Kleinvieh: Ferkel

Meine täglichen Dorfrundgänge stehen, sofern es der Zustand zuläßt, immer auch unter dem Motto „trash out“.

Heißt: ich sammle während der Gänge Müll und weiß inzwischen auch, wo es am Wegesrand Mülleimer gibt. Am Dorfplatz zum Beispiel, an der Bushaltestelle oder auch am Feuerwehrhaus. Und einige freundliche Mitbürger haben ihre Tonnen gleich am Bürgersteig stehen.

Ich gehe täglich – und ich finde täglich 😦

Die größten Ferkel sind immer noch die Raucher. Zigarettenkippen, aber auch die Plastikhüllen, die man abzieht, bevor man eine neue Packung öffnen kann oder später die leeren Packungen – ex und hopp ist das Motto.
Nein, Leute, Zigarettenkippen sind NICHT übermorgen Kompost!! Eine Kippe mit Filter versaut einen 20l-Eimer Wasser mit ihren Schadstoffen, und auch die filterlosen sind nicht ohne. Es kann doch nicht so schlimm sein, die nach dem austreten aufzuheben und zum nächsten Mülleimer zu bringen!?

Die zweitgrößten Ferkel? Baustellen. Die erwähnte gibts derzeit, aber es wird ja auch kräftig Glasfaserausbau im Dorf betrieben…..
Ein Plastikteil wurde vom Bagger kaputtgefahren? Flatterband ist gespannt, aber ein Stück hat sich gelöst? Klebebandstücke, die beim abpfriemeln runtergefallen sind? – Muß man nicht einsammeln, das. Tritt sich fest…. ja. In immer kleineren Bruchstücken in der Gosse, auf der Straße und dem Bürgersteig, in der Wiese. Danke!

Große Ferkel sind aber auch die Bauern. Man findet größere und kleinere Fetzen der allgegenwärtigen schwarzen Abdeckfolie, Teile der Plastikkordeln, die Heu- und Strohballen halten, Teile von Netzen und immer wieder lange weiße Fasern von diesen faserverstärkten Folien, die für Bigpacks etc genutzt werden. Alles sehr gern auch im Garten, mitgebracht von eifrigen Nestbauern. Ganze Nester, die ich finde, entsorge ich inzwischen im Restmüll, so viel Plastikfaser ist da drin verbaut 😦

Und dann ist da noch „das normale“. Heute zB ein Schraubverschluß, ein größeres und mehrere kleine Styroporteile, mehrere Plastikbruchstücke ab von den Baustellen, zwei Bonbonpapierchen, ein Papiertaschentuch, benutzt, ein Bierfilz. Alles beim Morgengang zum Briefkasten und durchs „Neubaugebiet“ zurück. Fast alles an der Hauptstraße.

Man kann sich jetzt ärgern (und ja, das tu ich!!) Ich möchte aber auch anmerken: wenn jedeR einzelne von uns sich bei jedem Gang sagen wir mal zweimal bücken würde – das täte der Fitness der alten Knochen gut, und es wäre ganz schön viel sauberer. Weniger Tiere würden sich in Plastikfasern verfangen und sterben, weniger Mikroplastik würde in unseren Meeren (und unseren Körpern!!) landen!

Ich hoffe ein wenig, daß mein Beispiel Schule macht – jedenfalls wurde ich schon einige Male fragend beäugt…… (und ja, ich habe jedes Mal das Gefühl, mich jetzt rechtfertigen zu müssen, daß ich nix „böses“ tu. Und fühle mich als schräger Vogel und hoffe, nicht angesprochen zu werden. Aber das heißt wohl bloß, daß ich an meinem Standing arbeiten muß, gell? 😉 )

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Kleinvieh.

13 Kommentare zu “Kleinvieh: Ferkel

  1. puzzleblume sagt:

    Die Beobachtungen kann ich leider nur bestätigen, und die Urlaubszeit macht es noch schlimmer, wie leicht flattert da mal jemanden etwas versehentlich davon … wie überhaupt das Wegwerfen immer dort leichter fällt, wo man nicht wohnt. Es gibt Leute, die fahren dazu extra Wege mit ihren Müllsäcken, nur leider nicht zur Deponie, sondern irgendwohin in die Feldmark, wo sie die dann in einen Graben abladen oder auch nur aus dem fahrenden Auto werfen.

    • Fjonka sagt:

      Ohja, diese Leute, wie Bibo und Du sie schildern, gibt es leider. Mir gehts trotzdem mehr um die Alltagsferkel, nicht um die vorsätzlich Bösen. Letztere erreicht man eh nicht, die Davonflatterlasser aber vielleicht schon. Und außerdem liegts bei letzterem auch mehr in unser aller Möglichkeiten, was zum besseren zu ändern. Ein Bonbonpapier kann ich leicht aufheben und einstecken, eine wilde Mülldeponie werde ich nicht nebenbei mal beseitigen.

      • Bibo59 sagt:

        Das war ja schon auf Holnis so. Schließlich war es MEINE! Aufgabe, die vollgeschissene Windel zum 5 m entfernten Mülleimer zu schaffen, oder? Waren das Alltagsasis oder Urlaubsasis? Auf Schweine lasse ich nix kommen, das sind intelligente Tiere, die nicht scheißen, wo sie lagern (wenn sie die Wahl haben).

  2. Bibo59 sagt:

    Das sind keine Ferkel, das sind Asoziale.

  3. Bibo59 sagt:

    Hier im Stadtrandgebiet ist die Zusammensetzung eine andere.
    Am Baggerloch sind Griller und Müller ein Problem. Sämtliche Vorräte für ein Picknick werden hingeschleppt, Verpackungen, Alugrills, Reste, Kronkorken, Kippen, einfach alles da gelassen.
    Hier am Straßenrand McDoofs und Co: Schnell gefressen und die Reste aus dem Autofenster geworfen. Verpackungen, auch so Mini-„Fruchtdrink“ Flaschen etc. und ganz aktuell: Einwegmasken!
    Und dieses Jahr ist es wieder extrem mit den Leuten, die sich ihr Auto voll Sperrmüll, Bauschutt und Co. laden und irgendwo in der freien Landschaft abkippen. Wie doof ist das denn? Wenn man sich das Zeug schon ins Auto lädt, kann man doch gleich zum Recyclinghof fahren.

    • Fjonka sagt:

      Da müsste mans aber auseinandersortieren und für Einiges sogar *grusĺigesGeräusch* BEZAHLEN!!!! Unverschämtheit! Also, da bringt mans doch besser in den Wald. Ist eh so uneben das Gelände, da tut man fast noch was gutes. Du verstehst das einfach nicht, Bibo!
      Und was den baggersee angeht: schließlich zahlt man Steuern, da kann die Stadt doch mal was tun für unser Geld und den Kram wegräumen.
      SO ist das nämlich!!!!
      *seufz*

      • Bibo59 sagt:

        Nee, Wertstoffhof ist kostenlos, ebenso Sperrmüll.
        Der Baggersee ist ein ganz eigenes Thema. Das ist Privatgelände. Dort soll eine Wasserski-Anlage hin und mittlerweile hat man fast den Eindruck, als würde da Säckeweise der Müll hingekarrt um die Argumentation zu stützen, mit Wasserski würde alles sauber und ordentlich.

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