Fledermäuse päppeln

Mit Anja, die hier öfters auch unterwegs ist, habe ich letztlich über Threema hin- und hergeschrieben. (Threema, das ist wie WhatsApp, bloß ohne datensaugen *g*) Und da man da auch Fotos schicken kann, bekam ich eines mit Fledermauskot in einem Vogelkasten.

Daraufhin gingen Fragen und Antworten von hier nach da und von da nach hier – und letztendlich hatte ich so viele mir neue und wichtige (ja, wichtige!!) Infos über Fledermäuse bekommen, daß ich Anja fragte, ob es okay wäre, die in einem Bericht hier zu verbreiten. War es. Danke dafür!

Also los:

Es ist nämlich so, daß es ganze 15 Fledermausarten gibt, die hier bei uns in Schleswig-Holstein zuhause sind! Ich sehe Silhouetten „groß“ und „klein“ am Haus vorbeihuschen, das wars an Unterscheidung *g*. (Anja kann manche am Kot erkennen!!) Aber zweimal in meinen vielen Jahren hier hatte ich eine nähere Begegnung mit einer Fledermaus: einmal fand der Dachdecker beim Abriß der alten Gaubenverkleidung eine vor, der er aber leider den Flügel gebrochen hatte. Wir haben sie getötet, weil wir dachten, etwas anderes können wir nicht für sie tun 😦

Beim 2. Mal habe ich eine aus einem Fallrohr befreit. Die hab ich getrocknet, gewärmt, und als sie munter wurde in einen Spalt entlassen, in den sie auch gekrabbelt ist.

solche perforierten Stellen können allein wieder zuwachsen. Wie zart die Haut ist, wie dünn die kleinen Knochen….!

Nun stellt sich im Dialog mit Anja heraus: beides war nicht die beste Lösung. Anja ist nämlich (auch) Fledermauspäpplerin, das heißt: wenn eine Fledermaus in Nöten ist, ist sie bei ihr in guten Händen. Sie läßt sie verarzten und päppelt sie danach wieder auf, bis sie ausgewildert werden kann. Und da las ich nun dies:

Ich habe gerade zwei Katzenopfer.
Der eine hatte auch einen offenen Bruch, wo ein Stück amputiert werden musste, aber er fliegt wieder. Wollte mein vogelkundliches und fledermausfreundliches Tierärzte-Ehepaar in Kiel auch nicht glauben, aber ich verbinde die dann immer mit Frau Dr. Keil (Fledermausexpertin in Hannover) und die behandeln dann nach ihrer Vorgabe.

Fledermaus eins hätte also sogar gerettet werden können, denn, siehe oben und hier (samt Beispielfotos; überhaupt lohnt es sich, da mal rumzuklicken – ich hab ein-, zweimal die Tränen in den Augen gehabt!): mit Zahnstochern uÄ, Pins und Knowhow werden heute Fledermausflügel geschient und Brüche geheilt!!! Hätte ich nicht gedacht!

Fledermaus 2 war nach der Zeit im Fallrohr sicher gestreßt, wahrscheinlich aber nicht nur naß von außen, sondern auch dehydriert und hungrig von innen. Sie kann nicht allzu lange drin gewesen sein, denn nachmittags zuvor hatte ich zum letzten Mal das Rohr gesäubert. Und doch ….

Hier kommt jetzt zusammengefaßt das, was ich für uns LaiInnen wichtig finde, nämlich:

Was kann man tun, wenn man eine Fledermaus findet?

