Fenster

Letzten Sommer hat die Malerfreundin gestreikt.

„Neee“, sagte sie, „da mach‘ ich jetzt nix mehr!“, und zeigte auf die Fensterrahmen und -flügel zweier Fenster und der Balkontür im Anbau. Irgendwie konnte ich es verstehen – an einigen Stellen ist das Holz inzwischen so morsch, daß man fast bis innen durchdrücken kann. „Du kannst ja mal einen Tischler fragen, aber ich tippe, da sind neue Fenster dran!“

Tja. Einen Tischler fragen – wahrscheinlich hat es sich inzwischen überall herumgesprochen, das mit der Handwerkermisere. Erst hörten wir es nur aus den großen Städten, aber inzwischen ist es hier angekommen: Handwerker sind fast nicht ranzukriegen. Und so wars auch mit dem ersten Tischler. Leere Versprechungen über lange Wochen (genauer mehrere Monate), bis ich aufgegeben habe. Dann mehrere angerufen, weil ich beispielsweise hörte „im November wieder anrufen, dann machen wir die Termine ab Februar“. Pfffft!. Der 5. oder 6. kam dann.

Die Fenster im Anbau sind Doppelfenster – man putzt also immer gleich VIER Scheiben pro Fenster. Sie sind Holzfenster aus den 80ern, noch vom Vorbesitzer, und wenn man bedenkt, daß sie mit wenigen Ausbesserungen nun fast 40 Jahre gehalten haben, sind sie qualitativ nicht schlecht. Aber nun sind halt die ersten durch – das bestätigte auch der Tischler (der im übrigen auch schon bei den „neuen Fenstern“ von ’96 wird reparieren müssen: da sind einige Wasserleisten durch)

Wir hatten im Vorfeld, während der langen Tischlersuche, schonmal zu fragen und lesen begonnen und sind der Meinung, daß wir Holz-Alufenster haben möchten. Außen Alu, innen Holz. Reine Holzfenster sind einfach zu arbeitsintensiv. Die Malerfreundin ist jedes Jahr dabei und trotzdem gammeln sie weg. Es ist wohl eine Mischung aus schlechtem Material und unserer Witterung hier:

  • Holz ist heutzutage schnell gewachsen und deshalb nicht mehr so widerstandsfähig. Außerdem bekommt es weniger Zeit zum trocknen, und selbst Lärche und Eiche halten längst nicht mehr „ein Leben lang“. Die Malerfreundin berichtet begeistert von 80 Jahre alten Fenstern, die sich zu renovieren noch lohnt – und ebenso genervt von den vielen, die keine 20 Jahre alt und im Grunde schon auf sind. Außerdem wird fast überall mit „Elefantenhaut“, einer dicken, widerstandsfähigen Lackschicht, gearbeitet. Solange die hält braucht man nichts zu tun, und das kann gut und gern 15 Jahre so sein. Aber ist erstmal die allererste kleine Stelle dran, gehts schnell: kleine Risse bilden Eintrittspforten für Feuchte, die unter die Elefantenhaut zieht und das Holz weggammeln läßt. Und anschleifen und -lackieren geht schlecht, weil die Haut 1. schlecht abgeht und sich 2. keine vernünftigen Übergänge schaffen lassen
  • Hier ists nunmal sehr feucht …. nicht gut fürs Holz.

Jedenfalls haben wir uns ein Angebot für Holz/Alufenster machen lassen. Wir werden älter, die Malerfreundin auch. Handwerker sind kaum zu kriegen. Wenn die neuen Fenster 15 Jahre alt sind und der Nerv losgeht, sind wir Ende 60. Sollten wir doch hier wohnen bleiben, müssen wir uns darauf einstellen. Da scheint Holz-Alu trotz des problematischen (weil in der Herstellung sehr energieintensiven und nicht sehr umweltfreundlichen) Aluminiums der beste Kompromiß, zumal das Alu bei den Fenstern, die uns angeboten wurden, immerhin zu rund 30% recycelt ist, wie man auf der Website, die wir uns mit dem Namen der Fensterfirma aus dem Angebot herausgesucht hatten, lesen kann.

Aber ich kaufe kein Fenster, ohne es gesehen zu haben. Musterfenster gabs beim Tischler – und da sahen wir dann auch sofort: nö! Die sind schön – für moderne Bauten. Profile, Griffe, Proportionen passen aber nicht zu unserem fast 100 Jahre altes Haus. Dann Hin und Her – gibts die nun auch „in schön“ oder doch nicht?

Heute Nachmittag ist Zweittermin – und vielleicht bestellen wir ja tatsächlich neue Fenster (und auch eine neue Balkontür) …. ich bin gespannt.

4 Kommentare zu “Fenster

  1. a sagt:

    Unsere Terrassentüren in der Gaube sind aus Holz/Alu. Die könnt Ihr Euch gerne mal ansehen. Die sind vom Tischler bei Euch um die Ecke 🙂 Teuer aber gut, wobei wir natürlich noch nichts über Langlebigkeit sagen können…

    • Fjonka sagt:

      Ach – wusste ich ja garnicht!?
      Aber de Discher umme Ecke wird die ja auch nicht selbst gebaut haben, oder?? Meist ist das ja so, daß die ausmessen, besprechen, planen, einbauen – die Fenster selbst aber bei größeren Firmen bestellen

Platz für Klönschnack ...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s