Insektennisthilfe – was taugt?

„Kaum nutzbar“ seien die meisten Baumarkt-Insektenhotels, schrieb ich gestern.

Aber was ist sinnvoll – worin mögen Wildbienen nisten? Und was ist nur billiger Füllstoff, vielleicht hübsch anzusehen, aber sicherlich nicht bewohnbar (außer vielleicht von ein paar Ohrenkneifern und Asseln)?

Diese Grafik stammt von Dr.Wolfram Eckloff, der mir netterweise erlaubt hat, sie hier zu benutzen – und mehr noch: er freut sich über Verbreitung!

Wer selber bauen möchte:

  • Hartholz, (ob entrindet oder nicht, darüber streiten sich die Geister, entrindet ist aber wohl besser),
  • Bohrungen immer seitlich (also senkrecht zur Faser, nicht ins Hirnholz)
  • mindestens eine Bohrerlänge tief (besser: extralange Bohrer, die allerdings, wie ich feststellen musste, schwer zu kriegen sind) und hinten geschlossen (also nicht DURCHbohren)
  • 2 – 9mm (am meisten 3 – 6 mm),
  • ausgefranstes unbedingt wegschleifen – die Wildbienen kriechen rückwärts rein und meiden splittriges Holz/ Bambus…., weil sie wohl instinktiv wissen, daß sie sich daran ihre Flügel verletzen könnten
  • aufhängen oder -stellen geschützt und sonnig.
  • Oder Röhrchen, siehe Grafik-Text. Kann man auch einfach in eine Konservendose eingipsen (also die Rörchen am Boden in etwas Gips oder Lehm stecken, damit die Vögel sie nicht so leicht rausziehen können. Und damit sie hinten zu sind)
  • Oder natürlich eine schöne Lehmröhre, wie wir sie letztes Jahr gebaut haben.

Zum Glück gibt es auch einige Hersteller von fertig zu kaufenden, sinnvollen Bienenwohnungen, hier sind sie aufgelistet: *klick*

Nicht vergessen: die allermeisten Wildbienen bauen ihre Nester eh in den Boden! Da helfen offene, gelockerte Bodenstellen, gerne sandig und sonnig gelegen, die in Ruhe gelassen werden. (Unsere Hummeln zB brauchen keinen Nistkasten von uns. Der ist eher für uns, damit wir mal so einem Volk zusehen können; ich hatte die letzten drei jahre vergeblich versucht, eines im Garten ausfindig zu machen. Normalerweise sind Hummeln mit einem alten Mausebau vollauf zufrieden, manche auch mit einer Höhlung in einem dicken, alten, nicht abgerasenmähten Grasbüschel oder einem Wandspalt; sie graben nicht selbst ….)

 

 

13 Kommentare zu “Insektennisthilfe – was taugt?

  1. Bibo59 sagt:

    Ich lasse einfach ziemlich viel Totholz im Garten stehen oder liegen. Irgendwer wird es schon nutzen.

  2. gabee sagt:

    Ich habe mir kürzlich das Buch von Werner David gekauft, um seine unermüdliche Aufklärungsarbeit für insektenfreundliche Nisthilfen zu honorieren.
    /Wie/ sinnlos und teils sogar flügelzerfetzend die Baumarktvarianten sind, war mir früher auch gar nicht klar …
    https://www.naturgartenfreude.de/wildbienen/nisthilfen/baumarktgrauen/

  3. ladypark sagt:

    Ja, ich finde das auch sehr interessant! Danke für die detaillierte Aufklärung. 🙂

  4. Komma sagt:

    Habe heute gesehen, dass eine Frau in einen abgesägten Stumpf in ihrem Garten mit der Bohrmaschine Löcher reingebohrt hat, ganz viele nebeneinander. Wer da demnächst einzieht wird sich weisen.

    • Fjonka sagt:

      Genau sowas bauen wir auch grad – wenn sie Hartholz hat und die Löcher schön entfasert, dazu der Stumpf sonnig steht – dann zieht da sicher bald Jemand ein. Wenn nicht, werden’s Käferlarven und so übernehmen 🙂

  5. satayspiess sagt:

    Das ist ja höchst interessant!!!! Nicht dass wir einen Garten hätten, wo wir sowas hinhängen könnten. Oder gar natürliche Bedingungen schaffen köönten. Aber dass die käuflichen Dinger allenfalls so aussehen, als würde man den Insekten was Gutes tun, finde ich schon krass. Habe die Grafik heute gleich mal ausgedruckt und an unsere Kaffeebar gehängt. Ein paar Kollegen haben ja Garten.

Platz für Klönschnack ...

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