Neulich, auffe Arbeit (-62-)

Ja, es passiert doch so einiges, und jeden Tag neues…. Ehrlich gestanden bin ich ja einer der Menschen, die ihren Routine-Alltag zu schätzen wissen. Ich könnte gut mal ein paar Tage brauchen, an denen man sich mal einfach an all diese neuen Gegebenheiten gewöhnen kann. Das betrifft nicht nur die Arbeit, das meine ich ganz allgemein.

Immerhin normalisiert sich das Arbeitsaufkommen. Offenbar hat man im Ort verstanden, daß wir nicht vor der nächsten Hungersnot stehen. Es kommen deutlich weniger Leute in den Laden, die aber deutlich größere Einkäufe tätigen – nicht um zu hamstern, sondern damit sie nicht so häufig los müssen. Das ist ja durchaus vernünftig. Und so müssen wir nicht allzu häufig Wartende vor dem Laden stehen sehen (nur immer mal wieder welche, die unsicher sind, ob sie denn nun rein dürfen. Das kriegt die fürs kundenzählen Verantwortliche an der Kasse nicht immer sofort mit)

Mich persönlich stört, daß wir jetzt behandschuht arbeiten sollen. Ich halte es für unnötig (Käse und Brot fassen wir immer schon nicht mit der Hand an – da müssen jetzt dann die behandschuhten Hände natürlich noch extra bedeckt werden), und es ist ein scheußliches Gefühl, feucht und u’o’g’nähm. Nuja, isso…. Gut ist, daß die KundInnen nun das Kartenlesegerät selbst benutzen, und fürs Bargeld gibt es einen Zahlteller. Vor der Kasse ist schon länger eine Plexiglasscheibe, ich erzählte es ja schon, aber nun stehen auch Plexiglastrenner auf Brot- und Käsetheke, weil nach wie vor manche dazu neigen, sich über die Theke zu beugen, um dann auf ein bestimmtes Brötchen zu zeigen…. sprechen hülfe 😉

Die verkürzten Öffnungszeiten dienen übrigens dazu, morgens vor Kundenaufkommen die Ware einräumen zu können. Dann ists 1. nicht so eng im Laden, und 2. ist es tatsächlich schwierig, in den Ladengängen 1,5m Abstand zu halten. Abends können wir, sofern es tags keine kundenlosen Zeiten dafür gab, nochmal ordentlich nachpacken. So sind wir die meiste geöffnete Zeit hinter den schützenden Thekenaufbauten.

P.S. Nochmal empfehle ich einen Artikel, bei dem es keinen „gefällt mir“-Knopf gibt, nämlich diesen: *klick*

Bisher hatten alle Artikel, die (auch!!) positive Seiten an der Corona-Zeit suchten, für mich eher einen Beigeschmack von „wegdrängen“ oder aber von „blauäugig“. Dieser trifft mein Denken ganz gut – aber, bitteschön – ich habe nicht die ganzen Links angeklickt und geguckt, ob sie mir auch taugen. Das Intewrview möchte ich mir aber noch angucken, mal sehn, wann ich mir dafür Zeit nehme.

10 Kommentare zu “Neulich, auffe Arbeit (-62-)

  1. bernhard1965 sagt:

    Ein Zeitdokument. Sehr gut gesehen.

    Bleib gesund

    LG Bernhard

  2. wardawas sagt:

    Was mir sehr angenehm aufgefallen ist: es beginnt sich eine neue Höflichkeit und Dankbarkeit für die Leute in den Läden durchzusetzen,die trotz allem ihren Dienst tun; man hört immer mal wieder: Schön, dass ihr noch für uns da seid! Danke! und die Gelobten freuen sich und sind ihrerseits höflich und zuvorkommend…
    Es braucht manchmal schlimme Zeiten, um uns auf das Menschliche zurückzuführen.

    • Fjonka sagt:

      Bei uns im Bioladen ist die Stimmung ja eh eher höflich und freundlich, da hab ich Glück. Aber eigentlich hab ichs an den anderen Arbeitsstellen auch nicht anders empfunden, wenn ich so überlege. 🙂
      Da ich diese ollen Floskeln (vom „schönen Tag noch“ übers „schönes Wochenende“ bis zum neuen „Bleiben Sie gesund“) immer schon auch als Kundin nicht mochte, kommt für mich das Getue eher blöd rüber. (ich bin eher der „moin“ und „tjüs denn“-Typ und freue mich höchstens, wenn im Abschiedsgruß zB an ein kurzes Gespräch angeknüpft wird („Ich geh jetzt in den Garten, für mich ist ab heute Wochenende“ – „Na dann wünsch ich ein schönes!!“)
      Ich versuche mir klarzumachen, daß es nett gemeint ist und auch so zu reagieren. Und doch nervt mich’s gehörig, wenn völlig alltägliches wie zur Arbeit zu gehen plötzlich extra gelobt wird.

  3. Eva sagt:

    So komisch es auch klingt, in der Schweiz ist das bereits seit etwa zwei Wochen so. Es werden zudem die Kunden dazu aufgefordert, nicht mehr mit Bargeld zu bezahlen. Geänderte Öffnungszeiten, an die hat man sich schon gewöhnt. Auch, dass nur noch zwei bis zehn Menschen in die Läden dürfen. Je nach grösse natürlich. Und natürlich hat es vor jedem grösseren Laden Desinfektionsmittel.
    Wünsche dir gutes Durchhaltevermögen und gute Nerven

  4. mijonisreise sagt:

    Ich denke, jetzt kommt, so seltsam es klingt, die Routine. Man denkt über Einschnitte oder Beschränkungen nur noch kurz nach. Der Mensch ist also doch ziemlich anpassbar, leider nur mit emensen Druck von Außen.

    • Fjonka sagt:

      Ohja, alles geht, wenn’s muß. Aber wohl leider nur dann, und nur bei AKUTEM Druck (Klimawandel ist leider zu allmählich dafür, offenbar)

      • mijonisreise sagt:

        Na ja, wenn die Regierung beim Klimawandel genauso Druck machen würde wie jetzt, wäre das auch kein Thema 🤷🏼‍♀️

        • Fjonka sagt:

          Das würde sie aber 1. niemals, und 2. gäbe es da 100%ig riesigen Widerstand aus Wirtschaft, aber auch Bevölkerung (stell Dir mal vor, Flüge würden wg. Umweltschutz eingeschränkt, Kreuzfahrten auch – da hätten wir aber ganz schnell die aufgebrachten Wutbürger auf den Straßen!!!)

          • mijonisreise sagt:

            Und? Auch die bekommt man per Sanktion ruhig 😁 … Es muss nur richtig weh tun. So in der Art, okay, du willst in den Urlaub fliegen. Kannst du, wenn du für den Flug statt bisher 25€ jetzt 550€ bezahlst.
            Ich verstehe nicht, das das, was noch vor Jahren Gang und Gebe war, nicht jetzt wieder gültig sein kann. Noch vor Jahren waren Kreuzfahrt nur etwas für „betuchte“ Leute.

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