Zimmerreise. Mit F wie Fundstücke.

Als ich las, daß es bei den Zimmerreisen diesmal um Dinge mit den Buchstaben F oder G gehen soll, war ich erstmal ratlos, aber dann! Tretet ein und findet, was Ihr nie gesucht habt!!! 😉

Dieses Grundstück hier ist ja immer wieder für Funde gut. Wandmalereien hinter den Tapeten erzählen von Kinderstuben der 50er, Playmobilmännchen von späteren kleinen Bewohnern, dicke Knochen im Boden von den Hunden des Vorbesitzers, hinten vergrabener Müll davon, daß es lange zwar viel weniger Müll, aber auch keine funktionierende Abfuhr für den dann doch entstehenden gab.

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Die nicht vorhandenen Baupläne sorgen dafür, daß man plötzlich ein tiefes Loch findet. Wer im Teich Blätter fischt, hat vielleicht wie ich eine Emailleschale im Netz. Oder man läuft zum dreitausendsiebenundzwanzigsten Mal denselben Weg entlang, als ein merkwürdig geformter Stein auffällt –  der sich beim näheren Hinsehen als winziges Püppchen entpuppt (passt hier besonders gut, das Wort!! 🙂 )

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Aber es gibt auch ganz andere Arten von Fünden. Zum Beispiel den einen Tag, an dem ich einen Zettel auf dem Küchentisch fand und gleich wusste, was in der letzten Nacht passiert war:

Mysteriöser ist, daß uns eines Tages ein Engelchen zugeflogen war. Es hat mehrere Jahre bei uns gewohnt, aber genauso unvermutet wie es angekommen ist, hat es uns im letzten Jahr auch wieder verlassen – irgendwann im Frühjahr war mir aufgefallen: kein Engelchen mehr auf dem Hünengrab. Wir haben zu zweit gesucht – vielleicht war es ja heruntergefallen, zwischen die Steine. Aber nein! Offenbar ist es weitergeflogen.

Überhaupt – Steine! Ganze Mauern habe ich ausgegraben, die in den Blättern der Jahrzehnte versunken gewesen waren, und auch das

Hünengrab

Hünengrab war nicht von Anfang an erkennbar gewesen, so groß es auch sein mag. Als ich hier einzog, waren nur die größten beiden Steine zu sehen, alles andere war unter Laub, Erde, Giersch verborgen. Irgendwann hatte ich zu graben begonnen, um den großen, schönen Stein besser sichtbar zu machen – und hatte zum Schluß einen großen, schönen Steinhaufen vor mir. Und auch jetzt, beim buddeln wegen der Teichsanierung, bin ich ja noch auf viele neue Findlinge gestoßen. Und auf andere Steine. Die Mauer werde ich noch ergänzen können, bzw nicht so schöne Steine gegen schönere austauschen – überhaupt ist ja die ganze Mauer aus Fundstücken – Materialien, die irgendwo auf dem Grundstück noch über waren – gebaut. Und ganz nebenbei ist eine Zweitmauer entstanden, rundum das Tunu, das ja auch ein Fundstück ist *g*

Wer jetzt immer noch nicht genug hat, dem sei verraten, daß es noch viel, viel mehr Fundstücke zu beschreiben gäbe. Man kann sie sich hier ansehen. Denn schon lange habe ich eine ganze Rubrik all den Fünden hier ums Haus gewidmet, um sie nicht zu vergessen. Der Ritter! Die Flaschen! Die Babies! Das Pferdchen!….. All das entführt aus der Enge des Hauses raus in andere Welten. Lange vergangene, die ich mir nicht einmal mehr vorstellen kann wie bei den Findlingen, versunkene, aber noch präsente wie bei den Hinterlassenschaften früherer HausbewohnerInnen oder ganz und gar unverständliche wie der des kleinen Engels. Man kann sich in Spekulationen darüber verlieren, wie es wohl dazu kam, daß Jemand in einer kleinen, engen Abseite liebevoll detaillierte Kinderzeichungen an die Wände malte oder sich einfach drüber freuen, für altes Material eine neuen Nutzung gefunden zu haben. Ich finde am schönsten den Moment, in dem ich völlig unvermutet auf eine weitere Überraschung stoße. Das ist einfach toll! Und da fällt mir auch wieder ein, daß ich schon lange von dem Abend erzählen wollte, an dem ich im Keller zwei Kühe fand …. das mach ich demnächst endlich mal 🙂