  1. Eine Fledermaus hat sich in die Wohnung verirrt? – Fenster öffnen, rausfliegen lassen. Auch tagsüber, das können die 😉 P.S. offenbar sind sich da die unterschiedlichen FledermauspäpplerInnen nicht so einig, siehe Kommentare unten. Besser also: erst nachts fliegen lassen, evtl sogar mal eineN PäpplerIn vorher draufgucken lassen
  2. Auch wenn die Fledermaus offenbar ganz normal rumhängt und nicht krank aussieht: eine Fledermaus, die tags für Unsereins sichtbar dahängt oder herumkrabbelt, mit der stimmt was nicht. Beobachten also. Und wenn sie nach einiger Zeit (kurzer! Nicht über Nacht hängen lassen! Warum? *klick*) noch immer da ist: eingreifen. Erste Hilfe: in einen warm aufgestellten Schuhkarton (gut geschlossen, aber mit Luftlöchern versehen) setzen. Aber nur mit Arbeitshandschuhen, denn so ein kleines Tierchen kann schmerzhaft beißen („meine“ beiden allerdings waren superfriedlich…) und es kann Tollwutübeträger sein.
  3. Einer geschwächten Fledermaus kann man dann Wasser anbieten. Anja sagt, Wassertropfen, an einem Wattestäbchen von unten ans Mäulchen gehalten werden oft gern angenommen. Nähere Tipps zur „ersten Hilfe“ gibt es hier (auch auf dieser Seite ist „weiterklicken“ sehr lehrreich und spannend!)
  4. Mehlwürmer sind dann eine gute Option. Oder Drohnenlarven. Aber wer hat schon Mehlwürmer zuhause, oder Drohnenlarven? *g* Selbst Insekten fangen geht auch, aber Anja schreibt, daß die Tierchen ganz schön heikel mit Essen sein können…. Also heißt es, sich an eineN FledermauspäpplerIn zu wenden. Wo man eineN findet? Über die Fledermaushotline des NABU.
  5. Dasselbe gilt, wenn man eine Verletzte findet. Viele Tierärzte kennen sich nämlich mit Fledermäusen nicht aus, aber es gibt durchaus welche, und die können dann telefonisch dem Haustierarzt unter die Arme greifen. Auch da also: Hotline anrufen.
  6. Nicht zu lange warten, denn diesem Tierchen links, einer Großen Abendseglerin, ging es so: Sie lief mindestens fünf Tage auf Beton zwischen Wohnblocks, bis eine Anwohnerin die NABU-Hotline anrief. Nun sind die Daumenkrallen abgelaufen und wachsen leider nur sehr, sehr langsam nach*. Hinten sieht man das Moskitozelt, wo die Fläuse bei Anja leben.
  7. Kann eine Fledermaus letztlich guten Gewissens wieder in die Freiheit entlassen werden, dann bitte NICHT in die Luft werfen, sondern selbst abfliegen lassen – das minimiert die Verletzungsgefahr.
  8. Wenn die gefundene Fledermaus schon tot ist: auch dann ist es sinnvoll, sich zu melden, denn, so Anja:

Vor kurzem haben z.B. Katzen im Sauerland an einem Winterquartier-Ausflug Fledermäuse „abgeklatscht“. Dabei waren auch Bechstein-Fledermäuse (FFH-Anhang-II-Art*) unter den Toten, die zuvor trotz Kartierungen in der Höhle nicht gefunden worden waren.

*FFH-Anhang-II-Art: besonders geschützte Arten. Dort stehen nur 15 Säugetiere, darunter 7 Fledermausarten!

Interessant ist vielleicht auch noch die Info, dass man leicht denken kann, dass eine Fledermaus tot ist, wenn sie in Tagesstarre ist. Anja hat mal eine vermeintlich tote Flaus abgeholt und in der Hand im Auto ist sie dann aufgewacht. Das dauert rund eine halbe Stunde, bis die richtig wach sind.

Mir war vieles davon völlig neu, deshalb bin ich mal einfach davon ausgegangen, daß es Vielen genauso geht, die hier mitlesen. Wenn man schonmal weiß, daß es so eine Notfall-Hotline gibt, dann setzt sich das sicherlich im Kopf fest, und man kann bei Bedarf auf Suche danach gehen, so meine Hoffnung. Ich jedenfalls finde Fledermäuse ziemlich knuffig und bin ein bißchen traurig, daß ich aus lauter Unwissenheit nicht „besser“ geholfen habe. Vielleicht bekomme ich ja nochmal eine Chance….


