Wintergartenarbeit à la Naturgarten, Folge2

Momentan habe ich mir die „Natur&Garten“-Hefte vorgenommen, die bei mir herumliegen.

Mein eigener Beitrag in der neusten Sonderausgabe, in der unterschiedlichste Gärten vorgestellt wurden, hat mich dazu veranlaßt, im Shop Hefte zum verschenken zu bestellen, und da habe ich gleich zugeschlagen und mir die früheren Sonderausgaben mitbestellt. Außerdem habe ich ja die Hefte, die man als Vereinsmitglied eh bekommt, und so gibt es einen ganzen Stapel, den ich mir nach und nach zu Gemüte führe.

Das Heft, das mir mit am besten gefallen hat, weil es ungeheuer informativ, dazu sachlich fundiert, praxisnah UND auch noch gut zu lesen ist, ist das Heft über Nisthilfen für Wildbienen und Wespen. Das hab ich Silvester zu lesen begonnen, und trotz Erkältung und Mattigkeit konnte ich Neujahr – die Sonne schien, der Sturm toste – nicht an mich halten und habe in minutenlanger Arbeit eine Nisthilfe für Bewohner markhaltiger Stengel gebaut.

Ja, minutenlange Arbeit *g*

Das ist nämlich wirklich, wirklich einfach!

  • Raus in den Knick,
  • Brombeerranken suchen (ich habe Brombeer- und Heckenrosen gefunden)
  • lange, dicke Stücke abknipsen. Jetzt kommt das schwierigste:
  • eine sonnige Stelle suchen. Tja. Aber da ist ja die Dachdeckerleiter am Wintergarten. Die Clematis, die da hochranken hätte sollen, ist schon vor einigen Jahren eingegangen. So richtig, richtig sonnig ist das nicht, aber sonniger geht in unserem Garten nunmal nicht, immerhin ist vormittags bis in den Nachmittag hinein Sonne da.
  • Die Stengel einzeln möglichst wackelfrei befestigen (denn, so steht es für sämtliche Nisthilfen geschrieben: die „drei großen S“ des Nisthilfenbaus lauten Sonnig, Sicht frei, Stabil)
  • fertig

So sieht das jetzt aus:

Brombeeren, einzeln senkrecht befestigt, werden am besten besiedelt, schreibt Werner David, der „Wildbienenpapst“. In die Erde stecken ist nicht so sinnvoll, weil die Stengel dann zu schnell rotten und umkippen. „Einzeln“ ist deshalb gut, weil die zukünftigen Mütter auf der Suche nach guten Nistplätzen die Umgebung fliegend nach einzelnen, senkrechten oder schrägstehenden Strukturen absuchen, die sie dann näher angucken. „Einzeln“ ist wohl relativ – bezogen auf die winzigen Wildbienen sind auch 15cm auseinander angebundene Stengel „einzeln“, das sieht man auf den Beispielfotos von gut angenommenen Nisthilfen. Nicht so gut funktionieren aber Bündel.

Es gibt zwölf Wildbienenarten (darunter mehrere Grab- und Mauerbienen), elf Grabwespenarten und eine Lehmwespe, die solche Stengel als Nistplatz brauchen. Und zehn parasitär lebende Wespenarten, die dort nach Opfern suchen. Da lohnt sich doch die „Arbeit“!! 🙂

Wer nun auch loslegen möchte (das geht auch auf Balkonien und ist so schön einfach!!): es eignen sich außer Brombeeren, die am besten angenommen werden, auch Beifuß, Königskerze, Distel, Heckenrose, Sonnenblume und Himbeere. Man kann auch eingetrocknete Pflanzenstengel im Garten einfach auf ca 1,50m Höhe abschneiden und stehenlassen. Das werde ich nächsten Herbst machen, wenn hoffentlich die 2018 endlich wieder zahlreichen Königskerzen geblüht haben- die Tierchen müssen abgebrochene oder -geknickte Stengel finden, sie können sie ja nicht selbst abbrechen.

Ich hoffe, von Beobachtungen berichten zu können – vielleicht Ihr ja auch? Ich würde mich freuen, wenn ich Jemanden zur Tat motiviert hätte 🙂

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Fauna, Garten.

4 Kommentare zu “Wintergartenarbeit à la Naturgarten, Folge2

  1. Steffi sagt:

    Auf dem detailfoto sieht das für mich irgendwie aber nicht senkrecht aus. Oder ist das nur ein ungünstiger Ausschnitt? Jedenfalls ist dieses minutenlang Arbeit sicherlich ein gutes Werk. Ich werde das mal dem Grafen weiterleiten und auch selbst mal sehen wo da ein schönes Plätzchen am Haus ist.

    • Fjonka sagt:

      Das Detailfoto läuft unter „schräg“ *gg*, das ist ein abgeschnittener Abzweig. Ich will ja nicht jedes mal, wenn ich aus der Wiga-Tür trete, Brombeerranken in den Haaren haben…..

  2. Bibo59 sagt:

    Kann man denn nicht einfach die Brombeeren im Knick stehen lassen?
    Brombeere hätte ich ja reichlich…
    Sonnig wird langsam hier auch schwierig. Allerdings schätze ich auch den nicht einsehbaren Garten und kann mich gut erinnern wie früher der Bauer von nebenan die Kaffeetafel mit dem Pflug oder Mähdrescher aufgehoben hat, als da noch kein Bewuchs zum Feld hin war.

    • Fjonka sagt:

      Im Knick stehen ja auch massig Brombeeren – bloß sind die so ja nicht für die Wildbienen nutzbar, da muß erst Jemand die Ranken abknicken oder kappen; und die im Knick waren alle unbeschädigt. Jedenfalls BEVOR ich welche geschnitten hab, die Reste davon können Biens natürlich jetzt auch besiedeln 🙂

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