Lehm-Nisthilfen für Insekten bauen

Letztlich gabs eine Bastel-Aktion bei einer Exkursion des Naturgarten-Vereins. Wir haben mitgemacht, und so sind zwei Lehmröhren für mein neues „Insektenhaus“ entstanden. War ziemlich einfach und hat Spaß gemacht, deshalb hier das Rezept

25 Kilo Lehmoberputz, fein 06 (es geht aber auch mit etwas groberem) mit 3 Litern Wasser und 5 Litern vom feinsten Sand, der zu kriegen ist, mischen. Das dauert, denn 3 Liter Wasser sind auf eine solche Menge nicht viel, es ist wichtig, daß alles gut durchgemischt ist.

Wenns fertig ist, Tonröhren kurz wässern. Wer keine Tonröhren hat, der nehme einen Blumentopf oder auch eine große Konservendose – wichtig: 15cm Tiefe sollten die Gefäße mindestens haben. Warum? Weil die Bienen diesen Platz für ihre Gelege brauchen: sie bauen eine Röhre, in der voreinander mehrere Eier mit jeweils einem eigenen Packen Pollen-Proviant für die Raupen plaziert werden.

Dann die Lehmmischung in die Gefäße füllen. Alle 2-3 Doppelhändevoll (ein schönes Maß, gell?) mit einem dicken Ast stampfen. Aber nicht zu fest, die Wildbienen wollen da ja auch noch reingraben können!

Fertig! Und nein, zu unser aller Erstaunen fällt der Lehmmix nicht aus der Röhre! Die Nisthilfen werden nachher schön sonnig und regengeschützt waagrecht irgendwo hingelegt, gern auch windgeschützt und etwas erhöht (weil sie dann nicht zuwachsen). Bei mir liegen sie im Insektenhaus. Man kann etwa 5cm tief ein wenig vorbohren, angeblich lockt das Wildbienen an, die auf der Suche nach einem Hang oder einer Abbruchkante, der Natur-Chance auf eine senkrechte Lehm-Sand-Fläche, sind.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Haus & Hof.

7 Kommentare zu “Lehm-Nisthilfen für Insekten bauen

  1. pflanzwas sagt:

    Das hört sich toll an. Bin gespannt, wie das angenommen wird 🙂 Und wo bekommt man diesen Lehm und den feinen Sand??

    • Fjonka sagt:

      Den Lehm gibts beim Bio-Baustoffhandel, den Sand bei jedem Bauhof (am besten allerdings nimmt man den „Rest“, sagte Ilse, der dort beim sieben oder abwiegen abfällt und zum verkaufen sonst eigentlich zu fein ist.
      Will man allerdings kleinere Mengen machen, gehts auch mit weniger perfektem Material – Lehm aus dem Garten und dem feinsten Sand, den man so findet.

      • pflanzwas sagt:

        Fände ich auf jeden spannend. Ein paar Lehmwespen lassen sich hier ja blicken und eine zog auch in eine Röhre ein, was mir vorher gar nicht klar war. Also eine Bambusröhre. Und die Große Lehmwespe wäre vielleicht froh, wenn sie für Baustoff nicht so weit fliegen müßte 😉 Mal sehen, vielleicht wirds ein Projekt für nächstes Jahr 🙂

        • Fjonka sagt:

          Beim „angenommenwerden“ bin ich bei meinen Röhren wegen der Lage skeptisch (unser Garten ist eigentlich einfach nicht insektennistgeeignet, des vielen Schattens wegen), auch wenn ich eine relativ sonnige Stelle ausgesucht habe.
          Aber mein Gedanke war auch: dann nehmen sie’s halt als Verschlußmaterial für woanders 😉
          Und im „eigentlich nicht geeignet“-Insektenhotel (ebenfalls nur wenige Stunden Sonne plus HIrnholz und anderen klassischen Fehlern) wohnen in den Bambusröhrchen viele, die mit Lehm verschließen.

          • pflanzwas sagt:

            Ich glaube auch, man sollte sich von den super perfekten Tips nicht verunsichern lassen. Die Insekten nehmen, was sie kriegen können. Wenn jemand bei sich beobachtet hat, daß das nur so und so funktioniert, muß das nicht allgemeingültig sein. Bei mir liegen die Niströhren alle im leichten Schatten. Sie werden benutzt (egal in welche Richtungen sie zeigen) und sie schlüpfen auch. Scheint also okay zu sein. in der Natur haben sie ja auch nicht immer die perfekte Auswahl zur Verfügung, sondern nehmen, was sie kriegen können. Und wenn bei dir schon einige Lehmbauer aktiv sind, scheint es ihnen ja zu gefallen 🙂

  2. Bibo59 sagt:

    Ich habe hier eine lehmige Stelle im Garten (da wächst nix) und habe schon überlegt, dort eine Lehmkuhle für Schwalben anzulegen. Dazu müsste ich aber wohl ein Bisschen was abgraben. oder einebnen oder umformen. Vielleicht fülle ich es ja in einen Blumenpott.

Platz für Klönschnack ...

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