* Anja schreibt dazu: „Vielleicht abgestürzt, Prellungen und zu kalt? Flügel waren okay. Auch keine anderen äußeren Verletzungen. Nur arg mit Ungeziefer voll. Sie hatte auch kaum Untergewicht, war viel in Starre, aber saß wohl jeden Tag woanders auf dem Boden und wurde von den Leuten immer wieder in Büsche gehängt…“

Gut gemeint ist halt nicht immer gut gemacht!

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Fauna.

18 Kommentare zu “Fledermäuse päppeln

  1. ladyliana86 sagt:

    Letztes Jahr im Sommer wurde ich nachts davon geweckt, dass meine beiden Katzen ins Schlafzimmer galoppierten und irgendetwas über den Boden schleiften. Als ich das Licht angemacht habe, hat mir Katze #1 ganz stolz eine Fledermaus präsentiert. Als die beiden gemerkt haben, dass ich ihren Fund registriert habe, ging es los mit dem „tot spielen“.
    Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie schnell ich aus dem Bett war und den beiden die Fledermaus weg genommen habe – ja, ohne Handschuhe! Im Nachhinein ist mir erst aufgefallen, dass das nicht smart war, aber so schnell hätte ich keine zur Hand gehabt und die Kleine hat mich dann zum Glück auch nicht gebissen.
    Unter Protestgeschrei zweier Katzen bin ich mit der Fledermaus auf den Balkon gegangen und habe mich dort mit ihr alleine eingeschlossen. Die Untersuchung ergab: Nichts gebrochen, nichts eingerissen, kein Blut, aber die Kleine war halt ausgekühlt und hat gezittert. Ich habe sie dann ca. eine halbe Stunde lang gewärmt und als sie sich beruhigt hatte, an das Katzennetz gesetzt. Daran ist sie bis ganz nach oben gekrabbelt und nach einigen Minuten losgeflogen. Vor meinem Balkon war nämlich ein gigantischer Fledermaus-Schwarm mit Tausenden von Tieren. Ich habe so etwas noch nie gesehen, aber es war verdammt cool.
    Über Google habe ich im Nachhinein übrigens rausgefunden, dass es sich um eine Zwerg-Fledermaus gehandelt hat.

    Ich bin immernoch baff, dass meine Katzen es geschafft haben auf einem Balkon eine Fledermaus zu fangen. Zum Glück war dies aber bisher das erste und einzige Mal. Zwei Mal haben sie leider auch schon eine Meise erwischt. Ich hoffe, dass sich das nicht noch mal wiederholt.
    Sicherlich habe ich sehr viel mit der Fledermaus falsch gemacht. Deshalb bin ich umso dankbarerer für diesen Beitrag. Falls sich so etwas noch mal wiederholt, weiß ich jetzt, was ich besser machen kann.

    • Anja sagt:

      Moin „ladyliana86“,

      dann hast Du sicherlich das Schwärmen vor einer Wochenstube gesehen. Wenn man Fledermäuse kartiert, dann ist es so, dass man zur Jungaufzuchtzeit kurz vor Sonnenaufgang diese großen Schwärme sucht. Da sammeln sich die Fläuse vor‘m Quartier und dann weiß man, wo das Quartier ist. In einer zweiten Nacht beobachtet man das Quartier zum Sonnenuntergang und zählt die ausfliegenden Tiere. Dann weiß man, wie groß die Wochenstube ist. Diese Info ist sicherlich auch für die Fledermaus-Schützer/innen in Deiner Region interessant. Ich würde also empfehlen, das Quartier zu melden.

