Wintergartenarbeit à la Naturgarten, Folge 3

Habe letztens in der Nähe des Zentralortes an einem Haus ein Schild gesehen „Lehmsteine zu verschenken“ Natürlich gleich an Anja gedacht, die demnächst in Eckernförde ihren Unverpackt-Laden eröffnen wird und dort auch einen Rollrasen-„Garten“ hat, den sie noch in einen Naturgarten umbauen möchte …. angehalten und ein wunderbares Sanierungsprojekt gezeigt bekommen:

schon seit Jahren hatte ich gesehen, daß dort sehr allmählich eine zuvor schon einstürzende Reetdachkate wieder aufgebaut wurde. Jetzt stellt sich heraus: in Abersowasvon-Eigenleistung, ich bin vor Bewunderung gerade noch so nicht in die Knie gesunken:

  • fürs Reetdach wurde das Reet selbst geerntet; gedeckt haben sie eh selbst, logo…. 😉
  • Balken fürs Fachwerk? Selbst gesägt.
  • Steine für die Fächer? Aus Abbruchhäusern geholt.
  • Steinfliesen? Aus Alt-Steinen selbst aufgeschnitten.
  • Alle Innenwände aus Lehmsteinen gebaut, mit Lehmputz verputzt.
  • Fundament? Aus Altsteinen von Friedhöfen
  • Fensterrahmen mit Bleigußfenstern? Alles selbstgemacht – die Bleieinfassungen mit einer Kurbelmaschine von 1734 gezogen. Dabei durften wir mal zusehen, man hat ja keine Ahnung, wie sowas geht – die Kurbel hat sicher 1,20m Länge! Die Übersetzung braucht sie aber auch, trotzdem muß der Bauherr sich mit Kraft reinlegen, damit sich die dreht.  – Ja, und so geht das weiter. Sieben Jahre arbeiten sie da schon, aber der Plan ist, diesen Sommer einzuziehen. Wow!

Anja hat tatsächlich eine Menge Steine brauchen können und letztlich abgeholt. Nun waren wir dran…. Ergebnis siehe oben.

Und nun dürft Ihr mal raten, warum der Stapel Lehmsteine, der da jetzt im Carport lagert, unter der Überschrift Wintergartenarbeit à la Naturgarten abgebildet ist 😉 EIN Teil ist ja schonmal klar, wir haben die bei klirrendem Frost und Sonnenschein ein- und wieder ausgeladen, zwei Kofferräume voll. Winter und Arbeit wären damit abgehakt 😉

P.S.: gestern haben der Herr F. und ich dann das nächste Stück der Buchenhecke rasiert – das ist zwar Winter und Arbeit aber nicht gerade á la Naturgarten. Nötig ists aber, denn nun sind wir an der „Bürgersteigfront“, und zT kamen schon Wurzeln aus dem Bürgersteig hoch…. außerdem hatte der nur noch 2/3 Breite, den Rest hat die Hecke sich erobert…. okay. Jedes Jahr etwas – die Spatzen haben noch genug Platz zum ausweichen, und übernächsten Winter werden sie dann wohl auch wieder den im letzten Winter gekappten Teil nutzen können.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Garten.

15 Kommentare zu “Wintergartenarbeit à la Naturgarten, Folge 3

  1. wotansweb sagt:

    Das könnte auch eine nette Wasserstelle für die Biens oder anderes Getier werden. 🙂

    • Fjonka sagt:

      Genau, der Plan ist:
      Eine Sand-Wasserstelle, je nachdem: ich möchte den Oberboden abkoffern, da rein 2 oder 3 Lagen Steine, die sich dann ja selbst durch Wind und Wetter zerlegen und als Nistverschlüsse genutzt werden können. Dahinter eine kleine Mauer, die unteren Reihen aus Ziegeln und anderem wasserfesten, was noch da ist (mein Bauwerk vom letzten Jahr wird wieder zerlegt), weiter oben, Spritzwassergeschützt, die Lehmsteine und die lehmgefüllten Tonröhren vom letzten Jahr, ein „Dach“ aus alten Daxchpfannen drauf – und dann sehen, wie lange das hält *gg*
      Bin gespannt, ob ich’s so hinkriege.

      • Bibo59 sagt:

        Nicht dass ich jetzt davon was verstanden hätte. Saufen die nicht sowieso am Teich?

        • Fjonka sagt:

          Wasser wird da auch nur zeitweise drin sein (wobei sie schon lieber sonnig trinken als am schattigen Teich) Wichtiger wird sein, daß sie je nach Staunässe da Lehm für Nistverschlüsse holen bzw., falls es keine Staunässe gibt, Andere auch drin Brutröhren bauen können

  2. Muri sagt:

    Vielleicht ein Multi-Öko-Wohnhaus für Insekten und Reptilien?

  3. pflanzwas sagt:

    Wow, aber sowas von!!! Viel Vergnügen noch 🙂

  4. satayspiess sagt:

    Geiles Ding! Erinnert mich spontan an meine geniale Unterkunft in den Grampian Mountains vor ein paar Jahren. Der hatte 4 oder 5 (Ferien-)Häuser ebenfalls komplett aus Materialien von Abbruchhäusern gebaut, inkl. Inneneinrichtung. War mir vorher nicht klar, und der erste Eindruck war schon irgendwie „zusammengestückelt“. Aber wenn man dann die Geschichten zu jedem einzelnen Teil (es gab eine dicke Mappe zu lesen) liest, sieht man alles mit ganz anderen Augen. 🙂

    • Fjonka sagt:

      Also, dies sieht ü-ber-haupt nicht zusammengestückelt aus, eher als habe es schon immer und genauso da gestanden, dabei wars zuvor eine Ruine gewesen. Sichtbar ist nicht, daß vieles recycelt ist.
      Aber wenns sichtbar ist, hat das auch Charme, finde ich.

  5. Bibo59 sagt:

    Und was habt ihr Vor mit den Steinen? Mäuerchen? wenn ja, wo?

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