Tag 28, 18.3.: eine Schneehose. Geerbt von der Tochter einer Freundin, bin auch ich jetzt rausgewachsen. Leider nicht in die Höhe. Sozialladen. (Hoffe, bald mal dorthin zu kommen, sind schon drei Tüten voll, auch von vor meinem jetzigen Vorhaben.

Tag 29, 19.3.: zwei (Werbe-)Kulis, mit denen ich nicht schreiben mag (zu dünn). Kommen auffe Arbeit, wo stats Kulimangel herrscht.

Tag 30, 20.3. Ein Stofflesezeichen. Hübsch, Aber ich brauchs nicht. In einzu releasendes Buch, vielkeicht freut sich Jemand.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Sonst so.

11 Kommentare zu “Zimmerreise. Mit F wie Fundstücke.

  1. […] Mit Goethe nach Weimar (Zimmerreise VII) von emhaeu ‚Rumgekritzelt‘, 2021/03/19 14. Zimmerreise. Mit F wie Fundstücke. von Fjonka, 2021/03/20 15. Lockdown 2, Tag 135 – G – der Glaskiwi von bibo59 ‚Bibos […]

  2. pflanzwas sagt:

    Du wohnst echt im Abenteuerland!!! Unglaublich, was da alles zusammenkommt. Allein schon die Funde im Haus – das Wandbild ist ja witzig! – dann auch noch im Garten, in der Erde, hier und da….echt spannend. Irgendwann kannst du ein Buch drüber schreiben 🙂 Ich freu mich schon drauf! Und daß ist wirklich ein Hünengrab oder dergleichen? Ich beneide dich, um deinen eigenen Rohstoffmarkt!

    • Fjonka sagt:

      Ein Haus und Grundstück mit Geschichte🙂
      Und nein, es ist kein echtes Hünengrab😎 Das ist wahrscheinlich einfach ein dekorativ genutzter Haufen der Steine, die sich bei Hausbau und Nutzgartenanlage fanden. Vielleicht hat der Erbauer aber auch zusätzlich welche zusamnengetragen oder gekauft. Schließlich war mein jetziger Garten damals „Park“, das jetzige Nachbargrundstück Nutzgarten.
      Zu dem Wandbild: wo das ist, sind noch mehr: https://fjonka.wordpress.com/2017/01/31/ankleide/

      • pflanzwas sagt:

        Wirklich erstaunlich. Die Bilder habt ihr aber alle übergemalt oder? Vielleicht hätte ich mir ein Foto davon an die Wand gehängt. Mit deinen Funden könntest du ein ganzes Museum bestücken! Es zeigt, daß Haus hat viel Geschichte.

        • Fjonka sagt:

          Nee, die hab ich mit pastellblauer Farbe direkt an der Wand „gerahmt“ und außenrum die Wand gestrichen. Ich war zuemlich sauer auf den Elektriker: hatte ihm extra gesagt, er möge aufpassen- und dann hat er eine Lwitung tritzdem genau durch den Dackel gelegt!😠 Den musste ich dann überstreichen.

          • pflanzwas sagt:

            Ach so, daß ist ja toll! Das finde ich auch noch besser, als ein Bild davon aufzuhängen, aber manchmal paßt es nicht in die Planung. Schön, wenn auch schade um den Dackel 😦

  3. puzzleblume sagt:

    Wundervoll scheinen all diese Entdeckungen, Erscheinungen und wieder verschwindenden Dinge. Vor allem deine Mauern und Steine-Entdeckungen haben es mir angetan.

  4. Bibo59 sagt:

    Lesezeichen sammeln sich hier auch an, in Büchern die mir irgendwann geschickt wurden gefunden.

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