Imkerlatein: Räuberei

Im April hatte alles so gut ausgesehen!
Das Mondvolk war ein wenig schwächlich, aber sonst?? Alles prima

Vorgestern dann:

  • Kringelchen: den Kringelchen gehts super 🙂 Starkes Volk, schönes Brutnest, der Honigraum ist fast ausgebaut, aber noch längst nicht vollgetragen – so soll es sein! Und ich vermute, daß sie letztes Jahr umgeweiselt* haben, denn sie sind in diesem Jahr sehr friedlich – sonst waren sie ja immer die unruhigsten, agressivsten. Da die Königin diese Eigenart bestimmt (Hormone, Gene, Duftstoffe) liegt diese Vermutung nahe.
  • Sonnenvolk: in der besten Trachtzeit (nach dem Regen, Raps und Obstbäume in Vollblüte, Löwenzahn auch) gänzlich ohne Futter! Nichtmal Futterkränze*hatten sie, aber ein grooooßes Brutnest! Nur von der hinters Trennschied gehängten Winterfutterrestwabe gab es noch etwas zu holen, da saßen denn auch Viele und versuchten, das harte Winterfutter zu verdünnen und aufzusaugen. Nichts wie rein mit einer dicken Futterwabe vom Mondvolk! Aber das kann ja nicht alles sein, denn wenn da nix ist, muß es ja einen Grund haben! Wir vermuten Räuberei, wenn auch zu ungewöhnlicher Zeit – will heißen: ein anderes, stärkeres Volk hat gemerkt, daß da nicht gut verteidigt wird und holt sich sämtliche Vorräte des schwachen Volkes. Das stirbt, wenn nix getan wird – normalerweise geht Räuberei mit Kämpfen, sehr unruhigen Bienen, die auffliegen, sobald man die Beute öffnet und lauten sausen einher. Nichts davon war zu bemerken – deshalb sind wir unsicher. (Es könnte sein, daß das Volk bereits resigniert hat und es deshalb so ruhig dort ist) Wir beschließen, uns anzusehen, was mit der zugehängten Futterwabe geschieht (wird wirklich geräubert, dann ist die in kurzer Zeit auch leer). Falls wir morgen wirklich Räuberei feststellen, werden wir das Mondvolk zur Anti-Gentechnik-Freundin bringen. Dort sind keine Bienen, die wissen, daß das Mondvolk Probleme hat, sie können sich erholen. Den Wildbau haben wir beseitigt, ein Rähmchen eingehängt.
  • Beim Mondvolk das genau umgekehrte Bild: alles voller Futter – aber keine Brut! Sie hatten blöderweise Wildbau (Wabenbau außerhalb des dafür vorgesehenen Rähmchens) hinterm Trennschied* – da waren wir wohl zu zögerlich gewesen mit dem geben neuer Rähmchen, schließlich ist ja der Honigraum zum bauen obendrauf. Aber da wollten sie offenbar nicht rein. Im Wildbau waren noch verdeckelte Brutwaben, aber nirgends eine Made, nichts! Sind sie weisellos?? Wir haben ihnen von den Kringelchen eine Weiselproben*Wabe eingehängt und sind gespannt, was passiert. Es kann nämlich auch sein, daß sie wegen der Trockenheit/ des Nachtfrosts eine Brutpause eingelegt haben und ganz viele Stifte* in den Zellen sind, in denen kein Nektar war. Aber wir haben beide so schlechte Augen, daß wir schon mehrfach Stifte nicht bemerkt haben. Morgen sollten, wenn es so ist, schon kleine Maden zu sehen sein, so daß wir wohl morgen sehen können, was wirklich los ist

Nun bin ich wirklich gespannt auf morgen! Heute haben wir den Sonnenwachsschmelzer aufgestellt, den wir uns letztes Jahr zugelegt haben. Damit wollen wir die Waben schmelzen, die wir den Völkern entnommen hatten, um Wachs zu bekommen. Mal sehn, obs warm genug dazu ist, heute.


*-Wörter sind solche Imker- Fachwörter, die ich im tag „Imkerlatein“ schonmal erklärt hatte. Sie sind verlinkt.

2 Kommentare zu “Imkerlatein: Räuberei

  1. mijonisreise sagt:

    Da bin ich aber auch gespannt, was des Pudels Kern ist … 🤔

Platz für Klönschnack ...

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