Lädiert

Ja. Ich weiß. Es ist Winter. Draußen ist alles weiß.

Eben drum!!!! Wir machen eine Reise in den Sommer, mit Fotos, die ich aufgenommen habe, als ich nicht viel anderes tun konnte, als mich in den Giersch zu setzen und zu gucken, as denn wohl grad los ist:

Das ist – unschwer zu erkennen – eine Honigbiene.
Aber vielleicht fällt auf, daß sie seltsam aussieht. Fast wie naß, so dunkel. Und:

Ja. Der Hinterkörper ist glatt, es fehlt fast ganz die Behaarung. Außerdem sind die Flügel ganz ausgefranst.

Zum Vergleich: helle Binden am Hinterleib, heile Flügel…. eine andere Biene:

Ja, was ist ihr denn wohl passiert, der Biene eins?

Wahrscheinlich ist sie eine alte Dame. Also, für eine Sommerbiene alt. Die werden ja eh nicht älter als etwa vier Wochen. Aber nur in der letzten Lebensphase gehen sie auf Tour draußen. Denn dann ists für das Volk nicht so schlimm, wenn sie dort umkommen: Freßfeinde, Kälte, ertrinken beim wasserholen – draußen ists gefährlich! Und diese Bienen sind eh bald am Ende ihres Lebens angekommen…. sehr pragmatisch. Natur halt.

Na, und alte Bienen können schonmal so Einiges erlebt haben. Sie haben Larven versorgt, geputzt, Futter verarbeitet, das Ältere eingetragen haben, Waben gebaut – und im Laufe des Lebens sind sie gealtert. Sie waren aber auch schon Wächterinnen, und wenn es da Kämpfe mit stockfremden Bienen gegeben hat, verliert man Behaarung, wenn man sich ineinander verbeißt. Oder ein Stück Flügel. Deshalb sehen, zB, wenn ein Bienenstock von fremden Bienen angegriffen wird, auch jüngere Bienen schonmal reichlich lädiert aus.

Okay.

Zurück in die Realität, zurück in den Winter.

Die Au fließt noch, ist aber vor dem Rohrzufluß total zugeweht. Schade, man erkennt nicht so recht, daß da ein fettes Schneebrett hängt

Momentan sitzen die langlebigen Winterbienen hoffentlich zuhaus auf den Nahrungsvorräten und halten sich durch das vibrieren der Brustmuskeln bei ausgehakten Flügeln schön warm…. die Kringelchen, unser stärkstes Bienenvolk, haben leider sehr, sehr viele Tote zu verzeichnen. Mal sehn, ob wir dieses Jahr wieder ohne Verluste ins Frühjahr starten – ich habe Bedenken, denn die anderen beiden Völker waren ja eh nicht die stärksten, und dem stärksten gehts nicht grad gut, derzeit.

Abwarten

11 Kommentare zu “Lädiert

  1. Felis sagt:

    Ausgehakte Flügel? Bitte um Erläuterung. Und halte die Daumen, daß die Völker über den Winter kommen!

    • Fjonka sagt:

      Die Bienen wärmen (ihre Brut oder, jetzt, ihre Wintertraube), indem die äußeren ihre Flügel aushaken und dann ihre Brustmuskeln wie zum fliegen vibrieren lassen. (Mit eingehakten Flügeln würden diese in der engen Bienenmasse kaputtgehen) Wenn der Sprit alle ist (kein Nektar mehr im Bauch), dann krabbelt so eine Heizbienen durch die Traube nach innen, um am Winterfutter nachzutanken und sich im warmen Traubeninneren aufzuwärmen. Andere außen sitzende übernehmen, es ist eine ständige langsame Bewegung. Und unsereine hört, wenn sie das Ohr nahe ans Flugloch legt, das sausen der vielen hundert vibrierenden Brustmuskeln und weiß: es lebt 😊

  2. wardawas sagt:

    An der Wohnung meiner Waldbienen scheint ein Specht herumgepickt zu haben – hoffentlich geht es den Bewohnern weiterhin gut und sie erreichen gesund das Frühjahr! Sobald es etwas wärmer wird (und die Weidenkätzchen blühen) hoffe ich auf regen Flugverkehr…

    • Fjonka sagt:

      Was bedeutet „herumgepickt“? Hat er ein richtiges Loch reingekriegt bzw das Flugloch sehr vergrößert? Dann wird er auch Wabenstücke rausgerissen haben, das kann schon sehr schaden oder auch tödlich fürs Volk werden….

      • wardawas sagt:

        Es ist ja kein Flugloch, sondern ein langer schmaler Schlitz in Rinde und Holz, so ca. 60 cm; in den oberen 15 cm ist rechts und links etwa 2 cm breit die Rinde entfernt – ob er auch Waben erwischt hat, kann man nicht sehen, vielleicht ist er ja gestört worden. Auf dem Boden lag jedenfalls nichts.

        • Fjonka sagt:

          Na, dieser Schlitz IST doch das Flugloch 😎
          Solange nur Rinde entfernt ist… kommt halt drauf an, ob der Specht ibs Innere kommen konnte mit seinem Schnabel. Ich hab schon Fotos von Holzbeuten gesehen, in die richtige Löcher gehackt waren. Und von Fluglöchern, die aufgehackt waren, bis der Specht zugreifen konnte (und danach dann auch jede Maus oder Ratte….)
          Na, wird sich im Frühling zeigen, ob Biens ohne Varroabehandlung überhaupt den Winteer überstanden haben. Ich drücke die Daumen!

          • wardawas sagt:

            Heute leider trotz warmen Wetters keinerlei Flugbetrieb zu beobachten…Dafür eine weitere Pickstelle weiter unten, man sieht an beiden Stellen Ränder von Waben. Ob solche Wohnungen eventuell wieder besiedelt werden?

            • Fjonka sagt:

              Prizipiell ja. Ob ein neuer Schwarm eine schon zum Teil geöffnete Höhle allerdings akzeptieren wird (und ob das klug wäre, wenn ja) wird sich zeigen.

  3. mijonisreise sagt:

    Ich drück euch die Daumen für die Völker 👌

Platz für Klönschnack ...

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