      @Katzenkontakt: Bei potentiellem Katzenkontakt wird bei Fledermäusen immer Antibiotika gegeben. Die sind super empfindlich auf Katzenspeichel. Wenn Du als weißt, dass bei Dir in der Nähe eine Wochenstube ist, dann könntest Du schon mal schauen, wo ein/e Fledermauspäppler/in bei Dir in der Nähe ist und Kontaktdaten abspeichern. Beim nächsten Flausbesuch bist Du dann vorbereitet. 🙂

      Liebe Grüße, Anja

  2. Britta Wesche sagt:

    Ein schöner Artikel!! Aber hier meine Stellungnahme zu einem Kommentar:
    Katzenfutter, püriert oder nicht, ist nichts für Fledermäuse!!! Auch, wenn sie es in der Not mal fressen sollten, weiß man nicht, ob es ihnen im Magen / Darm später Beschwerden bereitet. Katzenfutter besteht zu einem großen Teil aus Getreide und Schlachtabfällen. Fledermausnahrung besteht ausschließlich aus Insekten. Fälschlicherweise werden Fledermaus-Fundtiere auch mit Obst gefüttert, weil man es in Zoos so gesehen hat. Das sind aber keine heimischen Tiere, die Banane + Melone fressen!
    Hier mehr zum Thema: https://schleswig-holstein.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/fledermaeuse/fledermausschutz/07049.html

    • Fjonka sagt:

      Anja und Christian Sebening haben darauf auch hingewiesen, ich habs auch nicht in meinen Beitrag mit aufgenommen, und Felis hat schon geantwortet: „Das Katzenfutter war, weil proteinreich, eine reine Überbrückungslösung für einen Sonntag tief in der hessischen Diaspora. Schon Montags gab es wieder Drohnenmus.“
      🙂
      Danke fürs Lob für meinen Artikel! 🙂

  3. Felis Major sagt:

    P.S. Wenn das Tier heute noch lebte, wäre es ein Methusalem unter den Mausohren. 🙂

  4. Felis Major sagt:

    Liebe Anja,
    oh ja, die Geschichte ist seeehr lange her. 🙂
    Natürlich war bekannt, daß diese Fledermausart zu den Insektenfressenden gehörte. Das Katzenfutter war, weil proteinreich, eine reine Überbrückungslösung für einen Sonntag tief in der hessischen Diaspora. Schon Montags gab es wieder Drohnenmus. Grins.

    Der Tierarzt, mit dem zusammen ich Matilda betreut habe, war damals einer DER Fledertierexperten in D, und wir sind uns ganz sicher, daß ‚unser‘ Tier die Eskapade gut überstanden hat und gesund in die Freiheit entlassen wurde. Genäht hatte ein anderer Tierarzt im Sonntagsdienst, und die Verletzung war auch derart, daß wir uns gar nicht anders zu helfen wußten. Daß man das heute nicht mehr macht, war mir neu. Beknabbert hat sie die Naht aber gar nicht, Bastet sei Dank.

    Hier in der großen Stadt hätte ich heute ganz andere Möglichkeiten und würde ein Fledertier sofort zu einer der Pflegedienste bringen, die die darauf spezialisiert sind.

    Lieben Gruß
    Felis

    • Anja sagt:

      Danke, Felis, für Deine Antwort. 🙂

      Fjonka, ich habe den Link ja auch an meine großen PäpplerInnen-Gruppe gesendet und es gibt noch eine mehrfache Bitte aus der Runde: Unter Punkt 1 sollte man bei Fläusen, die sich in Häuser verirrt haben, auch besser zunächst eine/n Päppler/in draufschauen lassen. Und ganz besonders wichtig: Nicht tagsüber fliegen lassen. Je nach Art lässt man sie in der Dämmerung oder in der Nacht frei – und zwar selbständig losfliegen. Niemals in die Luft werfen. Eigentlich sollte das selbstverständlich sein, aber ich hatte dieses Jahr auch eine Frau, die es mit Hochwerfen versucht hatte… Dabei besteht natürlich eine sehr große Verletzungsgefahr, insbesondere wenn sie in der Tagesstarre sind. Dass man beim Abfliegen zwischen Dämmerung und Nacht unterscheidet, wusste ich hingegen auch noch nicht und habe gerade nochmal nachgefragt, welche Arten man erst später fliegen lässt. Ansonsten großes Lob über Deinen Bericht! 🙂

