Wiese

Ganz sicher hab ich doch davon berichtet, daß ich vor zwei Jahren oder so begonnen hatte, die schattige, trockene Wiese unter den Buchen anders zu behandeln – aber ich finde es nicht wieder!

Also von vorn:

unser Garten hat ein Stück, das man wirklich zu nix gebrauchen kann :

  • es liegt direkt unter den großen Buchen gen Nachbars und ist damit sehr schattig
  • es ist abschüssig Richtung Frühstücksplatz und ist damit (und wegen der Buchen, die ihre Wurzeln drunter haben) recht trocken und schwer „be-sitz-bar“
  • es ist vom Bürgersteig aus voll einsehbar und
  • dort windet es eigentlich ständig

Viele Jahre lang hab ichs einfach mitgemäht, wann immer ich den Rasen mähte und schon was gewachsen war (also etwa 5-6x jährlich, das Gras wächst dort wegen all der Gegebenheiten recht langsam). Im Frühling sind dort botanische Krokusse, die ich in Etappen gepflanzt habe und Narzissen, danach nur noch Gras.

Irgendwann hab ich mir gedacht: „Warum mähst Du das eigentlich immer mit, es wird ja doch nicht begangen!?“, und habe seitdem nur noch 1-2x jährlich gemäht, wenn es Party gab (denn dazu taugt das Stück) und zum Herbst.

Das ist natürlich nix, wenn frau

  1. einen Naturgarten haben möchte und
  2. lernt, daß viele Schmetterlingspuppen an Gräsern überwintern oder Raupen an ihnen fressen

Also kam mit einem ziemlich tollen Artikel in unserer Mitgliedszeitschrift ein Drei-Stufen-Plan zum tragen. Drei Felder hatte nun die Wiese.

Oben das Feld ist gut für blühende Pflanzen, gemäht wird im Juli und im Oktober

Mittleres Feld : Mahd nur im Oktober, für die „neue Generation“ von Insekten und die „Auswanderer“ aus gemähten Bereichen

und im unteren Feld wird nur Mitte Juni gemäht, hier können Larven und erwachsene Insekten gut überwintern und die Larven sich bis zur Mahd entwickeln und schlüpfen.

Im letzten Jahr ist ab Juni allerdings fast nix gewachsen, Trockenheit sei Dank.

Juni 2018, VOR der 1. Mahd und der langen Trockenheit. Vorne, bis etwa Hinterkante Tisch, sind inzwischen Mauer und Kräuterrasen-Stück

Aber in diesem Jahr sieht man, wo die Felder sind – und Feld 3 ist etwas geschrumpft, zugunsten der Mauer mit Kräuterrasenbereich davor.

1.9.19 Dieselbe Perspektive, jetzt mit Rückseite der Mauer. Der Sand dahinter wird ja noch mähbarer Kräuterrasen, dahinter die drei Felder

Das ist natürlich alles ein Versuch im Miniaturformat – aber je mehr unterschiedliches im Garten, desto mehr Chancen für unterschiedliches, zu leben. Seit ich nur noch selten mähe und, wichtig, auch das Gemähte immer konsequent nach ein paar Tagen abstransportiere ist schon ein wenig was geschehen: es sind jetzt Gundermann, Ruprechtskraut und am Rand auch Veilchen in der Wiese, immerhin. Und seit die Gräser blühen sehe ich erst, wie viele verschiedene da sind!

Was schlecht ist: ich mähe bislang mit meinem normalen Rasenmäher, auf höchster Stufe. Damit häcksle ich allerdings auch Insekten mit…. aber mit Sense kann ich nicht. Ich habs versucht, das Gras ist zu zart. Ich krieg mit Sense nur Brennesseln und Giersch einigermaßen ab. Balkenmäher wäre gut, die gibts inzwischen auch für Handbetrieb. Aber da muß ich mich noch kundiger machen: gehen die auch für den Rest (Rasen)? Schön wäre auch, richtig sensen zu lernen – aber wo und wie???

Ich bin gespannt, wie sich das weiter entwickeln wird 🙂

13 Kommentare zu “Wiese

  1. Mit der Sense musst Du nur lange genug üben, irgendwann hast Du den Bogen raus. Ich sense immer den Zaun auf der Weide frei, oder kleinere Teile die die Pferde nicht abfressen. Ich habs mir von einem Bauern zeigen lassen. Mach es auch so, dann hast Du es schnell raus.
    LG Susanne

    • Fjonka sagt:

      Das würde ich gern, aber ich kenne da Niemanden – deshalb der Gedanke an ein Seminar oder so.
      Ich habe bisher ganz gut Brennesseln etc mähen können, aber Gras ist zu zart, das krieg ich nicht weg. Und schärfen ist ein Buch mit 7 Siegeln….

      • Für das feine Gras brauchst Du eine andere Sense, als die, die Du für die Brennnesseln nimmst. Frag einfach einen alten Bauern. Den wird es auch bei Euch in der Gegend geben. Der zeigt es Dir und freut sich bestimmt, wenn er sein Wissen weitergeben kann. 🙂

        • ladypark sagt:

          Ein Stück die Hauptstraße runter auf der linken Seite ist ein alter Bauer, kleiner Familienbetrieb. Der ist sehr nett, vielleicht kann der weiterhelfen. Genau auf der Ecke Hauptstraße/Grüner Weg.

  2. Richard sagt:

    Ich hab eine alte Sense. Das wird mangels Technik nicht wirklich plan, aber mir reicht es für den hochgewachsenen Teil, der nur ein-, zweimal im Jahr gemäht wird. Seit einiger Zeit habe ich für den normalhohen Rasen, den ich regelmäßiger mähe, auch noch einen Spindelmäher. Der wird rein mit Muskelkraft betrieben durchs Anschieben. Früher waren kleine Modelle gebräuchlich, aber meiner ist breiter und hat einen Fangkorb, in dem der Schnitt bei weitem nicht so zermantscht wird wie im Benzinmäher. Außerdem haben die Grashüpfer gute Chancen, rechtzeitig wegzuspringen. Ist aber wirklich nur etwas für Leute, die auch Bewegung machen wollen. Das ist Sport.

    • Fjonka sagt:

      Das glaub ich, daß das Sport ist…
      wenn ich gaaaaanz tatkräftig bin, versuche ichs beim letzten „nur Oktober“-Feld doch nochmal, aber ich glaube eher nicht an Erfolge, zumal das Gras ziemlcih doll liegt. Würde es nur „nicht plan“, wäre ich schon glücklich … *gg*

  3. Bibo59 sagt:

    Ja, das Dilemma mit der Sense habe ich auch. Ich habe auch schon mal damit gemäht, das Ergebnis war eher struppig. Die Sense muss an die Körpergröße angepasst sein, Im Baumarkt gibt es aber nur eine Größe. Die Sense muss gedengelt werden, bis sie rasiermesserscharf ist und alle paar Meter mit einem Schleifstein abgezogen. Ich besitze so ein Dengeldings, aber weiß nicht, woran ich es festmachen soll, über den winter ist sie verrostet…
    Also mähe ich wieder mit dem Mäher. Ungefähr einmal im Jahr in drei Schüben, den Rand etwas öfter. Mein uralter Mäher hat dieses Jahr endgültig den Geist aufgegeben. Jetzt mähe ich mit Akkumäher, der keucht und schnauft bei der dicken, hohen Wiese.

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