen, daß sie gern mal in Häuser geht. Und sie hatte nur noch einen ihrer dicken Sprungbeine, was sie aber nicht zu stören schien. IHN nicht zu stören schien, denn, klar erkennbar an den 2 gekrümmten Hinterenden statt des weiblichen Legestachels: es ist ein Männchen.

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In der Insektenlupe hat er sich ganz wohl gefühlt, er hat sich geputzt und geduldig gewartet, bis ich ihn bestimmt hatte und wieder freilassen konnte. Beim suchen und lesen habe ich allerhand Neues über Heuschrecken erfahren, zB wusste ich nicht, daß es auch Baumwipfelbewohner unter ihnen gibt. Aber auch nicht, daß sie, bevor sie aussehen wie dieses Prachtkerlchen, mehrere Larvenstadien durchlaufen!

Und, glaubt es oder nicht: am selben Nachmittag war Besuch da. Wir haben unsere Bienen „vorgeführt“ (das geduldige, freundlich-friedfertige Sonnenvolk diente als Schauobjekt) und danach noch hinten gesessen – und da hatte der Herr Gast plötzlich was kleines grünes im Apfelsaftglas. Rausgefischt – es lebte noch. Und:

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Wenn DAS keine Heuschreckenlarve ist, was ist es dann???? Sicher bin ich nicht, aber hier sind Larven verschiedener Arten in verschiedenen Stadien zu sehen, und einige sehen schon so weit ähnlich aus, daß es wahrscheinlich ist. Wiedermal das altbekannte Phänomen der selektiven Wahrnehmung – ich würde mich nicht wundern, wenn ich in den nächsten Tagen über mehr Schrecken „stolperte“. August soll ja eh DER Heuschreckenmonat sein, und dazu DAS Wetter (nach wie vor, seit nunmehr mindestens 10 Wochen, Sonne, Wärme bis Hitze und Trockenheit) sowie mein geschärfter Blick…. mal abwarten.

EINE mehr hat der Herr F. bislang entdeckt und fotografiert:

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Legeröhre heißt: ein Weibchen.

Ich habe lange gesucht, aber ich wurde fündig: wir haben es hier mit der gemeinen Strauchschrecke zu tun, die sich ganz nach Beschreibung „im krautigen Bereich von Lichtungen oder Waldrändern“ – eine gute Beschreibung des Staudenbeets hinten *g* – aufhielt. Auch sie eher eine Liebhaberin schattigerer Gefilde, glaubt man den einschlägigen Seiten, und auch sie zeitweise in Baumwipfeln zu finden (nachgewiesen in Erlen – und auch Erlen gibt es hinten zu Genüge) Inzwischen habe ich auch 2x ein passendes männliches Exemplar gesehen.

 

 

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Fauna.

12 Kommentare zu “Schrecken

  1. pflanzwas sagt:

    Schicke Exemplare!! Das ist ja voll witzig. Wir hatten letzte Woche auch ein grünes Heupferd in der Wohnung. Wir wollten gerade schlafen gehen und hatten das Licht schon gedimmt, als wir plötzlich was großes am Vorhang hochhuschen sahen. Im ersten Moment „schreck“ und dann habe ich geschnall, was es ist. Leider hatte ich mir zu später Stunde nicht genug Zeit genommen, für Aufnahme und Bestimmung, aber eine beeindruckende Größe. Etwas kleineres grünes, hatte ich auch auf dem Balkon. Du hast wohl Recht: es ist „Schreckenzeit“, falls das Wetter so bleibt 😉

    • Fjonka sagt:

      Achach, das Wetter…. bei uns: jetzt Regen, Sturm, 18° – also eigentlich wieder normales Sommerwetter *gg*

      Die Schrecken werden sich verstecken
      hinter irgendwelchen Ecken
      die Tröpfchen von den Köpfchen lecken
      und grimmig ihre Zähne blecken

      *g*

      Ich jedenfalls würde das an ihrer Stelle tun. Und mich, hoffentlich, später dann nach den ersten Sonnenstrahlen recken.

      • pflanzwas sagt:

        „Normales Sommerwetter“, das wünsche ich mir 😉 Oh, Regen, ihr Glücklichen!! Hier immer mal ein kleiner Schauer und der Sturm nimmt gleich wieder alles an Feuchtigkeit mit, seufz!

        Schrecken, die sich verstecken, sehr schön 🙂

        • Fjonka sagt:

          Nein, das wünschst Du Dir nicht wirklich das ist Sch***!!!! Man sitzt wieder im Haus fest, selbst wenn mal die Sonne durchguckt, weil der Wind so kalt ist, und versucht sich mit der Feuchte für die Pflanzen ein wenig zu trösten. *seufz*

          • pflanzwas sagt:

            Ich tausche mich gerade mit einer anderen Bloggerin darüber aus, daß wir stets und ständig übers Wetter lamentieren können 😉 Nehmen wie es ist? Beim Menschen nicht möglich würde ich sagen 😉 Ich wäre echt froh, wenn die Pflanzen hier mal genug Wasser bekommen. Die Bäume sehen zum Teil schlimm aus…ich staune, daß überhaupt noch was Grün ist!!

  2. Frank sagt:

    Hach, so einen kleinen hellgrünen Hüpfer hatte ich gestern auch in der Wohnung. Ließ sich ganz brav einfangen und nach draußen tragen.

  3. teff42 sagt:

    Flip aus Biene Maja 😉

Platz für Klönschnack ...

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