      • Fjonka sagt:

        Komisch, das mit dem „auch tagsüber“ habe ich aus einer der verlinkten Fledermausseiten übernommen.
        Aber was mache ich denn dann den restlichen Tag über mit der sicherlich genervt herumschwirrenden Fledermaus? Mir schien auch sinnvoll, die lieber rausfliegen zu lassen als sie einzufangen!? (Verletzungsrisiko und so) Und einfangen müsste ich sie dann doch….

        • Anja sagt:

          Wenn sie tagsüber umherflattert und unruhig ist, dann hat sie vermutlich tatsächlich ein Problem. Bei Schmerzen werden sie sehr unruhig. Meine Abendseglerin hatte mal Magen-Darm-Probleme und ist dann auch wie eine Irre umhergerannt und hat mich sogar gezwickt. Plötzlich kam dann ein riesiger Durchfall-Haufen. Dann war wieder gut. Meine Vermutung: Da hatte ich die Mehlis mit irgendwelchen Gartenkräuter gefüttert, was der Flaus nicht bekommen war. Und auf den Menschen bezogen: Wenn Du nachts durch die Straßen rennst, dann stimmt da sicherlich auch irgendetwas mit Dir nicht. 😉 Die Fledis meiden ja das Sonnenlicht, aber es ist im Sommer wohl immer mehr zu beobachten, dass die Fläuse im Zuge des Insektenmangels bereits bei Sonnenlicht ausfliegen.

      • Fjonka sagt:

        Achja, ich habe ergänzt 🙂
        Und: danke fürs Lob!

    • Jana sagt:

      Hallo Felis Major, hast Du (zufällig) noch Fotos von der Verletzung und vor allem von dem genähten Flügel? Und weißt Du, ob es sich bei dem Tier tatsächlich um ein Kleines Mausohr (Myotis blythii) gehandelt hat und nicht um ein Großes (M. myotis). Welcher Zoo war es denn? Auch wenn es schon lange her ist, kannst Du Dich noch an den Namen des Tierarztes erinnern? Grüße aus dem Steigerwald, Jana

  5. Christian Sebening sagt:

    Hallo zusammen und vorab mal danke für den schönen Artikel. Allerdings muss ich doch etwas zum Kommentar von Felis M. schreiben.
    Üblicherweise werden Flughäute NICHT genäht. Sie wachsen von ganz alleine wieder zusammen und bedürfen einer Besonderen Behandlung. Die Flughaut muss langsam von oben nach unten verheilen und sie muss mehrmals täglich „gedehnt“ werden, damit die die Narbe nicht verhärtet und so der Flügel elastisch bleibt. Dieser Prozess zieht sich je nach Grösse der Verletzung mehrere Wochen hin. Ob das Tier hier wirklich „gesund“ ausgewildert wurde muss ich leider in Frage stellen. ( auch eine kranke Fledermaus macht sich schnellstmöglich aus dem Staub.)
    Die Fütterung muss ich auch bemängeln. Fledermäuse sind Insektenfresser und können mit Katzenfutter nur bedingt etwas anfangen. Besser sind natürlich Insekten oder erprobte Futterersätze wie z.b. Convalescens Support. Es mag sein, dass die Behandlung erfolgreich erschien…..aber ob das Tier jetzt noch lebt??? Bitte beim veröffentlichen solcher „Fakten“ Rücksprache mit einem Experten halten. Mit freundlichen Grüssen
    Christian Sebening
    Fledermaus-Notdienst und Pflegestation Schameder

