Wintergartenarbeit à la Naturgarten, Folge1

Sonntag. Der letzte für 2018.

Endlich einmal wieder scheint die Sonne, ein milder Wind pustet bei 8° – und so ist ein tolles Wetter für den Garten. Der Herr F. hat Dachrinnen gesäubert, ich Büsche versäubert. Das heißt, ich habe, wie im natürlichen Garten zugunsten von Insekten und Vögeln empfohlen, wenige vollständig runtergeschnitten (bis wenige cm überm Boden – damit sie von unten dichter nachwachsen, oben nicht so hoch werden), die meisten in Ruhe gelassen (damit nicht Vögeln und anderem Getier per Kahlschlag allzuviel auf einmal weggenommen wird).
So ganz hab ich mich allerdings nicht dran gehalten: manche der „neuen“, die ja auch schon seit vier Jahren stehen, wirkten mir zu spillerig, um sich von einem totalen Rückschnitt zu erholen. Ich habe ja sehr starken Schatten, da wachsen die neu gepflanzten eher mit wenigen Ästen schnell gen Licht, statt sich schön zu verzweigen. Dann hilft es meist, die Hälfte dieser langen, dünnen Dinger ganz runterzuschneiden (sonst wachsen sie so weit oben wie möglich wieder raus) Ein wenig Kraft aus der übrigen Hälfte bleibt erhalten, und nächstes oder übernächstes Jahr ist die Resthälfte dran

(Ein Bild anklicken, bitte, denn 1. steht was drunter und 2. kann man das erste in der Galerie nicht richtig erkennen, ist oben abgeschnitten)

Sieht lütt aus? Ist aber über 3m hoch und mit zwei (kleinen, weil meinen) Händen unten nicht mehr zu umfassen

Die neue Totholzhecke soll mal die Grenze zu Nachbars anzeigen, wenn sie „groß ist“, denn der Wall, der da mal war, ist im Laufe der Jahre fast verschwunden, und mehr und mehr wuchern Gartengeräte, alte Rohre etc zu uns rüber *gg*. Außerdem ist deren neuer Wellblechschupf ästhetisch nicht das allerschickste und wird so ein wenig mehr verdeckt. Für Nachbars ists halt die „Rummelecke“ hinter den Holzschupfen, für uns aber sichtbares Gartengelände…. Groß wird die neue Totholzhecke schnell werden: der erste Abschnitt von 2016 kann gar nicht so schnell wegrotten wie es Nachschub an Ästen gibt, und er ist schon so hoch wie er darf.

Außerdem hab ich noch was richtig gemeines getan: Es gibt da einen Weißdorn, der sich selbst ausgesät hat. Auch der ist wegen des Schattens als einstämmiger Baum statt als Busch gewachsen, und er wurde höher und höher, im Kronenbereich auch immer ausladender. Da die Dinger unglaublich übel pieken, und er sowohl den Mirabellen, von denen ich gern naschen möchte, als auch dem Weg hinterm Tunu-Gebüsch Platz streitig machte und ich in den letzten Jahren trotz wegschneiden hier und da immer wieder mit den Haaren in seinen Dornen hängengeblieben bin, habe ich mich jetzt zu Grausamem entschlossen:

dieser Weißdorn wird ein natürliches Insektenhotel.

Baumfrevel.

Dafür muß er sterben – heute habe ich unten am Fuß eine tiefe Kerbe ringsum eingesägt, so daß der arme Kerl nun von seinen Wurzeln nicht mehr versorgt werden kann. Aber stehenbleiben wird er, noch sehr lange, und – das Holz ist hart – nur langsam von Käfern, Pilzen, Vögeln als Brutplatz- und Nahrungsspender zernagt werden. Im Moment nagt allerdings erst meine Tat, und zwar an meinem Gewissen. 😐 Ein schnelles absägen ist schlimm genug, für einen langsamen Tod verantwortlich zu sein – ich weiß noch nicht, ob ich damit so wirklich gut um kann…. andererseits möchte ich gern zusehen, was geschieht.

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11 Kommentare zu “Wintergartenarbeit à la Naturgarten, Folge1

  1. beithe sagt:

    haha – beim lesen der Überschrift hab ich kurz überlegt…. Wo hat sie denn den Wintergarten? Oder wo will sie den denn bauen? Beim zweiten lesen hab ich dann verstanden was gemeint ist 🙂
    Hier ists zu ungemütlich für Gartenarbeit. Aber die Bienen hab ich letzte Woche behandelt und dieses Jahr hab ich keine Verluste.

  2. Steffi sagt:

    Strengenommen geringelt du böse du. 😉Jedoch macht das in meinen Augen keinen Unterschied zum absägen was das Sterben des Baums angeht, denn was unter der Rinde und der Versorgungsschicht (ich weiß grad den Begriff nicht)sitzt ist das kernholz und das ist dann so oder so tot. Also ist es moralisch aus Sicht des Baumes egal ob abgesägt oder geringelt. Für die Insekten jedoch ist das einen gute alternative.

  3. Bibo59 sagt:

    Ich wette, er wird unterhalb des Ringels aus dem Stock wieder ausschlagen. Weißdorn kannst Du auch als Knickgehölz alle paar Jahre umlegen.

    • Fjonka sagt:

      Ist sehr weit unten, aber kann sein, stimmt. Da werde ich dann – genauso fiese – sämtliches neue Leben immer gleich abzwicken, bis er jämmerlich verhungert, schätze ich, denn an der Stelle einen vielzweigigen Weißdorn – nein!

      • Bibo59 sagt:

        Kannst du ihn nicht umpflanzen? zum Beispiel vor die hässliche Ecke des Nachbarn? Weißdorn lässt sich gut als Heckengehölz Pflanzen. Oder wir tausche, Weißdorn gegen Kirschlorbeer oder Thuja.

        • Fjonka sagt:

          Tauschen? Nö. Umpflanzen? Auch nö – hier sind genug von denen, und auch überall im Knick ist Weißdorn präsent. Im Garten will ich den nicht, auch nicht an der Grenze.
          Aber sollte er tatsächlich wieder ausschlagen, kannst Du ihn Dir gern ausbuddeln und mitnehmen, wenn Du wiedermal hier bist 🙂
          Dann sägen wir den oberen Teil zuvor ganz ab, und ich postiere ihn anders als Totholz.

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