Vögel füttern – nochmal.

Ihr erinnert Euch an den Beitrag zu diesem Artikel aus dem NABU-Heft?

In der 4. Auflage seines Buches „Wildvögel füttern – aber richtig“, das ich – in der 3. Auflage – hier auch schon empfohlen habe, geht er auf diese Thematik ein und gibt Entwarnung: er gibt eine ganz andere Erklärung für Nestlinge mit Futterbrocken in der Kehle:

Der Schlund vitaler Jungvögel, so Berthold, ist so weit, daß er auch große Futterbrocken verträgt, ja, man mit der Pinzette mit Brocken fast bis in den Magen kommt, ohne den Vogel zu schädigen. Außerdem schleudern sie nicht genehmes Futter in hohem Bogen weg – was VogelpäpplerInnen wohl oft erleben können. Allerdings kümmern schwächere Küken von Vögeln, die „auf Vorrat“ viele Eier legen (zB Meisen), wenn die Futtersituation nicht toll ist, und sterben dann recht langsam. (Auskühlen, Trägheit, Verdauungsstopp) Diese Vögelchen sind dann selbst im Wärmeschrank mit bestem Futter nicht mehr zu retten. Sollte sich in der letzten Zeit dieses sterbens die Futtersituation verbessern, füttern die Eltern auch diese Küken, solange die „sperren“, was sie bis zum Schluß tun. Die Küken können aber in dieser Lage kein Futter mehr schlucken und verdauen (auch keine kleinen Saaten, btw). Sie sterben MIT Futter in der Kehle, aber nicht AM Futter in der Kehle.

So Peter Berthold also in seinem Buch, sofern das stimmt, was mir als autorisiertes Zitat „über Eck“ gegeben wurde und was ich hier sinngemäß wiedergebe.

Nun möge sich JedeR seine eigene Meinung bilden……

 

 

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Fauna.

15 Kommentare zu “Vögel füttern – nochmal.

  1. pflanzwas sagt:

    Interessant. Einiges hatte ich schon in Interviews mit ihm gehört. Das Fettfutter ist meines Wissens eigentlich für die Elternvögel gedacht, weil die bei der Insektenarmut länger nach Tierchen jagen müssen und durch die Futterarbeit selbst kaum zum Fressen kommen. Ich habe es jedenfalls so verstanden, daß sie den Jungen meist Insekten bringen und selbst dann Erdnuss oder Fettfutter fressen. Wir kennen das ja von uns selbst, in Streßsituationen oder bei Unterzuckerung greifen wir zu energiereichen Snacks 😉
    Auch daß mit den sauberen Futterstellen hörte ich in einem Video. Er hat wohl Versuche mit drei verschiedenen Futterstellen gemacht, regelmäßige Reinigung, hin und wieder, nie. Dabei konnte er nichts oder kaum etwas Negatives feststellen. Ich finde das auch immer so witzig mit Nistkästen, wie oft man die reinigen soll. Da ist vermutlich was wahres dran, aber seit Jahren brüten Meisen hier in den Lüftungsschlitzen der Hauswände. Da kommt im Leben kein Mensch dran, um dort sauber zu machen. Ich denke, die wechseln nach ein paar Jahren die Brutstellen, aber zwei oder drei Jahre brüten sie dort in Folge. Ich kann mir vorstellen, solange diese Nistplätze nicht ständig belegt sind mit anderen Bewohnern, die Floh und Co mitbringen, stirbt das meiste, was darin lebt, übers Jahr bestimmt ab.
    Sabine von dagehtwas würde jetzt vermutlich einen vielfältigen, artenreichen Garten vorschlagen, in dem viel wächst, was Vögel als Futter brauchen können oder wo Insekten Unterschlupf finden. Vielleicht kann man da noch aufrüsten 🙂 Erdnussbäume zum Beispiel, kleiner Scherz 😉

    • Fjonka sagt:

      Da stimme ich Sabine sowas von zu, und doch: das Insektensterben ist leider Fakt…. und ja, Fettfutter und Erdnüsse sind für die Eltern. Die Frage ist ja, ob die Vögel sich an diese Vorgabe halten *g*

      • pflanzwas sagt:

        Du beschreibst es ja ganz gut und es macht Hoffnung, daß die Kleinen nicht passendes Futter nicht schlucken. Die Diskussion gibt es ja aber trotzdem. Wird wohl auch nicht weniger werden 😉 Angeblich halten sich unerfahrene Jungvögel nicht so dran, aber ich weiß gar nicht, ob das Studien sind oder beobachtete Einzelerfahrungen??? Wie auch immer, hier hängt was und wenn sie wollen, holen sie sich ein paar Nüsse. Bis auf seltene Ausnahmen von Futterjunkies (zwei in 20 Jahren!), holen sie sich nur so viel, wie sie brauchen. Ein paar junge Blaumeisen hatten sich hier allerdings mal gut durchgefuttert 🙂

  2. Bibo59 sagt:

    Interessant. Auf Facebook gibt es so ne Gruppe, Rund um die Wildvogelhilfe, die führen wahre Glaubenskriege um so was.
    Ich neige ja dazu, im Sommerhalbjahr nicht zuzufüttern.

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