  6. Felis Major sagt:

    Ich habe mal eine Studie für einen Zoo erstellt, der auf Fledermäuse spezialisiert war. Ein Glück für Mathilda (kleines Mausohr), die zwei Tage nach Abschluss der Studie via des großen Blumenfensters unter meine Katzen fiel: Ich war absolut im Bilde. 🙂 Der Tierarzt war fasziniert – und nähte unter meiner behutsamen Anleitung zum ersten Mal im Leben eine Flughaut wieder an einen Mittelhandknochen an. Nun brauchte Mathilda vor allem Ruhe und Schonung. Ein Postkarton, oberwärts mit der Scherenspitze zerstochen, gab genug Halt zum Abhängen. Fütterung brauchen die kleinen Tiere erstaunlich wenig – alle drei Tage das Angebot zu machen reichte völlig. Mit wenig Wasser püriertes Katzenfutter (proteinreiches Futter für Proteinverwerter) aus nadelloser Spritze angeboten, wird begeistert angenommen – wer hat denn schon Mehlwürmer im Bestand, an einem Sonntag obendrein – Wasser auf dieselbe Art. Nach erstaunlichen acht Tagen war die Flughaut wieder am Knochen angewachsen, die Catgutfäden abgefallen, und Mathilda flog glücklich ihrer Wege. Fledertiere sind Wundertiere!

    Auch am Rande interessant zu wissen: Gesetzlich ist es nicht einmal erlaubt die unter Schutz stehenden Tiere auch nur anzufassen. Idiotische Lage.

    [Meine Netzadresse hat sich geändert.Die alte hat aber eine saubere Weiterleitung.]

    • Fjonka sagt:

      Danke, sowohl für die Geschichte (und den Hinweis aufs pürierte Katzenfutter) als auch für die neue Webadresse, denn tatsächlich warst Du mir verlorengegangen, sozusagen.

      • Felis Major sagt:

        Seltsam. Eigentlich hättest du mit dem alten Aufruf auf der neuen Page landen müssen. Bin aber froh, daß ich dich ‚wiederhabe‘ 🙂 Ich habe bei mir drüben mal die ganze Geschichte aufgeschrieben. Danke für die Erinnerung!

      • Anja sagt:

        Moin Felis, Moin Fjonka,

        die Mausohr-Geschichte ist aber schon etwas älter, oder? Nach aktuellem Wissensstand muss ich Dich leider in drei Punkten korrigieren:

        1. Flügel näht man heute nicht mehr. Das Nähen macht mehr Komplikationen, z.B. weitere Verletzung durch Naht, eventuell Fremdkörpergefühl und Flaus knabbert es ab und vor allem: Es ist nicht notwendig, weil es ja von alleine abheilt. Und: Jeder Eingriff zuviel bedeutet Stress und unnötige Risiken.

        2. Fledermäuse haben einen sehr schnellen Stoffwechsel und Patienten werden täglich gefüttert. Wenn sie hungern, kühlen sie herunter. Gerade in Zeiten der Heilung sind Hungerzeiten kontraproduktiv. Für die Wundheilung braucht es eine gewisse Betriebstemperatur.

        3. Fledermäuse sind Insektenfresser, keine Fleischfresser. Fleisch ist nicht artgerecht und so bekommt der Verdauungsapparat sicherlich unnötige Probleme.

        Vielleicht magst Du Deinen Tierarzt diesbezüglich auch aufklären. Gerne kann er auch jederzeit bei Frau Dr. Keil in Hannover anrufen. Ihre Telefonnummer findet man ja einfach im Netz.

        Liebe Grüße, Anja

  7. RalfH sagt:

    Wenn ich eine Fledermaus in Not sehe, werde ich erstmal Deinen Blogbeitrag rauskramen! Danke für diesen informativen Text!

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