Wachdienst

23.4. Wie effektiv Bienen ihr Zuhause bewachen wurde mir grad eben wieder plastisch vor Augen geführt *seufz*:

Ich dachte, im Frühjahr sind Biens friedlich, da kann ich ohne Probleme mal am Teich rumraken.

Habe also erst tote Schneebeerenzweige abgeknickt und entsorgt, damit ich mir an der Böschung nicht die Augen aussteche. Dann die Schubkarre geholt (vor den Bienenbeuten längsgeschoben, was im Herbst nicht zu empfehlen ist, jetzt aber tatsächlich keine Reaktion verursachte) und eine erste Karre voll Blättermodder vom derzeit trockengefallenen Teichrand entfernt. Der liegt etwa 10-15m und anderthalb Höhenmeter von den Bienenstöcken entfernt, außerdem liegt die Stelle nicht in ihrer Hauptflugrichtung. Einige Bienen flogen auf und waren etwas aufgeregt, aber eher auf wegkommen gepolt, wie erwartet. Das hört man leicht am Summton. (Die sind immer noch dort am Teich unterwegs, um Wasser zu holen – trotz Raps- und Wildkirschenblüte etc. Es ist VIEL zu trocken, die Pflanzen haben zu wenig Nektar im Angebot – schade!!) Als ich aber die Karre ausgeleert hatte und zurückkam (NICHT wieder an den Stöcken vorbei, denn ich hatte den Modder in anderer Richtung abgekippt), da konnte ich nur noch zwei Schaufeln voll draufschippen – und hatte plötzlich eine Drohbiene vor mir. Okay dachte ich, geh ich mal kurz hoch, die beruhigt sich schon wieder. Weit gefehlt! Ich wurde verfolgt, und todesmutig stürzte sich die Biene in meine Haare und begann sich zur Kopfhaut vorzuarbeiten.

Das ist eine evolutionär angenommene Kamikazetechnik: wenn der Bär kommt, um den Honig aus der Baumhöhle zu holen, dann hilft es nix, sich oben auf den Pelz zu setzen. Biene muß sich durcharbeiten bis zur Haut, um stechen zu können. Und genau das tat diese Biene!

Nicht evolutionär, aber in nunmehr zehn Jahren schmerzhaft erlernt ist meine Reaktion: inzwischen versuche ich in diesem Stadium nicht mehr, die Biene aus den Haaren rauszukriegen. Sie will das ja garnicht, sie will jetzt stechen. Und ich will nicht gestochen werden, also heißt es „schneller sein und zuschlagen“ Das tat ich und wurde wieder einmal nicht gestochen. Aber die arme Biene ließ ihr Leben dabei (und das, obwohl ich überhaupt keine Ambitionen hatte, irgendwas an ihrem Zuhause zu tun- aber das weiß die Biene ja nicht….) Sie wurde nicht älter als 19 Tage. Woher ich das weiß? *klick*

…. R:I:P …

Obwohl die Dame oberflächlich gesehen keinen Erfolg gehabt hat (sie ist tot, ich bin ohne Stich), hat sie doch gewonnen: bei ihrem Verteidigungsflug setzt sie Duftstoffe ab, die anderen Wächterinnen klarmachen: HIER ist die Gefahr!! Und das bedeutet: heute werde ich nicht mehr am Teich weitermachen, denn es wird andere tapfere Wächterinnen geben, die mich auf dem Kieker haben werden. Das muß man sich nicht so vorstellen, daß sich nun 30 wütende Bienen auf mich stürzen, sobald ich in die Nähe komme. Aber auch eine einzige mißtrauische Biene, die mit hohem Sumnen direkt vor dem Gesicht frontal herumswchirrt, und bei der ich genau weiß: bleibe ich, wird auch sie sich opfern, um mich zu vertreiben, ist sehr fies. Auch die Karre hole ich besser erst, wenn es dunkel ist und Biens nicht mehr fliegen.

Wenn ich Glück habe, darf ich mich in den Windschutz setzen und lesen, weil das ganze eine recht kurze Sequenz war. Habe ich Pech, bin ich dauerhafter markiert und mißtrauische Bienen werden mich auch dort umkreisen und nicht aus den Augen lassen. Mal sehen…

P.S. jahreszeitgemäß war man freundlich: ich konnte in Ruhe im Windschutz sitzen 🙂

 

 

9 Kommentare zu “Wachdienst

  1. ladypark sagt:

    Wohl dem, der genügend Haare auf dem Kopf hat. 😉

    • Fjonka sagt:

      Eher ists umgekehrt: Du kannst Dich viel leichter verteidigen, wenn die Haare kürzer und nicht so dicht sind, Du siehst ja nix, und an die richtige Stelle zu schlagen ist nicht so einfach! Ich war schon öfter zu spät dran….

  2. Bibo59 sagt:

    Huh! Das ist ja gruselig!Von den eigenenBienen markiert und verfolgt.

  3. mijonisreise sagt:

    Ist zuweilen schon ein seltsames Völkchen 🙈

Platz für Klönschnack ...

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