Abend –

bei Eutin gefunden

Gestern abend wollte ich zu Bett, habe aber nochmal kurz das Fenster geöffnet, um frische Luft in das Ofenwarm zu lassen. Diese Luft war so klar und kalt und gut, daß ich mich angezogen habe und rausgegangen bin.
Draußen war es sternenklar und dunkel.
Letzteres allerdings erst, als ich ein gutes Stück gelaufen war, raus aus dem Dorf – die Lichtverschmutzung ist groß: an der Hauptstraße Peitschenlampen, im „Neubaugebiet“ aus den 80ern (glaube ich) kleine, grelle Straßenlaternen. Dazu Bewegungsmelder, übrige Weihnachtsbeleuchtung, Hauslampen und natürlich das Licht, das aus Fenstern fällt. Letzteres das einzige mit Nutzen, denn auf dem ganzen Weg hin und zurück bin ich nicht einem Menschen begegnet. Und ich selbst hätte es lieber dunkel gehabt.
Dann stand ich also draußen, in der kalten, klaren Luft, Blick nach oben, und bewunderte die unzähligen Sterne. Auch die Milchstraße war gut zu erkennen. Kein Wind wehte, es war still und dunkel – wunderschön! Eine ganze Weile stand ich und guckte, bis der Nacken zu schmerzen begann.
Also drehte ich um und ging zurück nach Hause. Ich sinnierte grad so vor mich hin, wie schön es doch wäre, wenn die neue Arbeit so angenehm bliebe, wie sie begonnen hat, da schoß eine Sternschnuppe vor mir über den Himmel.

……..Tiefes durchatmen……

Genauso passiert! Und heute morgen ist es richtig arg neblig.

Ergänzung: ich finde es traurig, daß Dunkelheit immer mehr als Bedrohung und immer weniger als Erholung empfunden wird. Dabei braucht der menschliche Körper sie, ganz zu schweigen von Tieren und Pflanzen, für die die Lichtverschmutzung zur echten Bedrohung geworden ist (Insekten, die die Orientierung verlieren; Winterruher, die zur Unzeit aktiv werden; Pflanzen, die die Jahreszeiten nicht mehr gut auseinanderhalten können; …..)
Die energiesparenden LED tun das ihre dazu, seither gibt es nachweislich noch mehr Beleuchtung draußen – kost‘ ja nix…..

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Winter.

7 Kommentare zu “Abend –

  1. wattundmeer sagt:

    Bei uns im Dorf (Koog) gibt’s nur eine funzelige Straßenlaterne, da ist es nachts stocke-duster. Ich find’s herrlich und die Milchstraße kann ich direkt vor der Haustür sehen. So schön. Ich finde die Lichtverschmutzung auch schlimm, hier oben vor allem das rote Blinken unserer erneuerbaren Energien…

  2. Myriade sagt:

    Wenn du die Milchstraße gesehen hast, muss es aber schon ziemlich dunkel gewesen sein, die sieht man in der Stadt nie, nicht einmal in Ansätzen

    • Fjonka sagt:

      Naja, wir sind hier auf’m platten Land, da sehen wir die schon öfter mal. Es ist natürlich tatsächlich ein großer Unterschied zwischen Stadt und Land, was das künstliche Licht nachts angeht. Und doch finde ich es traurig, daß Dunkelheit immer mehr als Bedrohung und immer weniger als Erholung empfunden wird. Dabei braucht der menschliche Körper sie, ganz zu schweigen von Tieren und Pflanzen, für die die Lichtverschmutzung zur echten Bedrohung geworden ist (Insekten, die die Orientierung verlieren; Winterruher, die zur Unzeit wach werden; Pflanzen, die die Jahreszeiten nicht mehr gut auseiunanderhalten können;…..)
      Die energiesparenden LED tun das Ihre dazu, seither gibt es nachweislich noch mehr Beleuchtung draußen – kost‘ ja nix…..
      und das ergänze ich jetzt mal oben 🙂

  3. cubusregio sagt:

    Die „Lichtverschmutzung“ bei uns ist mir vor Jahren aufgefallen, als im Zentralmassiv auf einem einsam gelegenen Campingplatz (ohne Platzbeleuchtung) meinen Urlaub verbracht habe und jeden Abend staunend in der Hängematte lag mit einem berauschenden Sternhimmel über mir.

    • Fjonka sagt:

      Ja, gell? Es ist schon erstaunlich, was da oben los ist…. und zu diesem Thema hab ich oben im Beitrag noch was ergänzt, denn das nächtliche Licht ist nicht nur sternenguckverhindernd….

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