Das Jahr der Ölkäfer

scheint 2020 zu sein. Heute, 5.4., hab ich schon den 3. violettblauen (Meloe violaceus) gesehen, diesmal in unserem Garten:

Ein beeindruckendes Tier! Ich hatte gleich auf ihn getippt, aber dann… war nicht der Hinterleib deutlich zu klein? So wie auf dem letzten Foto (von 2013) kenn ich den eigentlich. Im Netz habe ich aber Niemanden gefunden, der auch nur annähernd ähnlich aussähe, und es gab auch Fotos mit ebenso kurzen Hinterleibern. Also wirds wohl einer sein.

Aus den Eiern schlüpfen die ca. drei Millimeter langen Dreiklauer (Triungulinus). Diese erklimmen eine Blüte, wo sie sich an ein anfliegendes Insekt (…) klammern. Nur wenn sie eine solitäre Wildbiene (…) erwischen, haben sie eine Chance zu überleben. Sollte die Larve versehentlich eine Honigbiene ausgewählt haben, stirbt sie im Bienenstock. Dies erklärt die hohe Anzahl an abgelegten Eiern, da die Verlustrate sehr hoch ist. (…) Anschließend leben die Larven parasitisch in den Nestern ihrer Wirte. Nachdem sie zunächst das Ei und danach das Nektar-Pollengemisch der Vorratskammer der Biene gefressen haben, verlassen sie das Nest. Sie häuten sich ein weiteres Mal und sind danach eher madenartig und kaum beweglich, mit zurückgebildeten Beinen. Diese Larven verpuppen sich, aus der Puppe schlüpft der fertige Käfer zwischen März bis Mai („Maiwurm“).

Wikipedia

Es gibt außerdem auch schwarzblaue Ölkäfer. Die sind Käfer des Jahres 2020! Ich hab noch nie einen gefunden.

Der Name „Ölkäfer“ bezieht sich auf die Fähigkeit dieser Käferfamilie, giftige Abwehrstoffe zu produzieren. Bei Gefahr können sie eine gelbliche Flüssigkeit aus Poren an ihren Beingelenken austreten lassen. Diese erinnert stark an Öltröpfchen und gab den Käfern ihren Namen. Der Hauptwirkstoff ist Cantharidin, dieses schützt die Käfer vor allem vor Ameisen und Laufkäfern. (…) Beim Menschen hat das Cantharidin eine Bedeutung als Aphrodisiakum („Spanische Fliege“) und wurde früher auch als Medikament zum Beispiel gegen Darmerkrankungen genutzt. Allerdings sind schon geringere Mengen für den Menschen hochgiftig. Als Reiz- und Nervengift führt es zur Blasenbildung auf Haut und Schleimhäuten.

NABU

„Mein“ Kerlchen war aber ganz handzahm, obwohl ich ihn zum knipsen ein wenig hin- und hergetragen und -gewendet habe… danach kam er wieder ins Scharbockskraut, das frisst er gern 🙂 Wahrscheinlich war „er“ übrigens eine „sie“: die Fühler sind recht gerade. Schwanger war sie wohl auch noch nicht, deshalb der kurze Hinterleib. Ich las nämlich, daß dieser lange, aufgeblähte, hinterhergeschleppte Hinterleib wie bei der Dame von 2013 von enormen Eiermengen herrührt.

Übrigens hab ich auch noch einen stinknormalen Siebenpunkt-Marienkäfer gefunden:

Über den hab ich mich sehr gefreut, gab es doch letztes Jahr nur schwarzgelbe (22-Punkt-) oder asiatische zu sehen…. ich freue mich darüber so ganz allgemein, aber auch, weil er ein neues Tier für meine Liste ist … No. 184 🙂

 

 

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Fauna.

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